MBWTEYP Ignorance&Vision 2008

MBWTEYP Ignorance&Vision 2008 © Ass Hammer Records

Nach vier Jahren Bandgeschichte ist es endlich soweit. My Baby Wants To Eat Your Pussy veröffentlichen am 23. Mai ihr erstes Album. "Ignorance & Vision" heißt das Werk, welches im Rahmen der anstehenden Deutschland-Tournee promoted wird. regioactive.de präsentiert die gesamte Tour der Band. Und das aus gutem Grund, wie sicher all diejenigen wissen, die bereits das Vergnügen hatten, diese Band live zu sehen. Wir wollten wissen, ob die CD mithalten kann und haben sie für euch aufgelegt.

{image}Livekonzerte scheinen das natürliche Umfeld von My Baby Wants To Eat Your Pussy zu sein. Für alle, die ein solches bisher verpasst haben sollten, bieten wir hier einige Appetitanreger. Doch was ist es nun, das die Band auf ihrer anstehenden Tour durch Deutschland promoted? Klar, ein Debütalbum mit dem klangvollen Titel Ignorance & Vision. Das ist aber längst nicht alles. Immerhin hat sich die Band 4 Jahre Zeit gelassen, bis sie ihre erste Studioproduktion veröffentlicht. Mit Philipp Schwär haben MBWTEYP offensichtlich den richtigen Produzenten gefunden, der dem bislang auf der Bühne gelebten Anspruch gerecht wird. Das 18 Stücke umfassende "Popmusikexperiment" ist mit Sicherheit eine der interessantesten und kreativsten Neuerscheinungen so genannter Nachwuchsbands, die es 2008 in Deutschland geben wird. Hier noch von "Nachwuchsband" zu sprechen fällt schwer, aufgrund der musikalischen und konzeptionellen Reife, die dieses Album ausstrahlt.

Die stilistische Bandbreite ist enorm und wechselt oft innerhalb eines Songs, ohne diesen dabei zu stakkatohaft wirken zu lassen. Die einzelnen Stücke erscheinen musikalisch sehr rund und in sich geschlossen, lassen jedoch schnell einen thematischen Zusammenhang erahnen.

{image}Die Vielseitigkeit des Albums verführt den Hörer immer wieder, Schubladen zu öffnen, um die Band darin verschwinden zu lassen, was allerdings nie gelingt. Ignorance & Vision ist eine Reise durch verschiedene Genres und Epochen, auf der nach dem Motto "fusion means ignition" eine neue Dimension entsteht. Dass kurze Passagen zuweilen an bekannte Acts  erinnern, sollte vor allem als Stilmittel betrachtet werden. Zu groß ist das Repertoire der Band, als dass sie es nötig hätte, zu kopieren. Das rocklastige Album ist angereichert mit Pop-, Funk-, Jazz-, Country- und sogar Polkaelementen, wirkt hierbei aber nicht überladen. Im Gegenteil, die Genrewechsel äußern sich eher als willkommene Abwechslung und verleihen dem Gesamteindruck das gewisse Etwas. Ergänzt durch balladeske Einlagen mit orchestraler Untermalung gewinnt Ignorance & Vision stellenweise den Charakter einer modernen Rockoper, deren Protagonistin die Kunstfigur Sarah zu sein scheint. Das Gesamtwerk mit an alte Prog-Rock Zeiten erinnernden Titeln wie Don’t Tell a Soul, Sarah und So Deep wird final abgerundet durch das sehr theatralisch anmutende Impresario. Alles in allem ein akustisches "Bubblebath", welches Appetit auf mehr macht. Einzig die folkloristische Flöteneinlage Capital Letters wirft Fragen nach deren Daseinsberechtigung  auf, kann aber aufgrund ihrer Kürze verkraftet werden.

{image}Auch instrumental schöpfen die 6 Musiker um Mastermind und Sänger Ziggy Has Ardeur aus dem Vollen. Neben den Kerninstrumenten Gitarre (Diva Eva D), Bass (Donny Bella Luna), Keyboard (Mr. tightENG) und Schlagzeug (Ray Gattner) kommen u.a. Akkordeon, Orgel, Violine, Cello, Balkan-Gitarre sowie diverse Blasinstrumente zum Einsatz. Letztere sogar mit Unterstützung der Jazzgrößen Thomas Siffling (Trompete) und Olaf Schönborn (Saxophon). Chorale Einlagen werden u.a. von Ellen Klinghammer und Fatma Tazegül (Booty Jam) getragen. Nicht zu vergessen sei schließlich Debussy D’Eeper, die einzige Frau und zweite Stimme der Band, die sowohl im Duett mit Ziggy Has Ardeur als auch im Background überzeugt.

 

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{image}Mit Ignorance & Vision haben MBWTEYP sicher den Grundstein für einen weiteren wichtigen Karriereschritt gelegt. Nach zahlreichen Preisen, die sie bislang bei Festivals erhielten, war ein sauber produziertes und technisch perfektes Album die logische Folge. Ignorance & Vision hat sicher das Potenzial, mehr als das zu werden. Allerdings stellt das aufwändig produzierte Erstlingswerk sicherlich auch gewisse Anforderungen an den Hörer. Von leichter Kost kann hier keine Rede sein, weshalb der Zugang vereinzelt erst nach Mehrfachkonsum ermöglicht wird. Erfahrungsgemäß wirkt sich dieser Sachverhalt jedoch nicht schlecht auf die Nachhaltigkeit eines Albums aus.

Bleibt demnach zu hoffen, dass die Experimentierfreudigkeit der Band, die sich sicherheitshalber schon mal mit Künstlernamen ausgestattet hat, von Erfolg gekrönt sein wird und die Scheibe reißenden Absatz findet. Immerhin erwirbt man mit der CD ein liebevoll gestaltetes Hard Cover, welches Textmaterial sowie Fanposter beinhaltet. Schließlich soll das Album einen Ehrenplatz in der gut sortierten Sammlung einnehmen. Für ungesättigte Fans liegt zudem noch ein Coupon bei, mit dem auf der Herbsttournee 2008 eine Remix-CD erworben werden kann, auf der bislang ungenannte internationale Größen 8 Songs der "Pussys" interpretieren. Die Band versteht es, ständig im Gespräch zu bleiben, was nicht zuletzt auch die aufwändig gestaltete Webpräsenz www.mbwteyp.de unterstreicht.

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