Status Quo (live in Hamburg, 2011)

Status Quo (live in Hamburg, 2011) © Falk Simon

Auch mit über 60 Jahren auf dem Buckel werden es die Mitglieder von Status Quo nicht müde, die Hits ihrer umfassenden Diskografie live zu präsentieren. Das Rostocker Publikum durfte sich jedenfalls über einen fabelhaften Auftritt freuen.

{image}In der Stadthalle Rostock, die sich auf dem neusten technischen Stand befindet, eröffneten The Hooters pünktlich den Abend. Die in die Jahre gekommenen US-Amerikaner präsentierten guten 80er Jahre Rock mit zweistimmigem Gesang und einem Einschlag von Folk. Keyboarder, Sänger und Gründungsmitglied Rob Hyman konnte ein wenig Deutsch, was ihm beim Publikum große Sympathien einbrachte. Trotzdem dauerte es etwas, bis die Zuschauer aufgetaut waren. Erst beim großen Hit Johnny B vom Album One Way Home aus dem Jahre 1987 gelang es den Hooters, die Rostocker für sich zu vereinnahmen. Danach hatten sie leichtes Spiel und wurden wohl auch deshalb nach einer Dreiviertelstunde mit Zugaberufen wieder verabschiedet.

{image}Nach einer halbstündigen Umbaupause kamen Status Quo auf die Bühne. Unnötigerweise hatten sie dieses Mal eine riesige LED-Wand mitgebracht, die dauernd Farbspiele abgab, aufgrund der musikalischen Qualitäten des Konzerts aber durchaus überflüssig war. Status Quo gingen mit Caroline gleich in die Vollen und legten Something About You Baby und eine Vollversion von Rain nach, in der auch erstmals der legendäre Gitarrentanz zu sehen war. Nach den ersten drei Stücken machte Francis Rossi einige humorvolle Ansagen, die aber nur teilweise verstanden wurden. Ein lustiges Pingpong mit "Hey Hey"-Rufen von der Bühne und Antwort aus dem Publikum klappte mäßig, war aber in Ordnung. Dann ging es mit dem Lied Rock'n'Roll And You vom neuen Album XYZ weiter, ein gutes Stück im klassischen Quo-Stil, das so auch in den 70ern hätte erscheinen können.

{image}Bei Softer Ride wechselte Andy Bown vom Keyboard an die Gitarre, wie noch häufiger am Abend. Mit Beginning of the End vom Album In Search Of The Fourth Chord spielte die Band daraufhin auch ein neueres Stück, das sich aber auch schon fast zum Klassiker gemausert hat. Two Way Traffic, auch von der neuen Scheibe, wurde darauf dann richtig hart und schnell gespielt. Die Jungs zeigten, dass sie es doch noch anders können. Das Quo-Medley, diesmal unter anderem aus Just Supposing, Down The Dustpipe und Little Lady bestehend, durfte ebenfalls nicht fehlen. Nach dem Potpourri kamen drei mittelmäßige Rockstücke, bevor es ruhig mit Gerdundula und der lustigen Story über die Namensgeber Gerd und Ulla weiterging. Das Publikum, hauptsächlich aus Ü-50ern bestehend, hörte interessiert zu. Aber der Mecklenburger lässt sich nicht so schnell erregen und so stand die Masse der häufig in Kostüm oder Hemd bekleideten Besucher bestenfalls mal mit dem Kopf nickend da und lauschte dem Boogey.

{image}Einer der großen Hits, In the Army Now, wurde dann aber doch durch heftig rhythmisches Klatschen und teilweises Mitsingen begleitet. Dann kam ein fettes Drumsolo von dem sonst größtenteils unbeteiligt wirkenden Schlagzeuger Matt Letley, wahrscheinlich steckt noch zu viel Studio- und Tourdrummer in ihm, obwohl er schon seit Jahren als offizielles Mitglied von Status Quo geführt wird. Das Solo endete dann in Roll Over Lay Down, und bei Down Down tanzten die Zuschauer endlich. Bei Whatever You Want brodelte der Saal und bei Rockin All Over The World kochte er endlich über. Nach 90 Minuten hatten es Status Quo geschafft, die Nordlichter zu knacken. Dank dafür gilt natürlich auch Rick Parfitt mit seinem Glitzerhemd und John Edwards am Bass, die beide ohne Unterlass über die Bühne fegten und sangen.

Nach einer kurzen Pause kamen die Herren, immerhin auch um die 60, zurück auf die Bühne und beendeten die Show nach 1 3/4 Stunden wie traditionell immer mit Bye Bye Johnny. Status Quo Konzerte bleiben ein Muss, die Jungs haben in all den Jahren nicht nachgelassen und wenn auch häufig verpöhnt, machen sie live den druckvollsten Rock von allen Bands – da könnten sich auch viele chartbrechende Newcomer einige Scheiben von abschneiden.

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