The Hirsch Effekt veröffentlichen am 31. August ihr Zweitwerk "Holon : Anamnesis".

The Hirsch Effekt veröffentlichen am 31. August ihr Zweitwerk "Holon : Anamnesis".

Zwei Jahre ist das Debütalbum "Holon : Hiberno" von The Hirsch Effekt bereits alt, jetzt erscheint am 31. August der Nachfolger "Holon : Anamnesis" - passend zum Jahr des Hirschkäfers. Christian Bethge hat sich das Werk des Trios aus Hannover für uns angehört und hält fest, dass da ein ganz großer Wurf entstanden ist. Zwischen verschiedenen Einflüssen schafft die Band auf neun Tracks ihren eigenen Klangraum und erfindet sich darin immer wieder neu.

{image}Das Jahr 2010: Der Dachs wird Tier des Jahres, Lena Meyer-Landrut versagt beim 55. Eurovision Song Contest durch den 1. Platz und The Hirsch Effekt glänzen mit ihrer ersten Langspielplatte Holon : Hiberno. Spalter und Brecher zugleich. Ein Werk, das gleichzeitig gegen die Wand hämmert, das Herz beschwert und den Okzipitallappen [Anm. d. Red.: der hinterste Teil des Großhirns] verbiegt. So bunt wie dezidiert. Nun erweitert das Trio aus Hannover mit Holon : Anamnesis erneut das Ganze um ein Ganzes und trifft damit voll ins Schwarze. Es dürfte nur wenigen Bands gelingen, derart unterschiedliche musikalische Einflüsse unter einen Hut zu bringen, ohne das Ergebnis wie einen Autounfall klingen zu lassen. The Hirsch Effekt meistern diese Hürde mit Eleganz und bauen Ohrwürmer, denen man unmöglich die kalte Schulter zeigen kann.

Passend startet Holon : Anamnesis mit den Zeilen "Wer sich jetzt noch umdreht ist selber schuld…". In diversen Momenten wird man an Bands wie At the Drive-In, Meshuggah, The Notwist oder Godspeed You! Black Emperor erinnert, jedoch schaffen sich die Hirsche eine vollkommen eigene Referenz. Kaum glaubt man die Band an den Eiern zu haben, suchen sie sich wieder ein Loch, lösen sich darin auf und erfinden sich je nach Bedarf neu. Wie bereits auf dem Debüt, dreht sich vieles um den heißen Draht von Menschen zu anderen Menschen, der nicht selten verglüht und von Nils Wittrock larmoyant in Zeilen wie "Sobald wir uns verlassen aufeinander / sollten wir begreifen / was uns angeht / bin ich mir fast sicher ich zerfalle" verpackt wird. Mit Holon : Anamnesis ist The Hirsch Effekt ein ganz großer Wurf gelungen. Ein Album für Herz, Arsch und Hirn, das einem gerne mal den Boden unter den Füßen wegziehen darf. 2012 ist übrigens das Jahr des Hirschkäfers.

Wertung: +++++ (von +++++)

Tracklist

Anamnesis | Limerent | Absenz | Agitation | Ligaphob | Mara | Irrath | Ira | Datorie

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