Schallgarten spielten sich ins Finale des 5. Newcomerfestivals Rhein-Neckar.

Schallgarten spielten sich ins Finale des 5. Newcomerfestivals Rhein-Neckar. © Rudi Brand

Vier gute Bands machten die Wahl gar nicht so leicht, doch am Ende konnte es nur eine geben. Und so zog die Heidelberger Band Schallgarten trotz etwas ruhigerem Sound, aber dank überzeugendem Auftritt und wohl auch aufgrund ihres Heimvorteils ins Finale des 5. Newcomerfestivals Rhein-Neckar ein. Dort werden sie auf die Gewinner der ersten drei Vorrunden treffen: Jasber aus Mannheim, Francis Farewell aus Schwetzingen und Stereoswitch aus Worms.

{image}Die vierte Ausgabe des Newcomerfestivals Rhein-Neckar läuteten In Circles We Move aus Ludwigshafen ein. Das Duo war erst wenige Tage zuvor als Ersatz für T(ee) mit Papperlapapp eingesprungen, die leider nicht teilnehmen konnten. Allein dafür gebührte der Band bereits viel Respekt. Aber auch ihre eingängigen Popsongs, die sich aus Elektro und Indie noch einige Elemente entliehen, zeigten, dass die Band keine schlechte Notlösung war. Dass es leider hier und da zu kleinen Fehlern kam, der eine Beat mal nicht zum richtigen Zeitpunkt kam oder ein Ton nicht getroffen wurde, war angesichts der kurzen Vorbereitungszeit zu verschmerzen. Die Jury war sich gleich nach dem Auftritt einig, dass es bei In Circles We Move noch sehr viel Potenzial gibt und man sich jetzt bereits auf kommende Konzerte des Duos freuen darf, kann und muss.

{image}Die zweite Band, cooking out of order, hatte nach maximal drei Tönen die Halle02 für sich gewonnen. Die fünf Jungs beschreiben ihren Sound wohl selbst am besten: "Dance-Pop-Punk": Denn tanzen musste das Publikum, poppig klang es allemal und den Punk besorgten die Texte von ganz allein. Der Jury gefiel vor allem der Keyboarder, der sein Instrument oft so cheesy klingen ließ, dass man ihn umarmen wollte. Er gab der Band ihren eigenen Sound, der ansonsten zu sehr im Einerlei ähnlicher Kapellen versunken wäre. So aber überzeugte der gesamte Auftritt der Mannheimer, weswegen das Publikum sie schließlich auch auf den ersten Platz wählte.

{image}StereoDrama machten dann auch das Kritikerherz froh: Ein sehr gutes Zusammenspiel, straighte Rocknummern und eine umwerfende Gitarrenarbeit zeigten, dass die Jungs aus Karlsruhe auch schon etwas länger am Ball sind. In Heidelberg konnten sie damit aber keinen Pokal gewinnen, das Publikum war von ihrem Auftritt nicht begeistert und stellte sich fast geschlossen demonstrativ in den hinteren Bereich der Halle. Das lag wohl zu einem großen Teil auch am schlechten Sound, der StereoDrama alle Chancen verdarb. Der Gesang war entweder zu laut oder zu leise und auch mit den restlichen Klängen hatte man kaum Freude. Dass die Band es besser kann, zeigte sie im letzten Jahr beim New.bands.festival in ihrer Heimatstadt, wo sie sich bis ins Finale spielte.

{image}Auch die späteren Gewinner des Festivals hatten am Anfang ihres Auftritts kleinere Soundprobleme. Schallgarten aus Heidelberg konnten das aber schnell beheben. Die Band hatte durch ihren Heimvorteil eine große Fanbase vor Ort. Aber nicht nur die brauchte Platz, auch für die Menschen auf der Bühne wurde es etwas enger. Schlagzeug, Keyboard, Bass, Gitarre, Ukulele, Posaune, Trompete, Sängerin und gefühlte 100 weitere Instrumente teilten sich da oben den Platz. Schallgarten erschlugen mit dieser Konstellation die Halle02 aber nicht mit einer breiten Wall of Sound, sondern spielten feine und eingängige Popnummern. Diese wurden wiederum vor allem durch die tollen Texte der Band abgerundet. Statt üblicher Liebe-Herzschmerz-Katzenfutter-Themen waren sie von einem feinen Wortwitz und Abwechslungsreichtum geprägt. Alles klang zusammen ruhiger als die Musik der Konkurrenten zuvor, versprühte aber seinen eigenen Charme.

Schlussendlich konnte sich die Jury nach kurzer Unterredung auf die Heidelberger einigen. Gemeinsam mit dem Publikum, das Schallgarten auf den zweiten Platz wählte, fand sich so der letzte Teilnehmer des Finales am 17. März in Heidelberg. Dort werden Schallgarten neben Jasber, Francis Farewell und Stereoswitch auftreten und zusammen wird man in einem erbitterten Kampf den Sieger des 5. Newcomerfestivals Rhein-Neckar unter sich ausmachen.

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