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Nazareth machten den Anfang des Konzertes, das vom Ausfall der PA geprägt war; nichtsdestotrotz lieferten sie ordentlich ab. © Rudi Brand

Mit technischen Schwierigkeiten hatten Nazareth und Uriah Heep auf ihrem gemeinsamen Konzert in der Fabrik in Hamburg zu kämpfen. Doch Bands und Publikum nahmen es locker und so wurde es ein langer, rockiger Abend.

Das Treffen der Rocklegenden begann mit Nazareth, die immer noch ihren dreckigen Rock losballerten. Vom Aussehen her war nur der Gitarrist mit seiner weißen Mähne in der Windmaschine bemerkenswert, die anderen drei im Bunde hatten sich weniger Mühe mit dem Bühnenoutfit gegeben. Die Musik hatte diesmal etwas mehr Blueseinschlag, aber die Stimme des Sängers erinnert immer noch an AC/DC, Cold Chisel und so einige andere australische Bands. Das liegt wahrscheinlich an den schottischen Wurzeln vieler Musiker in Down Under. Durch die Power in den Songs, die immer geradeaus gerockt wurden, fiel dann leider die PA aus – und das mehrfach. Die technischen Pannen nahm die Band professionell hin, spielte entweder ohne Gesang nur über die Backline weiter oder wartete geruhsam auf der Bühne.

{image}Als nach einer Stunde aber gar nichts mehr kam, ließen Nazareth die Zuschauer dann ohne großes Aufheben im Hellen stehen. Nach einer guten halben Stunde und einem sehr ausgiebigen Soundcheck kamen dann Uriah Heep auf die Bühne und wollten sich offensichtlich von Nazareth nicht den Schneid abkaufen lassen, sondern knallten so hart los, wie man es von ihnen lange nicht gewohnt war. Die Power, die von dem Tier am Schlagzeug ausging und die Bandgenossen mitriss, blieb auf hohem Niveau; so wurde ein sehr schnelles und lautes Sunrise gespielt und nach einigen Liedern wünschte man sich, dass Uriah Heep sich auch ein wenig dem Midtempo der älteren Platten anpassen würden. Taten sie aber nicht und mussten so ebenfalls von der PA gestoppt werden, die ab Mitte des Konzertes fast regelmäßig nach jedem Stück ausfiel.

Es stellte sich dann heraus, dass Rocklegenden und moderne Digitalmischpulte nicht harmonieren, da letztere die musikalische Kraft nicht ertragen können und einfach aussetzen. Offensichtlich musste die PA also jedesmal neu gebootet werden. Das Publikum nahm es gelassen, auch wenn es stimmumgsmäßig so war, als ob ein Kinofilm von Werbeunterbrechungen gestört wird. Da die Tour der beiden Legenden erst vor einer Woche, am Freitag dem 13., begonnen hatte, war die Band noch richtig frisch und man merkte ihnen die Spielfreude an. Nach einer XL-Version von July Morning kam wieder eine längere PA-Pause, in der die Zuschauer Lady in Black anstimmten, während sich die Band in den Backstagebereich zurückgezogen hatte. Sie kam aber guter Laune und Hoffnung zurück und spielte noch zwei Stücke und etwas Zugabe inklusive obengenanntem Hit, bevor der Ton wieder weg war.

Der Sänger bestand nun aber darauf, auch das letzte Stück der Zugabe zu spielen und versprach so lange zu bleiben, bis er weitermachen könne. Und mittlerweile war es immerhin halb ein Uhr morgens. Also ging es mit Ton in Easy Livin' rein, und als zur Hälfte des Stückes die Verstärkung ausfiel, spielten Uriah Heep einfach über die Backline weiter und das Publikum, genauso alt und erfahren wie die Band selbst, sang komplett textsicher den Rest des Stückes als großer Chor zu Ende. Ob eines solchen treuen Publikums sichtlich gerührt, bedankten sich die Musiker noch lange bei den Fans und beendeten damit ein fast vierstündiges und trotz – oder vielleicht grade wegen – der technischen Störungen sehr beeindruckendes Konzert.

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