Lava303

Lava303

Bei alternativen Festivals wundert man sich ja über nix: schwer zu finden und beim Eintreffen unseres Redakteurs bereits zwei Stunden verzögert – doch das gab ihm die Möglichkeit, mehr als nur den Auftritt von Lava303 zu erleben.

{image}Finn-Ole Heinrich las eine tolle Geschichte über einen kleinen Jungen, man würde ihn sozialen Außenseiter mit zerrütteter Familie nennen, aber mit gutem Herz, der durch die Schmerzen und Rückschläge über sich hinauswächst. Mitreißend vorgelesen und spannend und unkonventionell begleitet von Das unsortierte Orchester aus Oldenburg. Nach Umbau und weiterer Verzögerung ging es mit Hoppetosse weiter. Sängerin Hannah Simonis ist eine Mitveranstalterin des Festivals. Hoppetosse spielte in klassischer Rockbesetzung mit Frontfrau und Backing Vocals hauptsächlich mit deutschen Texten, die unter die Haut gehen. Mal ruhig, mal rau. Aber immer mit beeindruckender Stimme. Mittlerweile 2 Uhr morgens, drei Stunden nach Zeitplan, kommt Lava303 immer noch nicht, sondern das Duo Monomal & Muttermal, das mit seinen zwei Samplern Sounds zu Bildschirmschonern generierte. Das Ganze klingt nach pubertierenden Gymnasiasten, die grade die Wunder der Technik ergründen, und ist ungefähr genauso nervig wie abturnend. Zum Glück ist nach 15 Minuten Schluss und der Hauptact des Abends fängt mit dem Aufbau an. Mittlerweile ist jedoch bereits die Hälfte der ca. 200 Besucher gegangen.

{image}Nach einer halben Stunde Aufbau und Soundcheck, der mit Hey Pippi Langstrumpf das erste Highlight setzte – alle verbliebenen Gäste sangen mit – eröffnete Conni Maly offiziell den Abend für ihr Soloproject Lava303, diesmal mit Band. Von der neuen Platte The Goddess Rules spielt sie zuerst Die Mama hat den Blues, gefolgt von Nicht normal. Damit sind gleich zwei Hits abgespielt. Die Technik spielt leider nicht ganz so mit, so dass der Soundmix aus CD-Playback, den Live-Instrumenten sowie dem Gesang nicht so recht harmoniert. Das klang bei der CD-Release auf dem Burg Herzberg Festival ohne Band noch viel besser. Aber man muss anerkennen, dass es sich um einen Versuch handelt, elektronische Musik live mit Instrumenten zu präsentieren. Der dritte Song No Escape war mit einem ersten Verkleidungswechsel sowohl Auftakt für die Live-Show, die nicht nur musikalisch unterhalten sollte, als auch Aufbruchsignal für unseren Autor – die Festivalverzögerungen forderten auch bei ihm den Tribut. Insgesamt verbleibt somit der Eindruck eines schönen Festivals, guter Stimmung, größtenteils gute Acts – nur am Timing könnte die Organisatoren noch arbeiten.

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