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Killswitch Engage (live in Karlsruhe, 2012) © Ann Buster

Nachdem sie schon am Wochenende bei Rock am Ring und Rock im Park aufgetreten sind, gastierten die Jungs von Killswitch Engage am Montag danach in der heiligen und vor allem regenfreien Halle des Karlsruher Substage, bevor sie weiter durch Europa zogen. In wiedergefundener Stärke durch den 'neuen alten' Sänger Jesse Leach und prominenter Unterstützung der Metalcore-Superband AxeWound zeigten die Jungs, dass man auch abseits von Festivals auf seine Kosten kommt.

{image}Die Aufforderung zum Circle Pit gleich beim zweiten Song? Keine Chance, hier musste noch einiges an Vorarbeit geleistet werden. Musikalisches Live-Know-how, welches den Herren der "Metalcore-Supergruppe" AxeWound eigentlich hätte bekannt sein müssen. Treffen hier doch Persönlichkeiten wie Matthew Tuck (Bullet For My Valentine), Liam Cormier (Cancer Bats), Mike Kingswood (Glamour of the Kill), Joe Copcutt (Rise to Remain) und Jason Bowld (Pitchshifter) aufeinander. Nach anfänglichem Zögern sprang dann doch irgendwann der Funke über und das noch mäßig gefüllte Bühnenvorfeld gab erste Lebenszeichen von sich. Spätestens nach dem Abbrennen von Songs wie Post Apocalyptic Party und Destroy (Your Fear) wurden die ersten Fäuste gen Himmel gereckt und es kam doch noch eine verhaltene Version eines Circle Pits zusammen. Ganz zur Freude von Sänger Cormier, der das Geschehen fast ungläubig mit "I'm on a fuckin' Metal Show" kommentierte. Vielleicht hat Bullet For My Valentine-Frontmann Matthew Tuck, der bei AxeWound nur den Sidekick mimt, mit der neuen Combo mehr Glück als mit seiner alten Band, die nach ihrem Erstlingswerk The Poison merklich in eine musikalische Abwärtsspirale geraten ist.

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Nach einer circa zwei Bier andauernden Pause standen dann, mit musikalischer Begleitung von Thin Lizzys The Boys Are Back In Town, pünktlich gegen 22 Uhr die Helden des Abends auf der Bühne. Und das in Urgestalt. Gleich beim ersten Song Numbered Days zeigte der neue alte Sänger Jesse Leach, dass Killswitch Engage der richtige Arbeitgeber ist – gehörte er doch immerhin zu den einstigen Gründungsmitgliedern der Metalcore-Pioniere. Dass er seinen an Diabetes erkrankten Nachfolger Howard Jones nachfolgend würdig vertritt, fiel nicht nur dem Karlsruher Publikum auf. Spaßmacher und Leadgitarrist Adam Dutkiewicz kommentierte diese personelle Umstrukturierung gar lautstark und hoffentlich ironisch mit "Have you seen? Our singer is now white!".

Dass dieser (Aus)Tausch funktionierte, machte sich auch beim Publikum bemerkbar. Unter der Beschallung von Self-Revolution, Take This Oath und Rose of Sharyn zogen die ersten dankbar, euphorisch und ohne Aufforderung ihre Kreise in einem raumfüllenden Circle Pit. Um die vereinzelten (Bier)Pausen zwischen den Songs sinnvoll zu nutzen, demonstrierte Gitarrist Dutkiewicz, der seine modische Mitte irgendwo zwischen Angus Young und 50 Cent fand, immer wieder gerne seine Trinkfestigkeit.

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Ein wenig verhaltener gingen dagegen die übrigen Bandmitglieder Mike D'Antonio (Bass), Joel Stroetzel (Rhythmus-Gitarre) und Justin Foley (Drums) zur Sache, was sich aber positiv in einer konzentrierten und perfektionistischen Spielweise ausdrückte. Bis auf die Tracks des aktuellen Albums Killswitch Engage, das noch mit Howard Jones eingespielt wurde, fand alles was Rang und Namen hat Einzug auf die Setlist. Titel wie Vide Infra, Bid Farewell und Life to Lifeless waren hier nur selbstverständlich. Fast schon demütig dankten die Jungs aus Massachusetts, allen voran Sänger Leach, den Fans die aufgekommene Euphorie.

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Die fast schon freundschaftliche Atmosphäre des Gigs entging auch Gitarrist Dutkiewicz nicht. So ließ er es sich nicht nehmen, während er seinem nächsten Weizen zusprach, Killswitch-Auftritte mit gutem Sex zu vergleichen – "hard, sweaty and you have to pay a little". Nun denn. Nach My Curse und The End of Heartache zogen sich die Herren zum fiktiven Ende des Abends zurück, um kurze Zeit später mit Last Serenade wieder auf die Bühne zu brechen. Von einem letzten Ständchen kann aber hier nicht die Rede sein. Denn keine Band, die etwas von sich hält, spielt ein Konzert ohne frühere Idole mit mindestens einer Coverversion zu ehren. Somit wurde zum Finale des Abends Ronnie James Dios Holy Diver rausgehauen. I don't like Mondays? Nicht an diesem Montag.

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