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Regenwetter während The Streets bei Rock im Park 2008

Auch 2008 tummelten sich rund 65000 Menschen vom 6.-8. Juni beim restlos ausverkauften Festival Rock im Park. Mit den Headlinern Die Toten Hosen, Rage Against The Machine und Metallica, sowie einer Vielzahl von weiteren Top-Bands, wurde ein absolutes Hammerprogramm geboten, das (wenn überhaupt) nur von den heftigen Unwettern, die zum Angriff auf das Festivalgelände geblasen hatten, beeinträchtigt werden konnte.

{image}Tag 1: Den Anfang am Freitag machten die Pop-Rocker (böse Zungen mögen sie auch Boyband nennen) Simple Plan mit Liedern wie When I'm Gone, Your Love Is A Lie und Me Against The World. Die Jungs hatten viel Spaß auf der Bühne, was sie durch eine exzellente Performance zeigten, und waren sich auch für eine Begrabsch-Runde beim Publikum nicht zu schade. Das Country-Rock Urgestein Kid Rock trug den "American Way of Life" aufs Festivalgelände, zeigte mit viel Spielfreude bei Songs wie American Badass und Cowboy, dass er ein echter "badass" ist und sorgte mit seinen attraktiven Backgroundtänzerinnen für Gegröhle im Publikum. Sein aktueller Hit All Summer Long ist zudem eine gelungene Hommage an Sweet Home Alabama. Sportfreunde Stiller lieferten vor 2 Jahren die WM-Hymne schlechthin und seither hat sich bei ihnen einiges getan. Letztes Jahr veröffentlichten sie ihr neues und bisher erfolgreichstes Album La Bum und sind diesen Sommer auf allen großen Festivals unterwegs. Mit Chartsongs wie Ich Roque, Ein Kompliment und 1. Wahl zeigten sie bei Rock im Park erneut, warum sie die beste Abi-Band der Welt sind. Frontmann Campino von den Toten Hosen bot trotz Gipsbein einen hervorragenden Auftritt. Bei den klassischen Hosen-Hymnen Hier kommt Alex, Alles aus Liebe, Bis zum bitteren Ende und Zehn kleine Jägermeister gröhlte die Menge fleißig mit. Der Weg verursachte so manches feuchtes Auge beim Publikum und viele stimmten zu, dass sie nie zum FC Bayern München gehen würden. Danach gings direkt rüber zur Alternastage und Jimmy Eat World. Auch wenn die Band mittlerweile etwas demotiviert und austauschbar wirkte, war das Publikum begeistert. Finnlands wichtigster Musik-Export HIM rund um Frontmann Ville Valo war ebenfalls bei Rock im Park vertreten und brachte die Frauenherzen mit Love Metal-Liedern wie Join Me wieder reihenweise zum Schmelzen. Direkt im Anschluss standen Queens Of The Stone Age auf der Bühne, die ihre überragenden Live-Qualitäten unter Beweis stellten und mit Hits wie Little Sister den krönenden Abschluss des Abends bildeten.

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Tag 2: Die sieben Jungs von Culcha Candela kommen aus den verschiedensten Ecken der Welt, tüfteln in Berlin an ihrer bunten Mischung aus Reggae und HipHop und konnten mit der Single Hamma! 2007 ihren bisher größten Erfolg feiern. Bei Rock im Park sorgten sie mit diesem und weiteren Partyhits wie Hey DJ und Partybus für ordentlich Stimmung in der Menge. Ex-Bush Frontmann und Ehegatte von Gwen Stefani, Gavin Rossdale, hatte sein neues Album Wanderlust im Gepäck und Mike Skinner von The Streets lieferte gewohnt guten Birminghamer Rap. Danach fegten Fettes Brot trotz Unwetter extrem gut gelaunt über die Centerstage und verbreiteten nicht nur mit ihrer aktuellen Single Bettina, sondern auch mit den Ohrwürmern The Grosser, Automatikpistole, Emanuela und vor allem mit Schwule Mädchen reichlich Partylaune.

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Auf der Alternastage rockten die New Yorker Coheed & Cambria derweil ordentlich ab. Extrem laut gings dort mit den Emo-Alternative-Rockern Bullet For My Valentine weiter, die beinahe über das gesamte Festivalgelände zu hören waren. 4 Words wurden ebenso in die Köpfe der Fans gebrüllt, wie auch die aktuelle Single Waking The Demon vom Album Scream Aim Fire. Incubus hatten schon 2005 bei Rock im Park gespielt und besuchten dieses Jahr erneut die Centerstage. Dem Publikum wurde ausschließlich bekannte Kost geboten, da die Band seit Light Grenades vor zwei Jahren bis dato kein neues Album mehr veröffentlicht hat. Rage Against The Machine kehrten nach jahrelanger Live-Abstinenz aus dem Exil zurück und boten dem Publikum genau das, was es erwartet hatte: Guerilla Radio. Aber auch Bullet In Your Head, Killing In The Name und Testify wurden nicht vergessen. Wer dachte, Bullet For My Valentine hätten den Lautstärkeregler schon bis zum Anschlag gedreht, wurde beim Auftritt von The Prodigy eines besseren belehrt. Die Kracher Firestarter, Spitfire und Smack My Bitch Up sprengten jeden Ohrstöpsel und brachten den Campingplatz mit satten Bässen zum Beben, während eine explosive Live-Show allererster Güte abgefackelt wurde.

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Tag 3: Spätestens als Disturbed-Sänger David Draiman im Hannibal Lecter-Outfit auf die Bühne gekarrt wurde, war jedem klar: Ein grandioser Auftritt steht bevor. Und die Erwartungen wurden bei The Sickness, Stupify und The Game noch bei weitem übertroffen. Zudem hatte die Band noch die beiden neuen Lieder Inside The Fire und Perfect Insanity vom aktuellen Album Indestructible im Gepäck. Passend zum erneuten Regenwetter boten Nightwish einen eher enttäuschenden Auftritt. Die neue Sängerin konnte weder stimmlich noch in Bezug auf die Bühnenpräsenz mit Tarja Turunen mithalten. Mit Sonnenbrille und Sommerkleidchen versuchte sie sich an Klassikern der Band wie Dark Chest Of Wonders, Siren und Wish I Had An Angel, konnte aber leider nicht wirklich überzeugen. Da konnten auch die schicken Pyro-Effekte nicht mehr viel retten. The Offspring waren an diesem Nachmittag mit brauner Jacke und Basecap getarnt als Rentner zu Rock im Park angereist und boten dem Publikum neben den Top-Hits Self Esteem, Pretty Fly, The Kids Aren't Alright und Original Prankster auch Einblicke in ihr neues Album Rise And Fall, Rage And Grace. Auch wenn sie qualitativ beinahe Albumniveau erreichten, machten sie viel Stimmung durch ihre Unmotiviertheit und Routiniertheit kaputt.

Für viele war sowieso Metallica das Highlight des gesamten Festivals. Als Headliner des Sonntags und letzte Band auf der Centerstage waren die Erwartungen an die Metal-Urgesteine sehr hoch gesteckt. Und Sänger James Hetfield enttäuschte natürlich niemanden: Seltsamerweise wurde zwar kein Lied vom letzten Album St. Anger gespielt, dafür überzeugten metallische Klassiker wie One, Enter Sandman, Nothing Else Matters und The Four Horsemen auf ganzer Linie.

 

Das Fazit zu Rock im Park 2008 kann also nur lauten: Ein absolut gelungenes Festival mit perfekter Organisation, dickes Lob an die Veranstalter! Nächstes Jahr dann bitte wieder ohne Hagelstürme und Blitzschlag und dafür mit viel Sonne, wie schon 2007.

 

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