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Ragnarök's Aaskereia Festival: Alestorm © Rudi Brand

Was hat es damit auf sich? "Ragnarök", Deutschlands erstes und wohl auch größtes Pagan-Metal-Festival und "Napalm Records" schicken 5 Bands auf Tour und vergeben der Angelegenheit einen mysteriösen Namen: "Ragnarök's Aaskereia Festival Tour". "Aaskereia" ist wie "Ragnarök" ein Begriff aus der germanischen Mythologie und bedeutet "Die Wilde Jagd". Unter diesem Motto zogen die Bands durch die kalten Oktobernächte.

{image}Die Bands, die in der Szene größtenteils schon sehr bekannt sind, begeistern mit Musik aus den Bereichen Folk-, Viking- und Pagan-Metal. "Napalm Records" stellen ihre Piraten-Metaller Alestorm aus Schottland an, die dänischen Folk-Metal-Heiden Svartsot, die östreicher Hollenthon, die eine Mischung aus melodischem Folk, Black und Death Metal spielen, sowie den Wikinger-Headliner Týr, der mit progressivem Folk-Metal und endlos langen Soli die Meute zum beben bringt. Das Label "Trollzorn" unterstützt die 4 Bands tatkräftig mit der Litauer Meute Gwydion, die keltischen Viking Folk-Metal mit Black-Metal verbinden.

Mit diesem Vorwissen begaben wir uns am vergangenen Donnerstag nach Frankfurt in den Club Nachtleben. Kurz nachdem man den Konzertkeller betreten hatte, erblickte man eine Meute von Neuzeit-Wikingern, die den Raum füllten. Überpünktlich begann die erste Band Gwydion mit dem Aufheizen der Meute: schnelle Riffs, ein Akkordeon-Sound aus dem Keyboard und teils klarer Gesang, welcher sich mit Schlachtgebrüll verbindet, ließen die Fans ihr Haar schütteln. Der Humppa-Anteil ihrer Musik ist kaum zu überhören, so kam es dazu, dass sich einige Tanzparts in ihren Lieder befanden, die vom Publikum sofort genutzt wurden.

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Nach einer leider recht kurz gehaltenen Spielzeit dieser wundervollen Band waren die Heiden von Svartsot an der Reihe. Nach einer wirklich sehr kurzen Umbaupause stürmte die Band auf die Bühne und beglückte das Publikum. Weitaus aggressiverer Gesang, teils gescreamt, teils gegrowlt – das ließ das Publikum mitgrölen und tanzen. Das Tanzen wurde am ganzen Abend von den headbangenden Fans super toleriert und unterstützt, etwas, das sich leider nicht immer von Konzerte diesen Genres sagen lässt. Eines der Lieder wurde sogar von einer Flöte begleitet, wenn diese auch aus dem Keyboard des Alestorm-Sängers und Keyboarders Chris erklang. Mit Sicherheit ein guter neuer Aspekt für die Band, man kann auf einen Ausbau dieser Klänge in der Zukunft nur hoffen.

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Als auch Svartsot nach ihrem letzten Lied die Bühne verließen und eine wiederum kurze Umbaupause die Bühne seetauglich machte, betraten die Piraten Alestorm die Bühne. Bei Alestorm, von vielen Genre-Liebhabern als die Newcomer des Jahres angesehen, war ohne Frage die beste Stimmung. Musik, die klingt wie "der Fluch der Karibik", nur etwas härter, schneller und tanzbarer, lässt keinen Folk-Metaller auf dem Boden. Dementsprechend wurden die Trinklieder mehr als nur lautstark mitgegröhlt, die Tanzparts mehr als nur genutzt und sehr viel geschunkelt, wie das auf einem Piratenschiff eben so üblich ist. Die Band, die durch ihren auffallenden schottischen Akzent einen sehr passenden klaren Gesang zu der instrumentalen Seite lieferte, war – wie man auch an dem danach etwas weniger gefüllten Saal sehen konnte – der gefühlte Hauptact.

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Nach Alestorm kamen die eher düster klingenden Musiker von Hollenthon auf die Bühne. Ab diesem Moment sah man fast nur noch das Haupthaar der Fans fliegen, zum Tanzen gab es jetzt nicht mehr viel, bis auf einen kurzen Part bei der Coverversion des Songs Wild Rover, gespielt von Týr. Hervorragend die melodischen Einflüsse bei Hollenthon – leider kamen diese live jedoch vom Band, noch nicht einmal vom Keyboard, was etwas enttäuschte. Nach Hollenthon dann der große Makel des Abends: Eine durch technische Schwierigkeiten sehr lange Umbaupause. Der Haustechniker musste ausgerufen werden. Nach einer Weile war er dann vor Ort und bastelte mit den Tour-Tontechnikern eine Alternative, die das Problem behob.

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Nach einer kleinen Sicherheits-Bitte von Seiten der Band, dass die Bühne ihnen gehöre und die Monitor-Lautsprecher bitte nicht verschoben werden sollen, begann endlich der eigentliche Hauptact. Týr spielte alte sowie neuere Songs vom jüngsten Album, und natürlich den Superhit Hail to the Hammer!. Die 4 Musiker von den Färöer Inseln boten sehr ruhigen und ausgeglichenen Viking Metal. Dementsprechend wurde es in den Reihen des Publikums umso ausgelassener, als Týr den irischen Folksong The Wild Rover coverte. Viele Versionen dieses Liedes kursieren, jedoch keine, die trotz einer vollständig eigenen Interpretation immer noch so irisch klingt. Nach einer Stunde Spielzeit verließ schließlich auch Tyr die Bühne und die Fans machten sich auf den Heimweg. Wir hoffen auf eine ähnliche Tour im nächsten Jahr, denn dieser Abend hatte sich auf jeden Fall für alle gelohnt: Super Bands, ausgeglichen in ihren Stilrichtungen und eine klasse Stimmung, wofür sowohl die Fans in Frankfurt als auch die Bands ihren Teil beigetragen haben!

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