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Fotos: Anne-Laure Fontaine-Kuhn © regioactive.de

"In erster Linie wollen wir spielen, und das kommt von der Seele. Zu dieser Erkenntnis zu kommen war allerdings ein langer Weg." Was 2003 hier geäußert wurde, gilt heute mehr denn je. Mother Tongue haben eine beeindruckende, selbst gebuchte Deutschlandtour hinter sich gebracht. Es gab Rock-Abende zu erleben, wie man sie nur mit wenigen Bands überhaupt erleben kann.

„Wir waren bei einem Major, bei Sony. Wir haben uns für den Kram nicht wirklich interessiert, wollten eine gute Zeit haben. Plötzlich kommt von allen Seiten Input; von Freunden, Familie, dem Label oder von irgendwelchen anderen Typen. Jeder schlägt dir was anderes vor und meint, du sollst dieses und jenes machen, mehr in diese und jene Richtung gehen. Wir dachten damals, na gut, vielleicht sollten wir das eine oder andere wirklich annehmen. Wir waren am Kämpfen, und am Ende kam der Bruch. Letztlich sollte man eben doch nur Dinge für sich selbst, für seinen Spaß und seine Liebe zu all dem machen. Und wenn daraus etwas wird, dann ist das cool. Wenn nicht, dann scheiß drauf! In erster Linie wollen wir spielen, und das kommt von der Seele. Zu dieser Erkenntnis zu kommen war allerdings ein langer Weg.“ Der Gitarrist von Mother Tongue, Brian Tualo, in einem Interview mit regioactive.de – anno 2003.

Einmal bei dieser Erkenntnis angelangt, lassen die Muttersprachler davon keineswegs ab. Im Gegenteil: Die obige Aussage klingt, als sei sich erst nach dem Gig vergangene Woche im Café Central gefallen. Kaum war die Band auf der Bühne, war alles wieder da: Die Seele, der Schweiß, der Blues, der Rock – und das begeisterte Publikum. Nirgendwo sonst haben sich Mother Tongue eine solch breite Fanbasis erspielt wie in Deutschland.  Die Gründe hierfür zu erforschen erscheint wie eine allzu müßige Angelegenheit, denn letztendlich kann es nur heißen, die Gigs dieser voll auf Power getrimmten Band zu genießen. Eine Band, die sogar ihr Booking über dem großen Teich in die eigenen Hände nimmt, um sich ihre vergleichsweise riesengroße Unabhängigkeit zu erhalten. Man stelle sich das nur einmal vor: Da sitzen sie in L.A. in ihrer Bude, den Whisky in Greifnähe, und klingeln bei den bundesdeutschen Locations durch. Bei Tocopilla Events stießen sie sofort auf offene Ohren, denn in Weinheim gab es 2004 einen der legendärsten Live-Gigs von Mother Tongue: Bei gefühlten 1000°C ereignete sich unglaubliches im Saal.

Dieses Jahr wurde es nicht ganz so heiß. Und dennoch übertragen die Musiker so viel Kraft von der Bühne auf das Publikum, dass Stillstehen einfach keine realistische Option ist. Vorneweg als Mittelpunkt der Sänger/Bassist und dann der Schlagzeuger. Letzterer ist eine Mischung aus Tier und Maschine – zumindest wirkt er so, da man ihn nie wirklich zu sehen bekommt: Die schweißgetränkte Mähne verdeckt seine Gesichtszüge. Doch andererseits sind Mother Tongue keine völlig abgefreakten Typen: Zwischen den Songs wird mit dem Publikum Smalltalk geführt und gescherzt. Alles in Allem gab es also wieder den mittlerweile erwartungsgemäßen Rock-Abend zu erleben, wie man ihn nur mit wenigen Bands überhaupt erleben kann. Bei Mother Tongue kommt nur eine wichtige Anforderung auf den Zuhörer zu: Vorne stehen. Kommt der Aufforderung der Band nach, so nah wie möglich zur Bühne hin aufzurücken. Sie werden es euch danken.

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Rock lebt: Mother Tongue live im Café Central Weinheim
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