God is an Astronaut

God is an Astronaut

Die irische Band God Is An Astronaut gilt seit ihrer Gründung im Jahr 2002 als einer der bedeutenden Vertreter des Post-Rock. Am Montag spielte das Trio im Magnet Club in Berlin.

{image}Dort sieht es anfangs nicht so aus, als würde God Is An Astronaut an diesem Abend gute Laune und Lust dazu haben, ein Konzert zu spielen. Die Band scheint eher über eine bestimmte Begebenheit wütend zu sein und wirft sich genervte Blicke zu. Der wahrscheinlichste Grund ist: Die von der Gruppe mühevoll zusammengebastelten Videoanimationen können hier nicht ganz auf das hinter der Gruppe aufgespannte, weiße Laken projiziert werden, da die Decke des Magnet Clubs dafür zu niedrig ist. Zum Glück ist die schlechte Laune dann jedoch aber auch schnell wieder vergessen, als das Konzert schließlich nach längerem Warten beginnt. Stattdessen begeistern God Is An Astronaut, die an diesem Tag von allen drei auftretenden Bands die wenigsten Instrumente auf der Bühne stehen haben, die Zuschauer mit atmosphärisch-dichten und schwelgerischen Instrumental-Melodien, die mal laut und aufgeregt, mal leise und friedlich daherkommen und zum Träumen anregen.

Begleitet werden die Songs von den oben schon erwähnten, kaum erkennbaren Videoanimationen. Was der Zuschauer allerdings sieht, ist der Umstand, dass God Is An Astronaut scheinbar ein großes Faible für das Zeigen der komplizierten Verflechtungen von Schöpfung und Zerstörung, Leben und Tod und der endlichen Erde und dem unendlichen Weltraum besitzen. So werden in den Videos immer wieder Raketenstarts in den Weltraum, die Sonne als Urquell des Lebens, ein Baby als Symbol des Beginns des menschlichen Lebens und ein Affe, der neben diesem kleinen Kind sitzt und wahrscheinlich die Verwandtschaft des Menschen zum Affen hervorheben soll, gezeigt. Aber auch die schrecklichen Dinge der Welt, von der Detonation einer Atombombe bis zum Abwurf von Fliegerbomben, werden in der Schau der rasant wechselnden Bilder nicht ausgelassen.

Die Bandmitglieder von God Is An Astronaut befinden sich dabei stets im Halbdunkel, denn eine Lightshow gibt es hier nicht. Während der Bassist und der Schlagzeuger ganz im Dunkeln verschwinden, wird der Sänger nur von dem Licht des Projektbeamers beschienen. Dazu schauen alle Bandmitglieder fast nur auf ihre Instrumente und den Boden, Worte zum Publikum gibt es hier auch kaum welche. Aber das ist bei diesen schwelgerischen und träumerischen Melodien auch nicht nötig. Allein die Musik und die Videos erzählen hier eine Geschichte. Eine Geschichte über das Leben und den Tod, über die Welt, über die Unendlichkeit des Weltraums. Die Musik spricht für sich.

Zumindest 80 Minuten lang, denn dann verabschiedet sich God Is An Astronaut doch mit ein paar danksagenden Worten und einem vom Projektbeamer projizierten Schriftzug ihres Bandnamens vom Publikum. "God Is An Astronaut". Ob diese These wahr ist? Das wird man wohl nie erfahren. Aber wer möchte das überhaupt? Denn möchte man wirklich wissen, ob das Leben Zufall oder Schicksal ist? Der Autor möchte das jedenfalls nicht.

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