Max Mutzke (live beim Baltic Soul Weekender, 2012)

Max Mutzke (live beim Baltic Soul Weekender, 2012) © Hannes Mezger

Es ist 15 Uhr: Max Mutzke steht am Meet & Greet-Stand des Baltic Soul Weekender, gibt Autogramme und lässt sich ablichten. Er wirkt sehr entspannt, lacht und scheint sich hier wohlzufühlen. So relaxt beantwortete er uns auch einige Fragen. Max fängt schon an zu erzählen, bevor überhaupt das Mikrofon an ist. Er ist auf dem Boden geblieben, keinerlei Überheblichkeit oder Starallüren kann man bei dem Sänger feststellen. Wir sprachen mit ihm über Soulmusik und deren Bedeutung, über seine Familie und Pläne.

{image}regioactive.de: Max, kannst du dich denjenigen, die dich noch nicht kennen, kurz vorstellen?

Max Mutzke: Ich bin Max Mutzke und mache Soul- und Jazzmusik. Jetzt sind wir hier beim Baltic Soul Weekender und es ist eine große Ehre für mich, dabei zu sein. Es freut mich wahnsinnig mit all den Cracks hier zu sein, bei einem reinen Soul-Festival, wo alle Künstler für ein Wochenende eingeflogen werden und mit 70 oder 80 Jahren noch Musik machen und weltweit unterwegs sind.

Hast du dir schon irgendetwas angeschaut?

Max Mutzke: Ja, auf jeden Fall! Ich habe mir das komplette Programm auf dem Main Floor angesehen. Leider habe ich nicht geschnallt, was da sonst noch stattfindet, daher habe ich auch ein paar gute Acts verpasst.

Das heißt, du hast Osaka Monaurail verpasst?

Max Mutzke: Naja, ich habe nur den Soundcheck gesehen. Aber das sind auf jeden Fall krasse Techniker. Generell, wenn man bei You Tube schaut, was die Japaner an der Gitarre machen, das ist unglaublich!

Wie nimmt man ein Soul-Festival wahr, wenn man selbst in der Tradition dieser Musik aufgewachsen ist? Du wirst hier ja auch den ein oder anderen Künstler kennengelernt haben?

{image}Max Mutzke: Was mich betrifft ist das Festival hier nochmal ein ganz krasser Schritt in meine persönliche Richtung. Generell spiele ich ja auf vielen Festivals und Stadtfesten, wo die Leute auch wegen anderen Künstlern kommen. Aber auch da ist es dann oft so, dass du mit fünf Zugaben von der Bühne gehst. Wenn man Touren spielt sind die Leute ja nur wegen dem jeweiligen Künstler da. Aber hier reagieren die Leute nicht so wie bei Konzerten auf mich. Eher so, hey grüß dich, freu mich, dass du heute Abend spielst! Es ist sehr angenehm. Und ich würde mich freuen, wenn ich nächstes Jahr nochmal kommen darf!

Du machst ja sehr vieles parallel. Neben der Musik bist du auch Familienvater, hast eine Rennlizenz und und und. Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Max Mutzke: Es gibt Zeiten, zum Beispiel wenn ich ein Album aufnehme, da ist es dann auch mal locker und ich bin dann ganz für die Familie da. Das ist absolute Qualitätszeit! Und das ist dann schon so ähnlich, wie wenn jemand berufstätig ist und nur morgens und abends für die Kinder da sein kann. Nur dass ich auch spontan mittags was unternehmen kann. Aber es gibt auch Zeiten, etwa wenn eine Veröffentlichung ansteht oder wir eine Tour spielen. Dann kann es sein, dass ich mal zwei, drei Wochen ganz weg bin. Das ist aber selten. Es ist eher so, dass ich so viel Zeit mit meiner Familie verbringe, wie jemand, der morgens um sieben arbeiten geht und um fünf wieder nach Hause kommt.

Du sagst ja, der amerikanische Soul ist die Musik, mit der du groß geworden bist. Hast du dich auch schon mit deutscher Funk- und Soulmusik auseinandergesetzt?

Max Mutzke: Also ich kenne Passport. Oder auch Joy Denalane, mit der ich nächste Woche auf einem wunderschönen Jazzfestival in Gronau spiele. Ich kenne natürlich die Leute, mit denen ich mein Album produziert habe.

{image}A propos Album. Kommt da was Neues von dir?

Max Mutzke: Ja! Am 14. September. Es wird ein reines Soul- und Jazzalbum. Ich habe über die ganzen Jahre Leute kennengelernt, die ich dann einfach gefragt habe, ob sie Lust haben, dabei zu sein. Zum Beispiel Klaus Doldinger, Wigald Boning, Götz Alsmann, Nils Landgren. Also viele Bekannte der Szene.

Nils Landgren? Der Schwede?

Max Mutzke: Genau! Der ist der Wahnsinn. Momentan einer der besten Posaunisten weltweit! [wir beide nicken bejahend]. Und ich hatte eben das Glück, mit ihm zusammen arbeiten zu dürfen. Auf dem Album wird es so sein, dass ein Trio alles zusammen einspielt. Also nichts overdubbed, alles live. Und das alles in zwei Tagen. Es klingt total energetisch. Immer die gleiche Besetzung und eben die Gäste dazu, zum Beispiel auch DJ E.A.S.E. [von Nightmares on Wax, Anm.d.Red.], der ja auch hier auf dem Festival auflegt.

Klingt sehr vielversprechend! Geht ihr damit auch auf Tour?

Max Mutzke: Auf jeden Fall! Und es wird auch schon so sein, dass der eine oder andere mal dabei sein wird. Wobei die Jungs auch viel unterwegs sind. Aber es ist ja ein Jazzalbum, daher wollen wir auch in Jazzläden spielen – das heißt keine 800 oder 1000 Leute, sondern eher 500. Und wenn du da all die Leute zusammen spielen lässt, kann man das nicht finanzieren. Aber es wird auf jeden Fall richtig gut!

Alles klar. Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast.

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