Drei Mitglieder von Pussy Riot wurden heute zu zwei Jahren Straflager verurteilt.

Drei Mitglieder von Pussy Riot wurden heute zu zwei Jahren Straflager verurteilt. © Igor Mukhin (CC-BY-SA-3.0, ru.wikipedia)

Das Schmierentheater hat sein befürchtetes Ende genommen. In einem Prozess, der seinen verdienten Platz unter den lächerlichsten Justizpossen der Neuzeit einnehmen wird, hat ein Moskauer Gericht drei Mitglieder der Punkband Pussy Riot schuldig gesprochen.

{image}Die angeklagten Pussy Riot-Akitivistinnen Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Alechina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (30) wurden von einem Moskauer Gericht wegen "Anstiftung zum religiösen Hass" zu zwei Jahren Straflager verurteilt. In ihrer Urteilsverkündung erklärte die Richterin, sie habe "mildernde Umstände" berücksichtigt, denn selbst nach Auffassung des Gerichts entstand bei der Aktion nur "moralischer Schaden". Allerdings ging die Milde nicht so weit, die Freiheitsstrafe der jungen Mütter auf Bewährung auszusetzen.

Es ist zu befürchten, dass der russische Staat nun auch Zugriff auf die Kinder der Verurteilten sucht und den Müttern möglicherweise das Sorgerecht entzieht. Die Anwälte der drei Aktivistinnen kündigten an, das Urteil anzufechten. Zahlreiche Kommentatoren aus Russland und der restlichen Welt zeigten sich erwartungsgemäß entsetzt ob der Willfährigkeit der russischen Justiz. Die Bedeutungslosigkeit rechtsstaatlicher Normen im Angesicht der Macht sendet eine unmissverständliche Warnung an all diejenigen, die es wagen, sich gegen Präsident Putin zu wenden oder die unheilvolle Allianz zwischen Staat und orthodoxer Kirche zu kritisieren. Russland geht düsteren Zeiten entgegen.

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