Slayer

Slayer

Nach der "Unholy Alliance Tour 2004" und der "Unholy Alliance Part 2"-Tour 2006, befinden sich Slayer im Jahre 2008 mit befreundeten Bands auf der "Unholy Alliance Part 3"-Tour. Sie werden begleitet von der Metalcore/Thrash-Kombination Trivium, den Progressive-Math-Metallern Mastodon, und zu diesen drei amerikanischen Gruppen gesellen sich die schwedischen Death-Metal-Wikinger Amon Amarth. Im Laufe dieser Tour spielen immer wieder regionale Bands als Opener, um den "Nachwuchs" zu fördern.

{image}Am vergangenen Mittwoch tourten sich die vier Bands nach Offenbach am Main, aber leider ohne Mastodon, die kurz zuvor krankheitsbedingt absagen mussten. Als regionaler Support war die Heppenheimer Death Metal/Metalcore-Combo The Hand of Glory dabei, die den "15 minutes of fame"-Contest gewonnen hatten und einen für sie wohl unvergesslichen Auftritt als Vorband von Slayer genießen konnten. Erstmal jedoch etwas zur Stadthalle in Offenbach: Eine hervorragende Organisation! Fließender Einlass, Karten vor Ort ohne große Schlange, ausreichend Getränkestände, ein Outdoor-Raucherbereich (der ebenfalls mit einem Getränkestand ausgestattet war) sowie eine super Bühne, welche die Tribüne und den großen Platz davor zum Beben brachte. So hält man die Laune schon vor Konzertbeginn hoch, und es sollte ja auch bald losgehen…

Als The Hand of Glory den Abend eröffnete, tummelte sich jedoch der Großteil der Besucher noch draußen auf dem Gang oder dem Raucherplatz, beziehungsweise nahm langsam die Tribünenplätze ein. The Hand of Glory vermischen unverschämt guten Death Metal, der mit starken Growls, supergeilen Riffs und schneller Doublebass heraussticht, mit Metalcore-Einflüssen, was dem ganzen Sound leider etwas die Härte nimmt.

{image}Nach einer kurzen Umbaupause war die Halle plötzlich voll. Ohne große Ansprache begannen Amon Amarth mit ihrem bekanntesten Lied Death in Fire. Amon Amarth spielten einiges vom neuen Album Twilight of the Thundergod, aber auch altes Material. Alles passt zusammen, da sich der typische Stil von Amon Amarth durch alle Alben zieht. Erstaunlich viele Death- und Viking-Fans waren unter der Horde von Slayer-Anhängern auszumachen, und so kam es dazu, dass nach dem Auftritt von Amon Amarth die Tribüne sehr schnell überfüllt war, und selbst die Treppen als Sitzmöglichkeiten genutzt wurden.

Nun betrat Trivium die Bühne, die letzte Band vor dem Hauptact – extrem laut, sehr gut gespielte Drums und viele Soli, kombiniert mit hochwertigen Growls und Screams. Dazu kommt die deutliche Metalcore-Vergangenheit von Trivium, die die Musik der Band mit gelegentliche Shouts und hörbaren Aggressionen durchsetzt, welche die Musiker selbst allerdings gelegentlich auch mal aus dem Takt schleudern. Wenn man dies ignoriert und darüber hinwegsieht, dass die Bühnenshow neben den präzise gespielten Soli und der beeindruckenden Lichtshow aussah wie von einer Horde Hyperaktiver inszeniert – durch tausende von ruckartige Bewegungen und verrücktes Herumfuchteln mit den Händen – dann muss man von einem beeindruckenden Auftritt sprechen!

{image}Dann war es endlich soweit: Das Intro des Hauptacts wurde eingespielt. Die Bühne war mit einem weißen Vorhang verdeckt, auf den abwechselnd Drudenfüße und Slayer-Schriftzüge projeziert wurden. Nach dem Intro fiel der Vorhang und Slayer begannen damit, das brüllende Publikum mit ihrem harten und schnellen Thrash-Metal zu füttern. Eine markante Veränderung auf der Bühne hatte sich während des Umbaus abgespielt: Eine riesige Lichterwand spielte jetzt Videos im Hintergrund ab und 30 riesige Gitarrenverstärker zierten das Drumset links und rechts. Etwas verwirrend war die Tatsache, dass Slayer im Vergleich zu Trivium deutlich leiser abgemischt waren. Hatte man sich gerade noch an den die Brust eindrückenden Bass gewöhnt, konnte man nun wieder freier atmen und mitsingen, was mindestens die halbe Halle auch eifrig tat. Kerry King stand, typisch für Slayer, in seiner Ecke und hämmerte auf seine Gitarre ein: geniale Klänge kamen aus der Axt der Kultfigur. Bei einem Slayer-Auftritt durfte natürlich auch Reign in Blood nicht fehlen, ein Klassiker, der von der gesamten Halle gefeiert wurde.

Nach ihrem Auftritt und kurz nach dem Beginn der Zugabe-Rufe standen die Vier schon wieder auf der Bühne und spielten noch zwei Songs – etwas schmächtig für eine so groß gefeierte Band. Jedoch tat dies dem Abend keinen allzu großen Schaden an, denn der war insgesamt gelungen. Der Eindruck bleibt was man ohnehin schon wusste, nämlich dass Slayer die gesamte Metal-Szene geprägt hat und fast schon eine eigene Musikära erschuf. An diesem Abend in Offenbach traf man Fans aus allen Altersklassen und aus allen Ländern. Sogar Fans aus den USA haben die Band nach Europa begleitet. Alle waren sehr froh, Slayer noch einmal live gesehen zu haben. Jetzt heisst es aber erstmal: voraussichtlich zwei Jahre warten auf die "Unholy Alliance Part 4".

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