Naturally 7 (Rosengarten Mannheim, 2009)
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Naturally 7 (Rosengarten Mannheim, 2009) Foto: René Peschel © regioactive.de

Um gute Musik zu machen, braucht man keine Instrumente. Der beste Beweis: Die Band ohne Band – oder einfach Naturally 7. Wenn sieben Männer auf der Bühne stehen und alle Instrumente mit ihrer Stimme nachahmen, und wenn sich das so glaubwürdig anhört wie in diesem Fall, nämlich dass man kaum einen Unterschied zu echten Instrumenten heraushören kann, dann ist das schon etwas Besonderes. Die Amerikaner trumpften jetzt auch im Mannheimer Rosengarten auf und begeisterten die Zuschauer.

{image}Vom höchsten Tenor bis zum tiefsten Bass, Schlagzeug, Bass und E-Gitarre, Trompete, Mundharmonika oder sogar eine lebende Beatbox – Naturally 7 erzeugen all das ohne technische Hilfsmittel oder Tricks. Die aus New York stammenden Sänger erreichten ihren endgültigen Durchbruch in Deutschland und Europa durch ein Duett mit Sarah Conner. Nachdem Music Is The Key im Jahr 2003 die Pole-Position der deutschen Charts einnahm, ging es durch die weite Welt. Da sie schon 2007 im ausverkauften Capitol in Mannheim das Publikum begeistern konnten (Fotogalerie), hatten sie sich das gleiche nun auch für den 10. Mai 2009 im Rosengarten vorgenommen. Pünktlich um 20 Uhr ging es los: Naturally 7 betraten die Bühne des Musensaales. Mit Songs ihres aktuellen Albums Wall of Sound zogen die sieben Amerikaner das Mannheimer Publikum in ihren Bann, denn dass die Männer extrem gute Stimmen haben, das kann man wohl nicht leugnen. Natürlich gibt es zahlreiche Acapella-Bands, doch keine ist so gut wie Naturally 7. Sie verstehen es wie keine andere Band, Stimmgewalt mit Beatboxing verschmelzen zu lassen.

Zu Beginn war das Publikum noch etwas verhalten und lauschte gespannt den Songs. Doch umso lauter war der Applaus nach dem Verstummen der Stimmen.

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Naturally 7 spielten natürlich nicht nur Songs ihres aktuellen Albums, auch von ihrer 2006 veröffentlichten Platte Ready II Fly waren Songs auf der Setlist vorhanden. Die Band, die sich 1999 gründete und aus Roger Thomas (Bariton, Rap, Arrangements), Warren Thomas (Percussion, Gitarre, Tenor), Dwight Stewart (Bariton), Rod Eldridge (Tenor, Trompete), Garfield Buckley (Tenor, Harmonika), Jamal Reed (Tenor, Bariton, Keyboards, Geigen), Marcus Davis (Bass) besteht, sammelte ihre ersten Erfahrungen in einem Kirchenchor, wo sie Gospel sangen. Diese jahrelange Erfahrung hört man ihnen deutlich an und ist von Lied zu Lied immer beeindruckter davon, was diese Sieben alles mit ihrer Stimme machen können. So sagen sie über sich selbst, dass sie in ihren Liedern den Menschen eine Botschaft rüberbringen wollen, die auch ihrer religiösen Einstellung nahe kommt, wobei der Spagat zwischen Pop und Spiritualität nicht einfach sei.

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Durch ihre lockere Art und lustige Interaktion mit dem Publikum waren auch jene Zuschauer, die die Band zum ersten Mal Live erlebten, sofort begeistert. Nach einer Stunde Musik gab es für Publikum und Band dann erst einmal eine kleine Verschnaufpause, welche von der Band zum Kleiderwechsel genutzt wurde. Vorher ganz in Schwarz, kamen sie nun ganz in Weiß auf die Bühne und knüpften sofort an die vorherige Stimmung an – bzw. wurde die immer großartiger. Die Zuschauer hielten sich nun nicht mehr nur auf den Stühlen, sondern standen auf und jubelten der Band zu, was natürlich gut ankam.

Zum Ende des Abends wurden die Töne etwas leiser und der Song Amazing Grace, der schon von sehr vielen Künstlern interpretiert wurde, wurde angestimmt. Zu diesem Zeitpunkt herrschte Gänsehautstimmung im Saal und jeder hörte ganz gespannt zu. Aber auch ihr Phil Collins-Cover In the air tonight, welches das Ende des Abends einläutete, kam sichtlich gut bei den Mannheimern an. Das Publikum im Saal stand, jubelte und sang mit. Wahrlich ein schönes Ende für diesen Abend, zu dem man folgendes Fazit ziehen kann: Wer Naturally 7 noch nicht live erlebt hat, hat etwas verpasst.

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