Das Huxleys Neue Welt erstrahlte im Glanze von Jeanswesten und Lederjacken: Hammerfall hielten Einzug in Berlin. Songs aus dem im Februar veröffentlichten Album "No Sacrifice, No Victory" wurden vorgestellt, ebenso wie alte Klassiker.

{image}Zunächst einmal bestach die Vorband Sabaton, die ebenfalls Power Metal spielt und ebenfalls aus Schweden stammt. Die 1999 gegründete Band, in ihrer heutigen Besetzung mit Joakim Brodén, Oskar Montelius, Rikard Sundén, Pär Sundström, Daniel Mullback und Daniel Mÿhr, begeistert mit einem charismatischen und omnipräsenten Sänger, der das Publikum abholt und mitnimmt, mit versierten Musikern und mit einer ordentlichen Abmische in der Technik. Wären sie 20-25 Jahre früher auf dem Markt erschienen, hätten sie wohl heute den Status von Judas Priest oder zumindest von Halbgöttern. Aber so ist das mit der Musik: zur rechten Zeit am rechten Ort sein und dabei noch jede Menge Glück, das sind immer grundlegende Vorraussetzungen für den kommerziellen Erfolg. Sabaton überzeugen aber auch 2009 als qualitativ starke Band.

Perfekt eingestimmt, betraten Joacim Cans, Oscar Dronjak, Pontus Norgren, Anders Johansson und Fredrik Larsson, besser bekannt als Hammerfall, die Bühne. Die große Frage des Abends ist zunächst, ob der Sänger live ebenfalls in die tieferen Stimmlagen gewechselt ist, oder ob der "Stimmbruch", den das aktuelle Album No Sacrifice, No Victory vermuten lässt, rein digital hergestellt wurde. Bereits die ersten zehn Sekunden beruhigen: alles beim Alten, die Stimme ist und bleibt oben und CDs sind digitale Zauberwerke.

{image}Mit Flammen, Motorradsound und Lichtshow präsentieren sie sich, die alten Songs, genauso wie die neueren Sachen. Und sie überzeugen. Fraglich ist, warum der Sänger seine Lederhosen gegen Ozzy Ozbourne Zirkusdirektorwesten getauscht hat , das kann allerdings daran liegen, dass die Zeit nicht für den Sixpack, sondern für die Plautze arbeitet. Dazu kommt eine sehr schlechte Abmischung, zuviel Bassgitarre, zu wenig Bassdrum, alles zu schrill. Das reguläre Licht ist falsch ausgerichtet, gelegentlich verliert man sogar den Sänger aus den Augen und muss auf der Bühne suchen, bis man seinen Schatten ausfindig machen kann. Das ist aber ganz egal, denn wie auch immer die äußeren Gegebenheiten sind: Die Fans stimmen, die Stimmung stimmt und vor allem Hammerfall stimmen. Gibt nur eines noch zu beachten: The Hammer will fall on you!

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