Ben Weaver

Ben Weaver

Vor kurzem stand uns Ben Weaver zum Interview bereit, um unter anderem über sein neues und siebtes Studioalbum "The Ax In The Oak" zu sprechen. Dort erzählte er, dass er alle seinen neuen Songs in Berlin geschrieben hat. Nun kehrte er dorthin zurück, um im Café Zapata des Kunsthauses Tacheles die Zuschauer einmal mehr mit seiner träumerischen und melancholisch-nachdenklichen Musik zu begeistern.

{image}Im Leben des amerikanischen Songwriters Ben Weaver dreht sich alles um die Kunst. Ob es das Dichten oder Musikmachen ist: Wenn er eine Idee hat, stoppt er seine bisherige Beschäftigung und widmet sich dem für ihn ertragreicheren, kreativen Prozess. So entstanden in den letzten Jahren nicht nur sieben Studioalben, sondern auch Gedichtbände wurden von ihm veröffentlicht. Als Dichter sind für ihn in der Musik dann natürlich auch die Texte entscheidend. Denn wie er in unserem Interview meinte, "steht und fällt ein Song mit seinen Texten". Sein bislang siebtes und letztes Album The Ax In The Oak hat er in Berlin aufgenommen und so passt es dann auch perfekt, dass der vielseitige Künstler an diesem Abend in dem von vielen Künstlern als Atelier genutzten Kunsthaus Tacheles in Berlin, genauer in deren Club "Cafe Zapata", auftritt. Das Zapata zeichnet sich durch eine Reihe von Holztischen aus, die als Sitzecken dienen und damit eine geborgene und gemütliche Atmosphäre schaffen. Das eignet sich bestens zur seichten, etwas melancholisch-nachdenklichen Grundstimmung in der Musik Ben Weavers. Denn besonders, wenn draußen ein ungemütliches Nieselregen-Wetter vorherrscht, fühlt man sich hier besonders wohl.

{image}Begrüßt werden Ben Weaver und seine Band, bestehend aus lediglich einem Bassisten und Schlagzeuger, dann gleich zu Beginn mit einer Feuerfontäne, die an einem Kunstbaum an der Bar angebracht ist. Der sein Haar fast schulterlang tragende Ben Weaver trägt hierbei ein kariertes, dem Wetter angemessenes, kuscheliges Hemd und der Bassist hat sich mit einer Mütze etwas winterlich eingekleidet. Gemütlich haben es sich auch einige Fans gemacht, die auf Tischen sitzend, andächtig und still, den ruhigen Klängen der country-beseelten Musik Ben Weavers lauschen. Ein Zuschauer hat sich sogar genau vor die Bühne gesetzt, wo er genüsslich ein Pizzastück verzehrt.

{image}Die zwar melancholisch-nachdenklichen, träumerischen, aber dennoch auch hoffnungsvollen Melodien, trägt Ben Weaver hier mit sanfter und leicht-rauchiger Stimme vor. Sein Blick richtet sich dabei geradeaus auf einen festen Punkt in der Mitte des Clubs, als würde er gerade die Geschichten, die er in seinen Texten erzählt, nochmal vor seinem Auge ablaufen lassen oder als Film auf einer Leinwand sehen können. Auch der Bassist scheint sich in eine andere Gedankenwelt verabschiedet zu haben. Während er sein Instrument spielt, schaut er die gesamte Zeit auf den Boden und geht nur mit seinem Körper den Melodien nach. So wirkt er dann auch etwas verwirrt, als ihn Ben Weaver während des Sets kurz anspricht. Der Bassist schaut ihn fragend an und blickt dann etwas lachend und schüchtern ins Publikum. Der Schlagzeuger wiederum streichelt währenddessen, passend zu der ruhigen Musik, weiter seicht und zischelnd seine Drumsticks über das Schlagzeug, den Kopf stets oft nach unten gebeugt, um auch den leisesten Klängen seines Instruments den nötigen Ausdruck zu verpassen. Schließlich setzt sich Ben Weaver dann an das Keyboard, um mit leicht überschwänglicher Stimme den einflüsternden Song Out Behind The House zu performen.

{image}Ansagen oder kleine Randgeschichten erzählen, das tut Ben Weaver an diesem Abend selten, da es – wie er am Ende des Konzerts sagt – einfach Tage gäbe, wo er nicht wisse, was er erzählen solle. Dafür entschädigt er das Publikum dann aber mit einer kleinen Lesung von selbst geschriebenen Gedichten aus seinem Buch, welches er zusammengestellt hat, um seine Zeit sinnvoll zu vertreiben. Diese heißen dann z.B. "Nature of talking" und sind oft kurze, amüsante Dichtereien. Nur bei einem Gedicht meint er etwas sarkastisch, dass jetzt ein so langes Gedicht käme, dass es ihn nicht wundere, wenn man dabei einschlafen würde. Das ist dann allerdings doch etwas übertrieben. Und schließlich trägt er auch noch einige Songs ganz alleine mit seiner Gitarre vor, bevor er und seine Band mit dem Titelstück des neuen Albums The Ax In The Oak die kleine Bühne verlässt. Doch mit einer weiteren Feuerfontäne aus den Wipfeln des Kunstbaumes an der Theke, die den Schlagzeuger sichtlich etwas verwirrt und er sich hier wohl fragt, wo dieses kurzzeitige Aufleuchten denn herkam, kommen sie noch einmal für drei Zugaben zurück. Schließlich steht Ben Weaver dann noch einmal ganz alleine auf der Bühne und wird von den großteils erwachsenen und älteren Zuschauern mit viel Applaus bejubelt.

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