Madison Violet

Madison Violet © Stahl Entertainment

Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac lernten sich zwar in Toronto kennen, kommen aber beide aus einem kleinen Kaff in Nova Scotia im Osten Kanadas. Schon seit 1999 arbeiten Madison Violet musikalisch zusammen und veröffentlichten vor kurzem ihr viertes Studioalbum "The Good in Goodbye". Vergangenen Donnerstag waren sie zu Besuch im Privatclub in Berlin-Kreuzberg.

{image}Der kleine Privatclub, ein Gewölbekeller unter einem Restaurant in Berlin-Kreuzberg, ist an diesem Abend gut gefüllt, wenn nicht sogar ausverkauft. Scheinbar ist das kanadische Folk-Country Duo Madison Violet nicht mehr nur ein Geheimtipp. Das weiß auch die Regierung der Provinz Ontario, die die Europatournee der beiden unterstützt. Inzwischen hat das Duo einen ganz eigenen Stil entwickelt. Dieser ist zwar weder besonders provokant noch besonders innovativ, aber vielleicht ist es gerade das, was die Musik von Madison Violet so besonders macht. Sie verpacken ihre Geschichten in ehrliche Songs, die instrumental meist nur dezent untermalt werden, so dass Text und zweistimmiger Gesang stets im Vordergrund stehen – Musik zum Zuhören. Ein straffes Programm haben die Beiden noch vor und bereits hinter sich. In sechs Wochen spielen sie über 30 Konzerte in großen und kleinen Städten in Deutschland. An diesem Abend sind sie also zu Gast in der Hauptstadt: Bevor Madison Violet die Bühne betreten, zieht erst einmal ihr Support Tom Gillam, ein lustiger Amerikaner, die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Nur mit der Akustikgitarre bewaffnet singt er einige seiner Songs und quatscht munter mit dem Publikum. Eine gute Einstimmung auf den gesamten Abend, denn Distanz zwischen Bühne und Publikum gibt es hier praktisch keine.

{image}Schließlich bahnen sich dann die beiden Kanadierinnen mit ihrem Bassisten den Weg durchs Publikum nach vorne. Die Sicht ist an diesem Abend eher beschränkt, denn die Bühne darf bei der ebenso niedrigen Deckenhöhe nicht besonders hoch sein. So passt der Kontrabass gerade so in einen der Gewölbebögen. Auch ansonsten liegen den Musikerinnen ein paar technische Steine im Weg: Lisas Monitorbox fällt immer wieder aus und das Summen der Klimaanlage macht ihnen das Hören ihrer eigenen Stimmen auch nicht leichter. Die Beiden nehmen es aber mit Humor, witzeln darüber, warum man im Winter eine Klimaanlage braucht und als Brenley dann auch noch mitten im Lied auffällt, dass sie ihre Mundharmonika falsch herum trägt, können sie das Lied nur noch mit Mühe ohne Lachen zu Ende bringen. Das Publikum lacht mit und ist auch sonst durchaus motiviert zum Mitsingen, Mitklatschen und Zwischenrufen.

Aber es regiert nicht nur der Spaß. Wenn Brenley MacIsaac Lieder wie The Woodshop über die Ermordung ihres Bruders singt, sind alle wieder still. Zum Schluss darf dann noch einmal getanzt und mitgeklatscht werden, als Madison Violet den Bluegrass-Klassiker Cindy Cindy zum Besten geben. Die letzte Zugabe ist dann ganz passend der Titelsong ihres neuen Albums The Good in Goodbye, bei dem sie gänzlich auf Verstärkung und kaputte Monitorboxen verzichten. Das Gute am Abschied von Madison Violet kann nur sein, dass man sich schon auf ihr nächstes Konzert freuen kann.

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