RuCa Open Air

RuCa Open Air

Letzten Freitag fand zum zweiten Mal das RuCa (Ruperto Carola) Open Air in Heidelberg statt. Den Zuschauern wurde bei bestem Wetter ein bunter Mix aus Indie, Folk, Rock, Punk-Rock und Crossover geboten. Sechs Bands heizten den Anwesenden im Zollhofgarten und in der Halle-02 ein!

{image}Der Zollhofgarten hat seinen ganz eigenen Charme. Inmitten ehemaliger Gleisanlagen liegt ein langgezogenes Gelände, auf welchem ein Swimmingpool, ein Volleyballfeld und eine Chill-out-Area mit Liegestühlen und Sand zum verweilen einladen. Zielgruppen der selbsternannten "urbanen Oase" sind vor allem Studenten, aber auch junge Familien mit Kleinkindern können auf den Spielanlagen gesichtet werden. Am letzten Freitag gab es zusätzlich noch ein bisschen mehr zu bewundern. Bei perfektem Wetter und einem herrlichen Sonnenuntergang jamten 5 Bands. Keine Selbstverständlichkeit, denn im letzten Jahr musste die Veranstaltung in die Halle verlegt werden, da starker Regen einsetzte. Leider traktierte die Sonne zuvor die Zuschauer aus der denkbar schlechtesten Richtung, nämlich von hinter der Bühne. Den Start machten diesmal die Folk-/Rockmusiker Moonbird. Es wird wohl an der noch frühen Stunde gelegen haben, dass sich leider nur wenige Zuschauer einfanden, um die gerade einmal seit knapp einem Jahr zusammenspielende Truppe, die sich auch auf funkige Elemente versteht, mitzuerleben. Trotz kleinerer Schwierigkeiten schlugen sich die Drei wacker. Das umfassende Musikrepertoire von Rock über Folk bis zu Jazz und Blues belohnte die wenigen Zuschauer für ihr frühes Kommen. Einsatz zeigte vor allem Sänger Matthias Rongisch, der es sich nicht nehmen ließ in das Publikum zu springen, um die Anwesenden persönlich zum Mitsingen aufzufordern.

{image}Der nächste Act, gOOD mORNING fRIDGE bUZZ, bildete einen starken Kontrast zum Opener. Bei teilweise rein instrumentalen Tracks oder dem atmosphärisch-melancholischen Gesang, welcher schon fast in der Musik unterzugehen drohte, ließ es sich bestens Chillen. Kein Wunder, regt der melodiebetonte galaktische Sound, durch Kontraste bestimmt, doch zum Träumen an. Weiter ging es dann, vor der schon etwas stärker bevölkerten Bühne, mit den Jungs von PARKA. Mit ihren energiegeladenen deutschen Texten, welche mit Rock und Indie-Powerpop unterlegt werden, gaben sie der Veranstaltung schon einen professionelleren Touch. Das lässt sich wohl darauf zurückführen, dass die drei Kölner schon mit Revolverheld und Die Happy auf einer Bühne standen und sie letztes Jahr den Deutschen Rock Preis gewannen.

{image}Den ersten Höhepunkt durften die Anwesenden dann beim Auftritt der Lokalmatadore Still Drift erleben. Die spaßig, punkige Musik der Indie-Funkrocker motivierte zum Mitmachen und die Kommentare und Aufrufe des Frontmanns Thorsten Heilig brachten das ganze Event zum ersten Mal so richtig in Fahrt. Es wurde getanzt, The Grosser von Fettes Brot angestimmt und die Band konnte sogar mit einer richtigen Choreographie aufwarten, die gerne vom Publikum adaptiert wurde. Sie lassen einfach keine schlechte Laune zu und hatten die Stimmung die ganze Zeit voll unter Kontrolle. Das alles macht Still Drift mittlerweile auch schon republikbekannt, traten sie doch schon als Support von Maximo Park auf und spielten Shows mit Silbermond, den Fantastischen Vier, Sportfreunde Stiller und Kettcar. Außerdem können sie sich rühmen Gewinner der Coca-Cola-Soundwave-Tour zu sein und auf dem legendären melt!-Festival gespielt zu haben.

{image}Die Ehre, den Abend im Freien abzuschließen, hatten AKa Frontage aus Karlsruhe. Die 7-köpfige Truppe, die in ihrem Crossover-Sound von Rock über Hip-Hop bis zu Metal viele verschiedene Elemente vereint, bildete auch den absoluten Höhepunkt des Abends. Die intelligenten Texte und der mitreisende Sound ließen keinen der Anwesenden mehr still da stehen. Bei wildem Getanze und Gehüpfe kam die Menge so richtig zum kochen und es war kein Halten mehr. Das absolute Finale! Wer darauf brennt AKa Frontage wiederzusehen, sollte sich schon einmal den Freitag bei "Das Fest" in Karlsruhe rot im Kalender anstreichen.

{image}Wem das alles noch nicht genug war, der konnte sich zur Afterschow-Party in die Halle-02 begeben, wo dann noch die über regioactive.de in einer Communitywahl aus 250 Bands der Region für diesen Gig gevotete Band Abenteuer Wildnis auftraten und Autogrammsessions stattfanden. Will man das Ganze bilanzieren, bleibt zu sagen, dass das RuCa-Festival in Heidelberg mit Bands verschiedenster Musikstile überzeugt hat. Einzig an den Zuschauerzahlen gab es etwas zu bemängeln, was aber auf das erst 2-jährige Bestehen und das geringe Budget für Werbung des – von Studenten organisierten – Festivals zurückzuführen ist. So soll dies als Aufruf an alle verstanden werden, beim nächsten RuCa Open Air für dichteres Gedränge  zu sorgen!

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