Culcha Candela
Fotos: Marcel Benoit

Culcha Candela Fotos: Marcel Benoit © regioactive.de

Eine prall gefüllte Messehalle und jede Menge Menschen in Partystimmung. Mehr braucht man kaum für einen gelungenen Abend. Außer vielleicht... den Hauptact Culcha Candela auf der Bühne.

{image}Die Mehrheit der Anwesenden nutzte schon die Vorband Profetas, um sich warm zu tanzen. Das Duo gründete sich in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá mit dem Ziel, gegen die sozialen Ungerechtigkeiten Südamerikas Widerstand zu leisten. Ihre kritischen Texte, die sich pro der armen Menschen ihrer Stadt aussprechen, und die Musik sind weitestgehend von HipHop und Reggae beeinflusst, aber auch mit lateinamerikanischen und afrikanischen Rythmen vermischt. Durch ihre weit über Kolumbien hinaus bekannten Produktionen wurde ihnen die Ehre zuteil, einen der begehrten Shock-Awards mit nach Hause nehmen zu dürfen. Doch nun standen sie erst einmal in Stuttgarts Congresscentrum als Support-Act auf der Bühne und die Zuschauer waren mehr als begeistert. Bevor nun Culcha Candela die Bühne betreten sollten, nutzten alle die Umbaupause noch einmal zum Ausruhen oder um den Platz zu wechseln für eine noch bessere Sicht auf die Bühne. Es folgte ein sehr langes Intro. Das Publikum wurde immer lauter. Dann betraten die sieben Berliner nacheinander die Bühne.

Das Intro ging über in die aktuelle Single Chica und schon jetzt hatten Culcha Candela die Stuttgarter auf ihrer Seite. Kaum einer sang oder – mindestens – summte nicht mit. Die Band präsentierte einen bunten Mix ihrer drei Alben Union Verdadera, Next Generation und dem aktuellen Culcha Candela. Sie sangen Hits wie Tara, Solarenergie und African Children. Aber um der ganzen Stimmung noch einen drauf zu setzen, durfte der Partyhit Partybus und ihre "Nummer 1"-Single Hamma natürlich nicht fehlen.

{image}Zwischendurch ließen Culcha Candela kurzerhand die komplette Halle zu Boden gehen oder einfach nur springen. Der ein oder andere Zuhörer musste jedoch schmunzeln, als die sieben Jungs, welche schon auf ihrer letzten Tour mehr als 30.000 Besucher überzeugten, die komplette Halle zu einem Spaziergang einluden. Es sah durchaus komisch aus, wie das Publikum von links nach rechts durch die Messehalle lief. Es ist nicht gelogen, wenn man feststellt, dass jeder in den Culcha Candelas Bann gezogen wurde und dabei total vergaß, dass es schon recht spät am Abend war. Dennoch musste sich auch dieser Abend bald dem Ende neigen. Itchyban, Mr. Reedoo, Larsito, Don Cali, Lafrotino, Johnny Strange und DJ Chino verließen erst einmal die Bühne und von Seiten des Publikums wurde in laute Zugabe-Rufe eingestimmt. Auch wenn es etwas dauerte – sie kamen noch einmal zurück! Mit Next Generation begannen sie den letzten Teil des Konzerts. Doch was wäre ein Gig von Culcha Candela ohne den Hit Ey Dj? Es würde einfach etwas fehlen. Die Stuttgarter sahen es genauso und so stimmten die Jungs in diesen letzten Song ein. Bei Ey Dj sang und tanzte noch einmal jeder mit und ließ den Abend in der richtigen Stimmung ausklingen.

{image}Seit sich die Beats von Culcha Candela mehr in Richtung HipHop und eher weg vom Reggae entwickelt haben, mit einer noch organischeren Integration von Latino-Elementen, und sich die Band statt großen weltpolitischen Belangen eher ihren persönlichen Erfahrungen und Gefühlen widmet, gelingt es ihnen, dass die Konzerte ausverkauft sind und sie absolut hochgradige Stimmung in den Hallen verbreiten. Jeder wird während des Konzertes in eine solche Partystimmung mitgerissen, dass man den Drang verspürt, die ganze Nacht durchtanzen zu wollen. Aber jede Party geht einmal vorbei. Leider nicht für die vor der Halle wartende Polizei. Diese nahm wohl pauschal an, dass die Konzertgäste bei Culcha Candela den ein oder anderen Joint intus haben müssten. Dementsprechend musste man sich, bevor es endlich mit dem eigenen Fahrzeug in Richtung Heimat gehen konnte, ziemlich ungewöhnlichen Fragestellungen der schwäbischen Polizei unterziehen.

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