Erst im Oktober letzten Jahres waren Kakkmaddafakka aus dem norwegischen Bergen hierzulande unterwegs, jetzt gab es weitere Tourstopps in Deutschland - auch in der Stadt, nach der sie einen Song benannt haben: Heidelberg.

Erst im Oktober letzten Jahres waren Kakkmaddafakka aus dem norwegischen Bergen hierzulande unterwegs, jetzt gab es weitere Tourstopps in Deutschland - auch in der Stadt, nach der sie einen Song benannt haben: Heidelberg. © René Peschel

Erst im Oktober letzten Jahres waren Kakkmaddafakka aus dem norwegischen Bergen hierzulande unterwegs, jetzt gab es weitere Tourstopps in Deutschland - auch in der Stadt, nach der sie einen Song benannt haben: Heidelberg.

{image}An der Eingangstür der Halle02 stand groß mit Kreide "Heute Abend Kakkdafakka" – naja, verschreiben kann sich mal jeder und immerhin wussten die Zuschauer, auf wen oder was sie sich einließen: Nämlich auf Kakkmaddafakka! Die sieben Norweger waren schon im Oktober 2011 in Europa unterwegs, vornehmlich jedoch in Deutschland. Nach der Festivalsaison im letzten Jahr waren sie schon längst kein Geheimtipp mehr und werden gerade hierzulande frenetisch gefeiert. Also haben Kakkmaddafakka ihre Sachen gepackt, um wieder durch Europa zu reisen: Der letzte Deutschlandtermin war in Heidelberg, bevor sie sich auf den Weg nach Frankreich gemacht haben.

{image}Um es vorneweg zu sagen: Kakkmadafakka sind anders, verrückt, lustig und machen live einfach nur unendlich Laune. Wer nicht auf Sexappeal, sondern auf Humor steht, konnte mit einem Ticket wenig bis gar nichts falsch machen. Das zeigte sich schließlich in Heidelberg: Im Gegensatz zu vielen anderen Konzerten gab es keine schlecht gelaunten Menschen in den letzten Reihen, die mit verschränkten Armen vor der Brust das gesamte Konzert über stirnrunzelnd betrachteten. Eine einzige tanzende Menge konnte von der ersten bis zur letzten Minute beobachtet werden, die sich völlig auf eine Band einließ, die sich eben nicht durch intellektuelles Auftreten, sondern durch Humor und Selbstironie auszeichnet. Und jetzt mal ehrlich: Wer seine Band Kakkmaddafakka nennt, kann sich selbst nicht wirklich ernst nehmen; und wer auf ein Konzert derselben Band geht, darf keine Erwartungen zwecks anspruchsvoller Lyrik haben.

{image}Das zweite Album Hest und gleichzeitig das einzige, das in Deutschland erschienen ist, kann man auf Soundcloud komplett streamen. Auf Platte kommt einerseits der norwegische Akzent stärker hervor, andererseits wird nicht ganz die Bandbreite dessen dargestellt, was Kakkmaddafakka live können: Der Sound wird von der Bühne viel druckvoller hinuntergeschmettert und verliert viel von dem Indiepop, auf den sie immer wieder reduziert werden. Auch stehen nicht alle stur hinter ihren Instrumenten (Schlagzeuger hier mal außen vor gelassen): Sobald einer der vier Sänger und Musiker mal gerade keinen Part hat, wird wild herumgesprungen und das Publikum animiert. Und natürlich darf man nicht vergessen, dass zusätzlich zu den fünf Bandmitgliedern noch die drei Backgroundsänger hinzukommen, die durch mehr oder weniger synchrone Tanzeinlagen zusätzlich den Spaßfaktor hochtreiben.

Schade war nur, dass Kakkmaddafakka nicht viel Neues gebracht haben. Wer sie auf der letztjährigen Tour oder auf Festivals im vergangenen Sommer gesehen hat, wurde mit den gleichen Ansagen, Sprüchen und Tanzeinlagen bespaßt. Gerade die drei tanzenden Backgroundsänger bieten viel Raum für ein individuelles Konzerterlebnis, doch auch hier wurde nichts verändert. Nichtsdestotrotz hat es sich gelohnt, die kompletten Songs von Hest – nur neun an der Anzahl –, aber auch zum Beispiel Cool des ersten Albums Down To Earth, live zu erleben. Und auch das ein oder andere neue Stück hat sich in die Setliste geschummelt; vielleicht kommen Kakkmaddafakka dann das nächste Mal mit einem komplett neuen Programm auf die deutschen Bühnen zurück.

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