Doom: "Born Like this"

Doom: "Born Like this" © Lex Records

Nach Zusammenarbeiten mit den hoch dekorierten Rap-Produzenten Danger Mouse und Madlib, sowie zahlreichen Projekten und Cameo-Beiträgen, ist nun endlich das dritte Solo-Album des maskentragenden Doom erschienen. Neben illustren Gästen schöpft der HipHop-Maverick für "Born like this" kräftig aus seinem unkonventionellen Reservoir an Beats und Rhymes.

{image}Alter ungewiss, Skills unbegrenzt und zu beschreiben unmöglich: der Rapper und Produzent MF Doom ist ein Mysterium - alle weiteren Infos über den geheimnisvollen Maskenmann würden deutlich den Rahmen dieser Rezension sprengen. Inspiriert von verstaubten Cartoons der "Fantastic Four", jeder Menge knisternder Jazz und Soul-Samples und dem Poeten Charles Bukowski, steht nun jedenfalls nach fünf Jahren Wartezeit sein drittes Solo-Album im Plattenregal. Obwohl das reimende und beatschraubende Enigma für Born like this den Namenszusatz "MF" mittlerweile abgelegt hat, setzt Daniel Dumile äußerlich auch weiterhin auf seine metallene Maske. Schon das kunstvoll gefertigte Klapp-Cover aus dem britischen Hause Lex Records lässt HipHop-Herzen höher schlagen.

Schlagkräftig agiert Doom anschließend verbal auf das Mashup der J Dilla-Beats Dig It und Phantom of the Synths, ehe mit Jake One direkt der nächste MPC-Meister den Klang aufbereitet. Brüsk und ungefiltert demonstriert der Superschurke Doom in meisterlicher Manier, warum er der Untergrund-König der Rapmusik ist. Auch der Sound besticht durch sein genial-unsauberes Klima, das von den traditionellen Serien-Auszügen und den erdigen Samples durchzogen ist. Abzug gibt es allerdings für die nicht ganz frisch aufgelegten Beats. Einiges Material hat Doom nämlich in Form seiner als Metal Fingers veröffentlichten Instrumental-Serie Special Herbs bereits verwendet. Das eingängig-treibende UFO von ESG zum wiederholten Male neu aufzubereiten geht auch nicht gerade als innovativ durch. Dennoch gelingt ihm mit tatkräftiger Unterstützung von Raekwon am Ende ein sehr gelungenes Yessir!.

{image}Für Absolutely kommt es zu einem gelungenen Aufeinandertreffen mit Madlib, das in einer runden Groove-Session mündet. Lightworks von Dillas Donuts-Album ist dann ein weiteres Stück, das nicht ganz unbekannte Schallwellen auswirft. Kongenial hängt sich Doom bei Cellz an Charles Bukowski dran, der obskurer Weise sein Werk "Dinosoria, We" zum Besten geben darf. Seiner Vorliebe für melodiöse Streicher-Loops frönt MF auf seinen bestechenden Eigenproduktionen That’s That und Angelz. Bei letzterem hilft außerdem der mit Dooms-Timbre perfekt harmonisierende Ghostface Killah alias Tony Starks mit seinen Reimen aus. Trotz seines düsteren Oldschool-Antriebs unterstreicht Supervillainz die humorvolle Seite von Doom, indem er mit seinen Homies Kurious, Slug und Prince Paul alias Filthy Pablo die wahren Schurken des Pop-Raps mit einer gehörigen Portion Auto-Tune persifliert.

Born like this ist trotz seiner nicht immer brennend neuen Beats ein vielschichtiges Gesamtwerk des einzig wahren Maskenmannes, das zum dringenden Rap-Pflichtprogramm in 2009 gehört.  

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