Gemeinsam suchen das Stadtmagazin MEIER und regioactive.de einmal im Monat bis in den entlegensten Winkel des Rhein-Neckar-Deltas nach den spannendsten Newcomern der Szene. Folge 6 präsentiert: Pennyfly Suitcase.

Gemeinsam suchen das Stadtmagazin MEIER und regioactive.de einmal im Monat bis in den entlegensten Winkel des Rhein-Neckar-Deltas nach den spannendsten Newcomern der Szene. Folge 6 präsentiert: Pennyfly Suitcase.

Was geht in der Musikszene des Rhein-Neckar-Deltas? Antworten liefern die Musikredaktionen des Stadtmagazins MEIER und regioactive.de schon seit vielen Jahren. Gemeinsam suchen sie einmal im Monat bis in den entlegensten Winkel des Rhein-Neckar-Deltas nach den spannendsten Newcomern der Szene. Deltas next Lieblingsband wird in einem Feature im MEIER und auf regioactive.de vorgestellt. Folge 6 präsentiert: Pennyfly Suitcase.

{image}Schubladen sind praktisch und haben sich in ihrer Funktion mehr oder weniger souverän bewährt. Wer das einfache Grundprinzip gezielt nutzt und verinnerlicht, dürfte eine deutliche Verbesserung im Sortier- und Wiederauffinde-Alltag bemerken. Was bei jeder handelsüblichen Malm-Kommode zumindest für die meisten Menschen zu den leichteren Übungen gehört, führt bei der Kategorisierung von Musik zu weltweitem Messietum. Musikgenres sind das wohl am schlechtesten sortierte Gedankengut der Welt. Wunderbar – denn das macht es uns möglich, bei der musikalischen Zuordnung der Heppenheimer Band Pennyfly Suitcase mal so richtig rumzusauen.

Postrock, ein zwischen alternativen und progressive Klängen zerrissenes Genre, das sich aus der Shoegazing-Welle der 80er und 90er Jahre entwickelt hat, versucht sich mit seinem aggressiven Präfix "Post" vom großen Bruder Rock zu lösen. Dass man sich in Sachen Entstehungsgeschichte deshalb lieber auf den durch westdeutsche Bands geprägten Krautrock der 60er und 70er Jahre bezieht, macht die Verwirrung komplett. Doch das reicht noch nicht, um das musikalische Schubladendenken so richtig konfus aussehen zu lassen: Die fünf Jungs von Pennyfly Suitcase bezeichnen ihre Spielart einfach mal dreist als Post-Post-Rock und lassen uns mit unseren wilden Kategorisierungsversuchen so endgültig im Klang-Regen stehen.

{image}Zeit also, sich weniger darauf zu konzentrieren, was draufsteht und endlich unter die Lupe zu nehmen, was drinsteckt. In der noch recht kurzen Bandbiografie von Pennyfly Suitcase finden sich einige Fakten, die für einen interessanten musikalischen Hintergrund sprechen. So reisen die Jungs für die Aufnahmen zur ersten eigenen EP einfach mal vom schön beschaulichen Heppenheim in das durch Bands wie Oasis und Simply Red zu Recht als Musikstadt geadelte Manchester. Auch 2011 entsteht dank des regen musikalischen Gedankenaustausches mit Twin Planets eine Split-Ep mit britischem Beigeschmack. Der darauf enthaltene Song snowflakes pt. I schafft es auf den AUDIOSURF-Sampler 2012.

Doch egal, woher die Herrschaften von Pennyfly Suitcase ihre Inspiration am Ende wirklich nehmen – am Ende verleitet die angenehme Detailverliebtheit, musikalische Professionalität und emotionale Aura jedes einzelnen Songs zu einem hundert Prozent schubladenfreien Urteil: Das ist richtig gut gemachte Musik! Bleibt zu hoffen, dass es die fünf Kreativköpfe von Pennyfly Suitcase schaffen, all das und noch viel mehr in das für dieses Jahr angekündigte Debütalbum zu packen. 

 

Für DNLB kooperieren Backstage PRO und regioactive.de mit:

SessionMeier

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Alle Infos gibt es unter www.Backstage-PRO.de/deltasnextlieblingsband.

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