Am Samstag freuten sich die Zuschauer auf Acts wie Beirut, den Elektro-DJ Boys Noize, Pantha du Prince oder auf die drei HipHopper von den Beginnern. Wie es war, könnt ihr im zweiten Teil des Festivalberichts vom Berlin Festival 2011 nachlesen.

{image}Nachdem am Freitag die agilen Altherren von Suede und Primal Scream das Berlin Festival beehrt hatten, begann der Samstag mit einer Vielzahl talentierter Jungspunde. Die smarten Island-Boys von Retro Stefson feierten zum Beispiel auf der Main Stage zu früher Stunde eine schrille Kindergeburtstagsparty inklusive Tennis-Pantomime. Oder auch die schwedische Künstlerin Andrea Kellerman alias Firefox AK war mit süßem Elektropop im Hangar 5 vertreten. Die Frau von Tiger-Lou-Frontmann Rasmus Kellerman zeigte den Altgedienten, wie man heutzutage dem Publikum Gefühle entlockt, so zum Beispiel beim seichten Hauchen von Boom boom boom. Auf sehr viel anspruchsvollere Weise taten dies auch die Briten von Mount Kimbie. Die Band zog mit dem verschachtelten und dissonanten Elektrosound jene an, die es auch auf Festivals kompliziert mögen.

{image}Ein gutes Kontrastprogramm zu diesen verqueren Klängen gab es zur gleichen Zeit auf der Main Stage. So boten die neuseeländischen Elektropopper von The Naked And Famous den Fans leichten, wohlklingenden und eingängigen Mainstream-Pop. Mit den dazugehörigen bunten Videosequenzen im Hintergrund wirkte das allerdings durchaus vital und faszinierend. Im Gegenteil zum nächsten Act auf der Hauptbühne – Beirut. Der osteuropäische Folk-und Gypsy-Sound des Zach Condon und seines "Orchesters" um Akkordeon- und Trompeten-Spieler hatte zwar etwas bittersüß-melancholisches, dessen Musik einem das Herz brechen müsste, doch der Frontmann wirkte dabei leider, als ob diese Veranstaltung für ihn nur eine Pflichtnummer wäre.

Eine alternative und deutlich bessere Performance gab es etwa zeitgleich im gut gefüllten Hangar 4 zu sehen. In dämmriges Licht getaucht und die Beats durch Videosequenzen unterlegt, begeisterte der Elektrokünstler Pantha du Prince die Massen mit atmosphärischem Elektrosound. Ähnliche Begeisterungsstürme löste gleich danach auf der Main Stage auch Boys Noize aus. Allerdings setzte der Inhaber des gleichnamigen Labels mit seinen treibenden Sounds nicht so sehr auf atmosphärische, sondern vielmehr auf ekstatische Momente. Die Beats spürte man hier am ganzen Körper. Um seine Show noch bombastischer zu machen nutzte er dazu mit Nebelschwaden und Feuerfontänen die Möglichkeiten der Pyrotechnik aus.

{image}Der lang ersehnte Reunion-Auftritt von den Hip-Hop-Stars der Beginner konnte da nur schwer mithalten. Auch, weil die textreichen Lyrics der Band im Soundbrei der Musikanlage leider oftmals untergingen. Eine gute Show boten die Beginner mit ihren Entertainer-Qualitäten aber dennoch. Die Hip-Hop-Legenden von Public Enemy um Skandalrapper Flavor Flav und Elektro-DJ Mr. Oizo sorgten schließlich mit Rap-Hymnen und stampfenden Beats für einen krönenden Abschluss des Berlin Festivals 2011.

Das Resümee des Berlin Festivals 2011 fällt rundum positiv aus. Bis auf den noch verbesserungswürdigen Sound passte dieses Jahr eigentlich alles. Es gab ein starkes Line-Up, die neuen Bühnenausrichtungen überzeugten und der Ablauf lief viel profesioneller und organisierter ab als im letzten Jahr. Mit dem auf dem Flugfeld ansässigen Autoscooter sowie einer Kopfhörer-Disco und einer Art-Village gab es dazu viel Neues auf dem Gelände zu entdecken. Toi, toi, toi für das Berlin Festival 2012, damit es genauso entspannt und vielseitig werden wird.

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