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Elzhi

Detroit gilt als stilprägende Musikstadt. In den 1960er Jahren entstand dort ein Soul-Sound, der zum Aushängeschild der Motor-City (Motown) wurde. Die Band Kiss rief in den 70ern die Rock-City aus, bis Eminem in den 90ern kurzerhand die Detroit Rap-City proklamierte. Mit dem Tod des Produzenten J Dilla und dem Mord an D12 Rapper Proof 2006, erlitt Detroit aber in kurzer Zeit zwei herbe Rückschläge. Umso größere Hoffnung liegt nun auf Elzhi und Black Milk, zwei jungen Repräsentanten des neuen Rap-Sounds aus Detroit.

{image}Den Anfang im gut gefüllten Heidelberger Karlstorbahnhof machte Elzhi, der seit 2001 neues Mitglied bei der Slum Village Crew um J Dilla wurde. 2008 war ein sehr produktives Jahr des Rappers: nach Euro Pass, einer limitierten Tour-CD, erschien mit The Preface bereits kurz darauf sein erstes Solo-Album. Neben seiner innovativen Reimtechnik setzte er besonders mit der rappenden Gästeliste ein Zeichen, denn Guilty Simpson, Black Milk oder Royce Da 5’9“ stammen alle aus den Detroit-eigenen Reihen. Auch am heutigen Abend war es selbstverständlich erklärtes Ziel die Fahne von Detroit nach oben zuhalten und massig Shout-outs an J Dilla und Proof rauszuschicken. Neben Tracks seines neusten Release präsentierte Elzhi anspruchsvolle Freestyle-Einlagen, die er unter anderem auf Beats wie It’s yours von Nas’ legendärem Illmatic-Album setzte. Wie mit dem Hieb einer Peitsche preschte die Snare den Takt vor. Zur großen Freude der tobenden ersten Reihen gab er auch Slum Village-Hits wie das von J Dilla produzierte Raise it up oder das von Kanye West angefertigte Selfish zum Besten. Einzig am schwach ausbalancierten Sound der Boxen haperte es hier und da noch ein wenig.

Danach übernahm der aufstrebende Produzent und Rapper Black Milk das Mic. In bester Tradition des Altmeisters J Dilla versteht der 25-jährige es seinen Drumcomputer zu programmieren und dabei so manche Beatbombe zu zünden. Den internationalen Durchbruch schaffte Curtis Cross 2007 mit seinem Album Popular Demand. An diesem Abend wollte er aber sein neustes Werk Tronic vorstellen und einen Ausblick auf die kommende Kollaboration seiner Crew Random Axe, die aus Guilty Simpson und Sean Price und ihm besteht, geben.

{image}In fliegendem Wechsel präsentierte Black Milk Tracks wie Danger, um danach seine Handwerkskunst an der MPC vorzuführen. So zerstückelte er unter anderem das von Pete Rock arrangierte T.R.O.Y. und offenbarte dabei Sample-Innereien wie die Saxophon-Passage aus Today von Tom Scott.

Für einen Producer ist Black Milk extrem extrovertiert. Problemlos riss er die Menge mit seiner Performance mit. Bei den obligatorischen J Dilla und Proof Tribute-Titeln ließ er die MPC wieder heftig knarzen und steuerte anschließend die Vocals wieder selbst bei. Zum Abschluss packte der Rapper aus Detroit noch seine Hits wie Sound the Alarm aus und beendete damit einen kompakten aber guten Auftritt.    

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