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Shy Guy at the Show © regioactive.de

Freitagabend, Halle02, kurz nach 21:00: Ein gut gefüllter Konzertraum, beeindruckende Lightshow und amtlicher Sound. Auf der Bühne Oido, eine Band, die offensichtlich weiß, was sie wie macht. Man kommt kaum auf die Idee bei einer Newcomerveranstltung zu Gast zu sein – symptomatisch für das gesamte Festival. Sieger des Spektakels: Shy Guy at the Show.

Freitagabend, Halle02, kurz nach 21:00: Ein gut gefüllter Konzertraum, beeindruckende Lightshow und amtlicher Sound. Auf der Bühne Oido, eine Band, die offensichtlich weiß, was sie wie macht. Man kommt kaum auf die Idee bei einer Newcomerveranstltung zu Gast zu sein – symptomatisch für das gesamte Festival. Sieger des Spektakels: Shy Guy at the Show.

Das Heidelberger Newcomerfestival bot also im Großen und Ganzen alles, was man sich von einer derartigen Veranstaltung erhoffen darf, im Überfluss – also weit mehr als sich die meisten auf die Fahnen schreiben können. In vier gut gefüllten Vorrunden wurden die Finalteilnehmer ermittelt, dass nun fünf Bands dort auftauchten lag an einem relativen Patt in der zweiten Runde: Oido und Shy Guy at the Show lagen beider Jury- und Publikumsbewertung (die im Verhältnis 50:50 gewertet wurden, was sich so auch immer durchziehen ließ) gleichauf, woraufhin beschlossen wurde fünf Bands beim Finale auftreten zu lassen. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

regioactive.de war neben der Rhein-Neckar-Zeitung fester Kooperationspartner der Veranstaltungen, was sich neben der Jury-Teilnahme auch in einem Publikumspreis per Online Voting manifestierte. Everblame aus Ludwigshafen gewannen auf diesem Weg ein Audiomastering bei Sonoart.

Oido eröffnen das eigentliche Finale vor ca. 500 Zuschauern, und keine Spur von undankbarer Startposition. Die Oido-Basis bilden akustische Songs, die sauber durcharrangiert mittlerweile auch mal in ziemlich opulenten Gewändern daherkommen. Oido präsentieren sich relaxed und filigran anstatt den Dampfhammer auszupacken, und bestechen durch sauberstes „Handwerk“, das sicherlich keinen „Newcomer“-Standard darstellt.

Direkt danach The Curls, die dem Abend die angemessene Portion Rotzigkeit aufsetzen. Zwar gelingt ihnen keine Wiederholung des spektakulären Exzesses ihres Vorrundenkonzerts, aber immer noch eine zu Recht gefeierte Show. So lässt sich immerhin ruhiger begutachten, was die vier Neustädter treiben und den Beschreibungen der Vorrunde noch hinzufügen, dass sie unterm Strich eine gelungene Stonerrock-Version bieten, die müde Knochen durchrüttelt.

Runde Drei übernehmen die Frogs, die wie in der Vorrunde (der 1. Gig des Festivals überhaupt) ihren Britpop auf einem ungemein groovendem Teppich, gewürzt mit Bläsersätzen, ausbreiten.

Next Step: Punk-Pop mit Jimi FX. Bassist Tobias hat sich verletzt und kann nicht bassen, dafür springt der Tieftöner von Baxter ein und Tobias singt ohne Bass. Es darf gehüpft werden, mit allem was diese musikalische Ecke hergibt und die Halle02 läuft gut geschmiert auf Hochtouren.

Shy Guy at the Show schließlich schlagen eine Brücke von „modernen“ Rockbands à la The Hives (ok, ok, modern, aber auch retro …) und Wave-Bands wie Joy Division oder Bauhaus. Obwohl sich letzterer Eindruck durch Sebastins Emlings Gesang verstärkt, sind SGATS keine Melancholiker, die zum Lachen in den Keller gehen oder ihr Publikum dorthinm treiben. Und shy sind sie auch nicht. Vielmehr von mitreißender Musikalität, und dass sie sich an diesem Abend auf der Bühne pudelwohl fühlen, ist bis in die hintersten Reihen zu spüren.

Danach haben Publikum und Jury die Qual der Wahl und sind sich einmal mehr erstaunlich einig - wenn auch in beiden Fällen denkbar knapp: Shy Guy at the Show machen das Rennen, gefolgt von Oido und The Curls. Damit haben SGATS fünf Tage im Noisepollution-Studio gewonnen, und davon, dass dort Qualität entsteht, darf sich jeder an den Beispielen Baxter und Soapbox überzeugen. Und am besten gleich noch das Noisepollution Festival am kommenden Wochenende besuchen. Oido können sich über 250€ Bares freuen, und für The Curls gibt es noch einen Gutschein von 150€ bei einem Musikalienhändler. The Frogs und Jimi FX gehen mit Freikarten für Konzerte von Tocopilla Events (Cafe Central und mehr) ebenfalls nicht leer aus.

Als Fazit bleibt schlicht und ergreifend, dass die erste Saison Heidelberger Newcomerfestival Lust auf eine zweite gemacht hat!

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