© The Bonny Situation

Immer mehr Musikfans werden auf The Bonny Situation aus Duisburg aufmerksam. Durch das "New Challenge Days"-Voting auf regioactive.de kamen sie zu einem Booking- und Managementdeal und auch sonst ist vieles bei ihnen in Bewegung. Doch bevor sie ihren endgültigen Durchbruch haben, wechselten wir mit dem symphatischen Drummer Beray Habip noch ein paar offene Worte zum aktuellen Stand der Dinge. Er verschaffte uns Einblick in die Welt der "Bonnies". Wie diese aussieht, das erfahrt ihr im folgenden Portrait.

{image}Bei der Vielzahl der guten Newcomer-Bands ist es heutzutage ziemlich schwer, nicht unterzugehen und sich an der Oberfläche zu behaupten. Auch im Ruhrpott, genauer gesagt in der Region um Duisburg, gibt sie es massenweise: gute wie schlechte Bands gleichermaßen. Einen regelrechten Kampf liefern sich viele Bands auf Contests, von denen es bekannterweise zahllose gibt. Und bei Vielen kommt es auf die mitgebrachten Fans und die Abstimmung per Handzeichen und nicht auf die qualitativ hochwertigste Band an. "Solche Frechheiten der Contest-Maschinerie sollte man wirklich verbieten. Es gibt leider viel zu wenige ernst zu nehmende Contests", meint auch Beray Habip, Drummer von The Bonny Situation. Viel lieber nahmen sie – erfolgreich – an dem bis dato größten Wettbewerb auf regioactive.de teil, den New Challenge Days.

Aus über 600 Bewerbungen wurden durch die Jury, bestehend aus der regioactive.de-Redaktion und Mitarbeitern der Booking- und Managementagentur New Challenges, 12 Bands ausgesucht, die sich dann einem Online-Voting stellten. Zwar könnte man jetzt einwenden, dass bei einer solchen Wahl ebenfalls vieles durch eine große Fanbase entschieden wird. Andererseits können auch viele Menschen an einem Voting teilnehmen, die zuvor nichts mit einer der Bands zu tun hatten. Jedenfalls gingen die 6 Jungs von The Bonny Situation als Sieger aus dem Voting hervor und gewannen somit 1 Jahr professionelles Booking und Management durch New Challenges sowie mediale Begleitung durch regioactive.de. Bescheidenheit ist eine Tugend und so auch bei den "Bonnies" vorhanden, denn ihre Chancen hatten sie sich eher mager ausgerechnet, "da wir dachten, die Fans der anderen Bands würden uns in Grund und Boden nicht-wählen". Dass diese Selbsteinschätzung nicht geteilt wird, beweist Sven Robin von New Challenges, dem die Band so gut gefällt, dass er ihren Vertrag gleich auf 2 Jahre verlängerte.

{image}Wenn man Popularität beiseite lässt und sich nur auf den musikalischen Wert konzentriert, kann man zwischen ihrem Debütalbum Still Another Day To Come (2005 komplett in Eigenregie produziert) und der 6-Track EP Two Lazy Apes bei The Bonny Situation jede Menge Weiterentwicklung feststellen. Two Lazy Apes ist im Gegensatz zu Still Another Day To Come insgesamt softer gehalten, eingängige Musikkompositionen machen einen Großteil der Songs aus, was anfangs nicht nur auf Zustimmung stieß. Vor allem die Fans aus Anfangszeiten waren schockiert, doch diese Entwicklung war für die Band eine Notwendigkeit, um sich ihren Weg zu festigen. Die Strukturen sind klarer und geordneter, ohne jedoch die experimentellen Parts zu vernachlässigen, die den Sound der "Bonnies" ausmacht und immer wieder die Zuhörer überrascht. "Unsere Musik polarisiert. Und genau das braucht gute Musik!" Auf jeden Fall bedarf gute Musik auch einen guten Sänger und da haben The Bonny Situation mit Benjamin Peters einen Volltreffer gelandet. Eine kraftvolle Stimme und langgezogene Töne zu hohen Keyboardklängen, abgerundet durch Bass-Lines und Gitarrenriffs, so in etwa könnte man das Gesamtkunstwerk The Bonny Situation beschreiben.

An Selbstvertrauen mangelt es den Jungs jedenfalls nicht, was in ihrer Musik deutlich hörbar ist. "We don't need reflection / we don't care / it doesn't bother us / we don't dare to ask for help" aus Tangled Mass ist so ein Beispiel. Und in Buxus Musicus wird die Geschichte erfolgloser Musiker erzählt, die ein Angebot von "some guys from far away" erhalten, aber nicht wie viele andere in einer Musikbox enden wollen, da sie ihrer Musik und sich selbst treu bleiben wollen. Autobiografisch? Man kann nur vermuten. Keine Vermutung hingegen ist, dass alle Mitglieder ihre eigene Persönlichkeit in die Songs mit einbringen, was an den unterschiedlichsten Musikgeschmäckern und zudem an einem meist kollektiven Songwriting liegt. Sollte man sich einmal doch nicht einig sein können, dann können ein paar von den Jungs ihre Ideen auch anderweitig an den Mann bringen: Gitarrist Andreas Klees spielt Bass bei Thalamus und Beray Habip ist auch Drummer von Trustgame. Vollblutmusiker sind alle durch und durch: "Bei jedem ist klar, dass Musik sehr zentral ist und bleiben wird".

{image}Einen kleinen Dämpfer gab es allerdings mit der Nachricht, dass ihr Showcase "New Challenge Days" in München schon zum zweiten Mal verschoben werden musste. Doch mit einer The Bonny Situation eigenen, positiven Einstellung ist auch das kein Grund zu Trübsal bei den Duisburgern. "Insgeheim haben wir uns sogar ein wenig gefreut, dass das Konzert ausgefallen ist, da wir so noch viel mehr Zeit haben, ein stärkeres Set mit noch stärkeren Songs präsentieren zu können." Bei dem angepeilten Termin Ende Mai hätten sie zusammen mit Benzin auftreten sollen. Persönlich kennen sich die Bands noch nicht, aber The Bonny Situation hatten sich schon via Netz über ihre Agenturkollegen erkundigt. "Die Songs sind edel und vor allem machen die ihre Sache richtig gut." Bei so viel Lob für andere Musiker wird umso mehr fleißig an neuen Songs gebastelt. Höchstwahrscheinlich wird nächstes Jahr ein neues Album aufgenommen. "Es gibt Pläne, extra für die Aufnahmen ins Ausland zu fahren und unser komplettes Recordingequipment mitzukarren. Ob die Platte dann tatsächlich wieder in Eigenregie produziert wird, ist noch nicht sicher. Viel mehr kann man aber nicht verraten."

Natürlich nicht, aber wir bedanken uns für die gegebenen Auskünfte und werden den Werdegang von The Bonny Situation weiter verfolgen.

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