The Walkabouts: Michael Wells, Carla Torgerson, Terri Moeller (v.l.n.r.).

The Walkabouts: Michael Wells, Carla Torgerson, Terri Moeller (v.l.n.r.). © Daniel Nagel

The Walkabouts zählten in den 1990ern zu den typischen Geheimtipps hiesiger Musikfans. In den letzten Jahren war es ruhig um die Band geworden - jetzt wagen sie ein Comeback und erfreuen sich plötzlich größerer Beliebtheit als jemals zuvor.

{image}"Seit zwanzig Jahren spielen wir in Frankfurt", sagt Chris Eckman zum Abschluss des Konzerts der Walkabouts in der ausverkauften Brotfabrik, "und noch nie sind so viele Leute gekommen wie heute Abend. Als wir beschlossen haben, ein neues Album aufzunehmen und wieder auf Tour zu gehen, wussten wir nicht, ob noch jemand kommen würde." Wie groß das Interesse an der amerikanischen Americana-Rockband ist, ahnten auch die Zuschauer nicht, die vor der Halle noch ein Ticket ergattern wollen. Diejenigen, die es in den Saal geschafft haben, fragen sich währenddessen, wie sich die ehemals glänzende Liveband präsentieren wird.

{image}Das Konzert beginnt schwach. In der ersten Hälfte dominieren Songs vom jüngst veröffentlichten Album Travels In The Dustland, die überwiegend zahnlos wirken. An diesem Eindruck können auch die eingestreuten Klassiker wie Follow Me An Angel, Rebbeca Wild und Lazarus Heart nichts Wesentliches ändern. Im Gegenteil, man wundert sich, ob die Walkabouts schon immer so bieder und bräsig klangen. Zweifel schleichen sich ein: Hat man sich getäuscht in der Band, damals in den 90ern? Selbst das Publikum applaudiert nur müde und zaghaft.

Als sich schon Resignation einstellt, wendet sich plötzlich alles zum Guten. Den Anfang macht The Light Will Stay On, der Klassiker, unsicher noch, aber doch ein erstes Ausrufezeichen. Acetylene wird niemals zu den großen Liedern der Band zählen, aber es versprüht mehr Energie und Leidenschaft als die ganze erste Hälfte des Sets. Die Walkabouts können es also noch. My Diviner folgt und zeigt, dass Carla Torgerson noch wirklich überzeugend singen kann. Eine leidenschaftliche, wilde Version von Jack Candy erinnert daran, warum man die Band einstmals so gut fand.

{image}Die Zugabe verstärkt den Eindruck, dass die Walkabouts an diesem Abend lediglich etwas Zeit benötigten, um sich warmzuspielen. Carla Torgersons Stimme ist möglicherweise nicht mehr so geschmeidig, Chris Eckmanns Gitarrenspiel nicht mehr so wahnwitzig wie in den 1990ern, aber eine exzellente Liveband sind sie immer noch. Grand Theft Auto, wilder gespielt als selbst im alten Jahrtausend, unterstreicht das. Mit dem ruhigen Death At Low Water geht das Konzert vorüber. Das Publikum jubelt begeistert, fast niemand ist vor dem Ende gegangen. Das Fazit kann nur lauten: Comeback gelungen.

Setlist:

Every River Will Burn - The Dustlands - Rebecca Wild - They Are Not Like Us - Follow Me An Angel - Thin Of The Air - Lazarus Heart - Long Drive - The Light Will Stay On - Soul Thief - Acetylene - My Diviner - Prayer For You - Jack Candy - Stopping-Off-Place

Zugabe: Horizon Fade - Grand Theft Auto - Death At Low Water

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