Seal (Rosengarten Mannheim 2007)
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Seal (Rosengarten Mannheim 2007) Photos: Jonathan Kloß © regioactive.de

Seal ist ein Pop-Künstler, der bereits einige Hits und Auszeichnungen auf seinem Haben-Konto verbuchen kann: Grammy-Awards, Brit-Award, Bambi und andere. Dazu seit 1990 mehrere Top-Alben und Singles, die sich auf den vordersten Plätzen der Charts wiederfanden. Damit nicht genug: Seal hat sich Topmodell Heidi Klum geangelt. Rundherum "a lucky man" also. Erwartet den Zuhörer auf Seals Konzerten also ein völlig abgehobener Pop-Superstar?

Seal ist ein Pop-Künstler, der bereits einige Hits und Auszeichnungen auf seinem Haben-Konto verbuchen kann: Grammy-Awards, Brit-Award, Bambi und andere. Dazu seit 1990 mehrere Top-Alben und Singles, die sich auf den vordersten Plätzen der Charts wiederfanden. Damit nicht genug: Seal hat sich Topmodell Heidi Klum geangelt, was ihn in der öffentlichen Wahrnehmung hierzulande nur noch weiter nach vorne gepuscht hat. Rundherum "a lucky man" also, wie er bei diesem Auftritt im Mannheimer Rosengarten in seinen Ansagen als Antwort auf die ersten "Where is Heidi"-Rufe selbst sagt. Erwartet den Zuhörer auf Seals Konzerten also ein völlig abgehobener Pop-Superstar? Auch wenn Seals Luftsprünge, während er von einer Seite der Bühne zur anderen rast, rein optisch für ein "Abheben" stehen - es trifft nicht zu. Seal hat Bodenhaftung. Er sucht die Nähe zu seinem Publikum, spricht von einer Beziehung zwischen ihm und seinen Fans: "Like in any good relationship, this evening is not about you down there and me here on stage - it is about 'we'."

Und tatsächlich zeigt der gestrige Abend, dass es sich hier nicht um die leeren Worthülsen eines abgezockten Show-Man handelt, sondern um einen Künstler, der nicht nur rein professionell mit seinem Material verbandelt ist. Emotion und Ausdruck steht im Vordergrund. Vielleicht auch, weil sich Seal - nicht nur wegen seiner Krankheit - gar nicht für die Rolle eines klassischen, auf 180% gestylten und eingestellten Show-Man eignet; ob er dies überhaupt wollte, ist ebenso eine völlig offene Frage. Gleichzeitig vernachlässigt er keines der typischen Pop-Show-Elemente: Er tanzt, kommuniziert, animiert, klatscht und springt - ohne, dass es auch nur einmal aufgesetzt oder deplatziert wirken würde.

So nimmt er das Publikum auf sympathische Weise schon sehr früh in seiner Show für sich ein und hält die besondere Atmosphäre bis zum Ende seines Gigs aufrecht.  Dazwischen liegen alle seine Hits: Killer, Crazy, Kiss from a rose ... doch ganz unbestreitbar das absolute Highlight bleibt der Megahit Love's Divine - ein perfekter Song, der auch live durch eine Intensität, ein Arrangement, einen Spannungsbogen und eine Melodie glänzt, die das restliche Programm in den Schatten zu stellen drohen. 2 Takte lang lässt sich das Publikum vom Keyboarder täuschen, doch dann ertönt der erste Akkord von Love's Divine: Tosender Beifall brandet auf und begleitet den Hit.

Dass der Rest von Seals Live-Programm unter diesen Umständen nicht völlig untergeht, liegt an seiner persönlichen Ausstrahlung und dem hundertprozentigen Einsatz, den er bietet. In der Tat kann man sich Seal auch vor einem aus nur 50 Leuten bestehenden Publikum vorstellen, wie er dennoch voller Inbrunst seine bemerkenswerte Stimme und seine Songs präsentiert. Freilich ist dies nicht der einzige Grund: Live wird Seal von einer überzeugenden Band begleitet, bestehend aus 2 Keyboards, Gitarre, Drums und Bass. Die Gitarre, die er sich selbst ab und an um den Hals hängt, steht ihm zwar gut; aber am besten ist Seal, wenn er sich ganz und gar auf seine Stimme, seine Luftsprünge und darauf konzentriert, das Publikum zum Mitmachen zu animieren - das funktioniert. Besonders bei Love's Divine. Ein großer Popabend.

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