Lake Cisco (live im Stadmitte, Karlsruhe 2011)

Lake Cisco (live im Stadmitte, Karlsruhe 2011) © Ann Buster

Auf ihrer "Permanent Transient"-Tour machte die post-progressive Band Lake Cisco auch im Heidelberger Kosmodrom halt. Leider hatten das im Vorfeld doch nur wenige Menschen mitbekommen, denn richtig voll wurde die Halle nicht. Die vier Koblenzer und ihre Vorband Hellespont Fairfax ließen sich davon aber nur wenig beeindrucken und lieferten ein wunderbares Konzert ab.

{image}Im Jahr 2009 konnte man zum letzten Mal etwas Offizielles von Lake Cisco hören: Ataraxia, die erste EP der vier Koblenzer, ließ auch regioactive.de aufhorchen. Deswegen packten wir die Jungs ein Jahr später auch auf unseren AUDIOSURF-Sampler für die Musikmesse in Frankfurt. Kurz darauf wurde es leider ruhig um die Band, man suchte nach einem neuen Schlagzeuger und neuem Sound. Den Schlagzeuger fand man mit Simon Scheibel, der seitdem die Drums bearbeitet. Den neuen Sound zu finden dauerte dann aber doch etwas länger. Aber heute, nach zweijähriger Pause, steht das Debütalbum Permament Transient in den Verkaufsregalen und lässt erahnen, dass sich die Suche gelohnt hat. Den endgültigen Beweis kann im Pop aber nur das Livekonzert aufzeigen und daher ging es für Lake Cisco gleich auch auf Tournee, Station in Heidelberg inklusive.

{image}Fürs Aufwärmen hatten sich Lake Cisco für diesem Termin die Mannheimer Band Hellespont Fairfax an Land geholt, bei uns auch keine Unbekannten mehr: Bei der Musikmesse 2011 begeisterten sie die Messebesucher mit einem kleinen Akustikkonzert. Die drei Jungs und ihr weibliches Bassfundament kamen ihrem Arbeitsauftrag auch in Heidelberg sehr gut nach, hatten aber das gleiche Problem wie die Hauptband etwas später, denn das Publikum konnte man an zwei Händen abzählen. Woran das lag, bleibt reine Spekulation, die wir aber gerne einmal betreiben. Lag es am Wochentag, an dem das Konzert stattfand (Mittwoch)? Oder war doch der Veranstaltungsort das Problem, schließlich liegt das Kosmodrom mitten im Heidelberger Industriegebiet, was leider auch die Zukunft des Projekts bedroht. Oder lag es doch, wie böse Zungen behaupten, daran, dass das Konzert in Heidelberg stattfand? Man weiß es nicht, die wenigen Zuschauer bekamen dann aber dafür umso mehr Hellespont Fairfax geboten. Mit viel neuem Material zeigten die Mannheimer, wo es in Zukunft hingegen soll. Die "Klassiker" der Band durften aber auch nicht fehlen. Und so konnte man dank des großartigen Refrains von Have you ever auch schließlich hautnah erleben, dass eine leere Halle in Sachen Hall auch ihre Vorteile bietet.

{image}Nach einer kurzen Umbaupause legten dann aber auch sofort Lake Cisco los. Im Vorfeld zur Tour hörten wir hier bei regioactive.de aus dem Sound der Band "progressive Klänge" heraus. Was das genau sein sollte, wurde im Kosmodrom deutlich. Ein Mix aus wunderschönen Melodien und wunderschönem Noise der Gitarren- und Bassfraktion wurde von Florian Sczesnys Gesang und Geschrei zusammengehalten und dem Schlagzeugspiel von Simon Scheibel treibend unterlegt. Für die zur Musik passenden Moshpits fehlte leider das Publikum. Davon ließen sich Lake Cisco aber nicht beeindrucken. Denn um ihr Rampensau-Dasein zu zeigen, brauchte die Band auch in Heidelberg nur die Bühne. Wie das aussehen kann, zeigt das Video zu An Answer Too Complexe To Question. Man achte auf das Mienenspiel des Sängers:

Lake Cisco – An Question Too Complex To Answer

 

An Answer Too Complexe To Question war nicht das einzige Stück aus Permament Transient. Lake Cisco führten das gesamte Album auf, und so konnte man die neuen Songs nicht nur hören, sondern durch das Gesamtpaket auch "erleben". Zusammen mit Hellespont Fairfax boten Lake Cisco ein gelungenes Konzert, das genug Kraft gehabt hätte, um auch eine volle Halle ins Schwitzen zu bringen. In Heidelberg fehlte dafür leider eben nur die volle Halle.

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