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Linkin Park (live in Mannheim, 2008) © Jonathan Kloß

Die SAP Arena war mit 10500 Besuchern nicht ganz ausverkauft, doch das Publikum machte Lärm, als ob noch tausende mehr in der Halle wären. Eingefleischte Fans trafen auf Linkin Park-Neulinge und hörten gemeinsam alte und neue Songs. Der einzige Makel: das Konzert war irgendwann zu Ende! Die Band gab alles. Über eine Dauer von insgesamt eineinhalb Stunden haben die Frontmänner Chester Bennington und Mike Shinoda gesungen, gerappt und gescreamt was das Zeug hielt. Auch der Support-Act Enter Shikari überzeugte.

Enter Shikari aus London legten um viertel nach Sieben am vergangenen Dienstag Abend los: Sie traten mit Synthesizer-Techno und abwechslend entweder harten Screams oder Gesang vor das sich langsam sammelnde Publikum. Sänger Rou Reynolds fegte von einer Seite der Bühne auf die andere, sprang wild herum und war permanent in Bewegung. Aber die Stimme versagte kein einziges Mal und von Ermüdung war keine Spur.

"Labyrinth" kam sehr stark, aber nichts kann "Sorry, Your Not A Winner" toppen. Enter Shikari arbeiten gerade an neuen Songs und davon hatte sich auch einer in die Setliste der Band geschlichen. Beendet haben sie ihre knapp 45minütige Show mit "OK, Time For Plan B", was man auch als einen kleinen ironischen Wink auf Linkin Park verstehen kann, wenn man denn will. Sie waren, wie schon als Support für Billy Talent im Februar 2007, ein grandioser Opener, der dem Publikum ordentlich einheizte.

Nach einer guten halben Stunde Umbaupause traten Linkin Park pünktlich um halb neun auf die Bühne und wurden vom Publikum lautstark begrüßt.

Schlagzeug und Mischpult waren erhöht, dazwischen war eine kleine Treppe aufgebaut, so dass man jederzeit alle sechs Bandmitglieder ohne Probleme und von jeder Sitz- oder Stehposition aus perfekt sehen konnte – selbst wenn sie von der Seite in den oberen Rängen oder den hinteren Blöcken nur als kleine Menschen auszumachen waren, die sich bewegten und ihre Instrumente spielten. Aber zum Glück sind Linkin Park so bekannt, dass hoffentlich jeder einzelne Zuschauer weiß, wie sie aussehen.

Dafür war der Sound in der SAP Arena überragend. Linkin Park starteten ihre 21 Lieder umfassende Setliste – einschließlich vier Liedern Zugabe – mit "No More Sorrow" und dem dazugehörigen Albumintro, was schon den ersten Teil des sitzenden Publikums zum Stehen anregte. Und spätestens bei ihrem fünften Titel "Given Up" gab es kein Halten mehr und die komplette Halle war in Bewegung.

Während dem Song "Shadow Of The Day" standen Brad Delson und Dave "Phoenix" Farrell auf oben erwähnter Treppe und unterhielten sich ganz entspannt, während sie spielten. Aber wieso auch nicht, denn Chester Benningten zog eh alle Blicke auf sich und Linkin Park beweisen damit nur, dass sie jede Show im Schlaf spielen könnten.

"Breaking The Habit" ist besonders erwähnenswert: Während man in vielen Konzertmitschnitten schon gesehen hat, dass der Anfang meistens von Bennington acapella gesungen wird und danach erst die Band einsteigt, um den Song dann komplett von Anfang an zu spielen, haben sie es in Mannheim genau umgekehrt gemacht. Ein von Anfang bis Ende gespielter Song, dessen Ende dann acapella gesungen wurde und der mit dem größten Einzelapplaus gewürdigt wurde.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt war das Publikum nicht mehr zu halten und sprang, klatschte und sang mit, was im Bereich des Möglichen war. Dabei machte es keinen Unterschied, ob Lieder der ersten zwei Alben oder des so teilweise unterschiedlichen dritten Albums "Minutes To Midnight" gespielt wurden.

Die Songauswahl war treffsicher und keiner der bekannten Titel hat gefehlt. Nach einer Stunde und zehn Minuten endete das Konzert mit einer fantastischen Dreierauswahl: Zuerst "What I've Done", danach "In The End" und zum Schluss "Bleed It Out", das gleichzeitig ein Schlagzeugsolo von Rob Bourdon mit sich brachte.

Nach dem obligatorischen frenetischen Klatschen kamen Linkin Park für vier Zugaben noch einmal auf die Bühne, um dem extrem aufgeheizten Publikum den Rest zu geben. Nach guten eineinhalb Stunden verabschiedeten sie sich endgültig und ließen ein glückliches und zufriedenes Publikum zurück.

Setliste Linkin Park am 24.06.2008 in Mannheim

No More Sorrow – Lying From You – Somewhere I Belong – Wake – Given Up – Papercut – Points Of Authority – In Piece – Numb – Pushing Me Away – Breaking The Habit – Shadow Of The Day – Crawling – Leave Out All The Rest – What I've Done – In The End – Bleed It Out

Zugaben: Cure For The Itch – A Place For My Head – Faint – One Step Closer

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