Jim Davis
Electronic Guitar

Jim Davis Electronic Guitar © Mascot Records, Jim Davies

Er ist einer der besten und innovativsten Gitarristen der Welt. Alle Projekte, bei denen er die Finger im Spiel hatte, gelten als legendär und ihrer Zeit voraus. Jetzt veröffentlicht Jim Davies mit "Electronic Guitar" endlich auch ein Soloalbum.

{image}Viele Veröffentlichungen, auf denen Jim Davies mitwirkte, wurden mit Gold und Silber in allen nur erdenklichen Nuancen überhäuft. Dabei liest sich seine Schaffensgeschichte wie das "Who is Who" der britischen Elektro/Rock/Alternative-Szene. Griff er doch für The Prodigy, Pitchshifter, Hyper und Flint kräftig in die Saiten und verhalf ihnen zu Ruhm und Ehre. 2004 brachte er mit Victory Pill seine eigene in den höchsten Tönen gelobte Band an den Start. Er setzte mit ihr neue Grenzpunkte für die gediegene, gitarrenlastige Livekultur. Sein Soloalbum Electronic Guitar wurde von Kritikern und Szenekennern bereits mit allen erdenklichen Superlativen triumphierend empfangen. Dabei wäre Jim Davies nicht Jim Davies, wenn er mit seinem Soloding nicht völlig neue Pfade beschreiten würde.

Alle Elemente des Albums, Bass und Schlagzeug mal außen vor gelassen, spielte Davies – der Technik sei Dank – höchstpersönlich per Gitarre ein. Damit fand er genügend Spielraum, um seinem Können und seiner Phantasie völlig freien Lauf zu lassen. Und diese ungehemmte Schaffensfreiheit prescht mit jedem einzelnen Takt aus den Boxen und offenbart einen rocklastigen Gitarren-Ohrenschmaus mit eindeutig elektronischen Attitüden und erfreulichem Tiefgang. Dabei garniert Davies feinsten, klassischen Gitarrenrock mit geschickt eingesetzten Synthesizer-Sounds; greift für einige bestechende Gitarrenriffs tief in die Saiten und bändigt das alles mit treibenden Bassequenzen.

Unterstützung für seine Soloding fand Davies im VictoryPill-Mitkämpfer Pete Crossman, der sich neben der Produktion des Albums auch als Co-Songwriter  verantwortlich zeichnet.

Electronic Guitar ist ein wahrer Leberbissen für Gitarrenfetischisten und Liebhaber der gezupften Kunst geworden und bleibt ein vielleicht etwas gewagter, doch für Davies ein durchaus logischer und nachvollziehbarer Schritt, der es ihm ermöglichte, sich total frei und ungebremst zu entfalten und ganz neue Wege gehen zu können. Es ist sicher kein Meilenstein der aktuellen Musikgeschichte, aber immerhin ein gutes Stück feinster Unterhaltung – auch wenn uns ein paar Ecken und Kanten fehlen und der ganzen Geschichte damit der letzte Geniestreich verwehrt blieb.

Doch Ecken und Kanten reicht Davies mit dem angekündigten zweiten Album von Victory Pill in reichlichen Variationen nach. Let's Rock!

Alles zum Thema:

the prodigy

Das könnte Sie auch interessieren