A Fine Frenzy (live in Mannheim, 2008)
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A Fine Frenzy (live in Mannheim, 2008) Foto: Manuela Hall © regioactive.de

Am vergangenen Sonntag trat A Fine Frenzy mit ihrer melodisch sanften Musik in der Alten Feuerwache in Mannheim auf. Es war der krönende Abschluss ihrer Tour, auf der sie hauptsächlich ihr aktuelles Album "One Cell in the Sea" vorstellte. Die junge Sängerin begeisterte mit ihrem Charme, ihrer Tonsicherheit und ihrern flinken Fingern am Klavier. Zur Verstärkung brachte sie den britischen Musiker Jamie Scott mit.

{image}Als Supportact trat zunächst Jamie Scott and the Town auf – die Band um den britischen Musiker Jamie Scott. Dieser wurde durch einen Kurzauftritt im Film "Step up" bekannt, zu dem er auch den Titelsong lieferte. Der gitarrenlastige Acoustic-Pop des charmanten jungen Manns mit Hut kam bei den Zuhören sehr gut an. Sobald er die Bühne verlassen hatte, brach ein regelrechter Sturm auf den Merchandise-Stand los. Vor allem die Damen wollten es sich nicht nehmen lassen, die frisch erworbenen CDs gleich von Jamie signieren zu lassen und vielleicht sogar ein Foto aus nächster Nähe von dem gutaussehenden Musiker machen zu können. Während der Umbaupause wurde die Feuerwache mit Liedern von Damien Rice beschallt, was wohl schon mal Vorarbeit für eine romantische Stimmung leisten sollte. Denn genau diese erzeugte A Fine Frenzy wenige Minuten später. Eine zierliche, junge, rothaarige Frau trat schüchtern auf die Bühne und setzte sich ans Klavier. Mit dabei ein Keyboarder und ein Schlagzeuger, die gemeinsam die ersten Töne von Come on, come out anstimmten. Das Publikum – sichtlich begeistert – wartete geduldig bis die letzten, leisen Töne gänzlich verstummt waren um die Sängerin mit gebührendem Applaus zu begrüßen. "Hello Mannheim. Good to see you" – und schon ging es mit dem, aus dem Radio bekannten, You picked me weiter.

{image}A Fine Frenzy, die eigentlich Alison Sudol heißt, ist eine energievolle 22 Jährige aus den USA. Der wohlklingende Künstlername ist nicht frei erfunden, sondern geht auf ihre Leidenschaft für das Schreiben und Literatur zurück. Schon früh begeisterte sie sich für Charles Dickens und Co. "A fine frenzy" ist ein Ausdruck, den kein geringerer als William Shakespeare in seinem Werk A Midsummer Night’s Dream verwendet hat und der soviel wie "schöner Wahnsinn" bedeutet. Während sie singt, ist Alisons Gesicht leidenschaftlich ernst; jede Emotion ist daran abzulesen. Doch sobald der Applaus beginnt wechselt dies in ein breites, ehrliches Lächeln. Sie findet es fantastisch, so viele Leute zu sehen, gibt sie zu. Damit hatte sie kaum gerechnet, da das der erste Auftritt in der Region ist. Außerdem ist das Konzert in Mannheim "extra, extra spezial", da es sich um das letzte der Tour handelt. Und die Sängerin ist froh, dass mit dem tollen Publikum in der Feuerwache die Tour in guter Erinnerung behalten kann. Bevor sie Last of Days anstimmt, stellt sie aber noch kurz ihre Band vor. Sie besteht aus zwei Männern; einer verantwortlich für Schlagzeug, Gitarre und Glockenspiel, der andere für Keyboard und Soundeffekte. Nach Ashes and Wine verlässt die junge Frau ihr Klavier um sich bei Borrow Time, einem weiteren Song aus ihrem zu Beginn des Jahres erschienene ersten Album One Cell in the Sea, allein von den zwei Musikern begleiten zu lassen. Zwischen den Liedern nippt Alison immer wieder an ihrem Tee und wechselt zwischen Klavier und Bühnenrand. Das nächste Stück kündigt sie alles den "most perfect song I’ve ever written" an, der nicht auf dem Album erschienen ist und I follow you into Dark heißt. Als dieses endete, stellt die junge Frau fest, wie leise das Publikum ist, während sie singt. Recht hat sie. Wenn man die Augen schloss, konnte man meinen alleine in der Feuerwache zu sein – alleine mit der schönen, melodischen Musik.

{image}A Fine Frenzy erzählte dem Publikum, dass sie den Tag in Mannheim verbracht hat und zum Spazieren im Luisenpark war. Von diesem war sie sichtlich begeistert, da sie dort Eulen und Flamingos gesehen hat. Dieses Erlebnis passe gut zum nächsten Song The Minnow and The Trout, wie sie sagt. Der Text dieses Liedes handelt in einem metaphorischen Zwiegespräch zwischen einer Forelle und einer Elritze (für die nicht-Zoologen unter uns: ein kleiner Fisch) von den Unterschieden zwischen den Lebewesen und ist somit ein Appell daran, sich seiner gemeinsamen Abstammung zu erinnern und sich auch dementsprechend einander gegenüber zu verhalten. Im Anschluss daran folgte Almost Lover – der wohl bisher größte Erfolg der Sängerin, der in deutschen Radios rauf und runter gespielt wurde. Dementsprechend bekannt waren dem Publikum auch die Lyrics und zum ersten Mal für diesen Abend konnte man deutliches Mitsingen hören. Nach einem weiteren, etwas progressiveren Titel des Albums verließen die Musiker erstmalig die Bühne. Doch die Zugabe ließ nicht lange auf sich warten. Diese wurde mit einem sehr gelungen Cover von 7 Nation Army eingeleitet. Dabei ging die rothaarige Frau so richtig aus sich raus, hüpfte und tanzte. Völlig außer Atem setzte sie sich dann für zwei weitere Stücke wieder ans Klavier und gestand: "I love the White Stripes!".

Doch als auch die Zugabe beendet war, hatten die Zuschauer immer noch nicht genug und forderten A Fine Frenzy energisch dazu auf, nochmal zu erscheinen. Das tat sie auch und präsentierte, ganz alleine am Klavier, ein allerletztes Lied. Sichtlich gerührt über den großen Zuspruch verabschiedete sie sich dann per Handschlag bei der ersten Reihe, stellvertretend für das gesamte Publikum, endgültig von der Bühne.

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