Tankard (Live in der Batschkapp Frankfurt)
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Tankard (Live in der Batschkapp Frankfurt) Foto : Marco "Doublegene" Hammer © regioactive.de

Die fast 27 Jahre alte Bier-Thrash-Metal-Band Tankard spielte in ihrem Heimatort und nahm dabei gleich eine Live-CD auf. Drei Jahre nachdem sie im Mai 2005 eine Live-DVD in der Batschkapp aufgenommen hatten, folgte nun also die neue Aufnahme. Als Support unterstützten sie die Thrash-Metaller Abandoned aus Darmstadt. Der Hof der Batschkapp sah jenen Abend aus wie ein Schlachtfeld: überall Bierdosen und Flaschen auf dem Boden verteilt – zumindest das, was von ihnen übrig geblieben war.

{image}Bierkästen wurden als Pfandmülleimer missbraucht und zierten den gesamten Hof. Die Batschkapp selbst war überfüllt von Menschen, und es hatte noch nicht einmal die Vorband angefangen zu spielen. Vor allem der Bereich um die Bierausgabe war unmöglich zu erreichen, und mit ihm auch der Merchandise-Stand. Vor zur Bühne musste man sich ebenfalls durch Menschenmengen kämpfen, sowie zu den Toiletten, welche ja bekanntlich im mittleren Teil der Batschkapp zu finden sind. Diese waren, zumindest bei den Männern, alle am überlaufen, und das ist wörtlich zu nehmen.

{image}Abandoned fingen an, die Meute anzustacheln und aufzuwärmen für  Tankard. Wirklich richtig guter, handgemachter Thrash-Metal, der dazu noch aus deutschen Landen stammt, wenn er auch mit englischen Texten versehen ist. Wegen des Weihnachtsfests musste leider ein Ersatz-Drummer einspringen, der seinen Job jedoch fabelhaft machte und es nicht einmal aufgefallen wäre, hätten sie es nicht erwähnt. Jeder spielte sein Instrument sehr gekonnt – vor allem der neue. Bereits bei Abandoned herrschte deshalb schon eine super Stimmung und die Fans schrien nach Zugaben. In dem Sinne: "Hut fu**ing ab!".

Tankard betraten die Bühne zu Beginn noch ruhig in Begleitung des Intros und einer hübschen Weihnachtsdekoration. Doch kurz darauf waren Tankard schon nicht mehr zu halten, und mit ihnen die Fans: Bereits beim ersten Song ging es mit den Crowdsurfern los – kaum auf der Bühne waren sie schon als Stagediver unterwegs. Der gesamte Boden direkt vor der Bühne war bereits nach kürzester Zeit biergetränkt, was es einem beim Tanzen sehr erschwerte, nicht auszurutschen. So fielen durchgehend gleich ganze Publikums-Reihen zu Boden, jedoch alles in einer wundervoll brüderlichen Laune, um sofort wieder aufzustehen und weiter zu feiern. Selbst als abstinenter Autofahrer war man nach diesem Konzert mit Bier getränkt, falls man sich nicht in ausreichendem Abstand zur Tanzfläche aufhalten wollte.

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Tankard lieferten ein supergeiles, energiegeladenes Konzert mit massig Publikums-Interaktionen. Wie sollten sie auch anders auf die mindestens zwei Stagediver pro Lied reagieren?

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Die Band fühlte sich wirklich heimisch in "ihrem" Frankfurt. So flog ein "Eintracht Frankfurt"-Schal auf die Bühne, der die Band kurz darauf dazu animierte die Hymne des Fußballvereins anzustimmen, woraufhin so ziemlich jeder im Saal mitsang. Nicht zu vergessen, dass die vier lebendigen Bierkrüge gerade erst im Dezember ihr neustes Album Thirst auf den Markt gebracht haben, da sie ja "verpflichtet sind, jedes Jahr eine neue Scheibe zu machen". Und so spielten sie natürlich auch etwas vom neuen Stoff, unter anderem den Titelsong Stay Thirsty. Jedoch reiste die Band musikalisch durch ihre gesamte Zeit, und so hörten die Fans auch viele Songs von den ganz alten Scheiben.

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Einfach genial war die Stimmung im Publikum und der lockere Umgang der Band mit ihren Fans – vor und auf der Bühne. So wurden Grüße von der Bühne aus verteilt, immer mal wieder mitgesungen und wildfremde Besucher in ihre Geschichten mit eingebaut. Highlights: Die Stagedive-Aktionen eines Gastes mit bis zu fünf Sprüngen pro Song, da er immer wieder erneut auf die Bühne befördert wurde. Drei Leute gleichzeitig in einer Reihe – und dementsprechend fiel auch die Reihe vor der Bühne mit ihnen gemeinsam um. Doch was wohl wirklich alle geschockt hat, war ein Fan mit Tankard-Tattoo auf dem Bauch, der tatsächlich eine "Arschbombe" gewagt hat. Selbst die Band stand mit offenem Mund auf der Bühne und war sehr verwirrt.

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Nicht gefehlt hat auch das bekannte Lied mit den deutschen Lyrics: Freibier ("Freibier für alle – sonst gibt’s Krawalle"), und Zugaben gab es auch. Als dann endgültig Schluss war, sprang der Sänger noch ins Publikum, und dieser ist wirklich ein sehr üppiger Bierkrug. Doch es ging alles gut, er wurde aufgefangen und alle gingen sehr amüsiert und glücklich nach Hause.

Tankard sind live wirklich jedem zu empfehlen, der gerne Thrash-Metal hört, und allen, die gerne mal ein Bier mehr heben. Abzuraten ist jedoch strengstens davon, am Konzertabend der Fahrer zu sein.

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