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The Faceless (live im Stadmitte, Karlsruhe 2011) © Ann Buster

An einem Freitag den 13. fand der Tourauftakt von The Faceless, Born Of Osiris, Veil Of Maya und Gorod in der Karlsruhe Stadtmitte statt. Für technisches Todesblei und allerhand Verrücktes ist das natürlich ein gutes Omen. Auch wenn am ersten Tag der Tour noch nicht alles ganz glatt lief, trotzten alle Bands mit geballter Energie und ungezügeltem Wahnsinn. Für alle Freunde des Frickel-Death-Metals ein wahrer Ohrenschmaus.

{image}Eine schon sehr gut gefüllte Stadtmitte heißt die Franzosen Gorod willkommen. 2005 hat man sich von Gorgasm in Gorod umbenannt, um nicht mit gleichnamiger Band aus Chicago verwechselt zu werden. Sie antworten mit technischem Death Metal, rasant schnellen Unisonoläufe auf Gitarren und Bass und Sänger Julien growlt und keift sich herrlich durch das Set. Die Band hat sofort alle Sympathien des Publikums - und die Anerkennung der Musikerpolizei. Diese steht mit verschränkten Armen und offenen Mündern da, bekommen sie doch komplexe Fingerakrobatik im Stile von Cynic, Necrophagist oder späte Death geboten. Doch Gorod treten das Gaspedal nicht die ganze Zeit durch: in den gemäßigteren Zwischenparts blitzt Progrock Marke späte King Crimson durch.

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Wegen technischer Probleme verzögert sich leider der Start von Veil Of Maya, auch die Spielzeit muss daher verkürzt werden. Doch die reduzierte Spielzeit machen sie mit Extra-Energie wieder wett. Die Musiker-Polizei wird nun vom ersten Moshpit vertrieben. Ihr Deathcore mit Elementen von progressivem Death Metal lädt doch deutlich mehr zum Hüpfen ein. Ihr Bandname ist ein Tribut an Cynic, deren gleichnahmiger Song der Titel eines Gedichtes von George William Russell ist. Ein Wahnsinnsjob macht Gitarrist Marc Okubo - nicht zu fassen, dass da wirklich nur eine Gitarre am Start ist. Er füttert seinen Looper mit Melody-Lines, die dann mit Blastbeats der ganzen Band unterlegt werden. Leider ist nach 4 Songs schon Schluss und alle Anwesenden sind hungrig nach mehr!

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Born Of Osiris kommen aus dem gleichen Stall (Sumerian Records) wie Veil Of Maya. So steht auch Deathcore mit progressivem Death Metal auf dem Programm, durch Keybords und zweitem Sänger doch deutlich melodischer. Ihre Songs bieten ein Wechselspiel von roher Intensität zu Atmosphäre, Gefühl und Exstase. Elektronische Soundscapes verbinden die Songs, ehe die nächste Blastattacke hereinbricht. Melodische zweistimmige Gitarrenläufe dominieren die Songs, wie sie auch von Children of Bodoms Alex Laiho stammen könnten. Die Stadmitte ist ein einziger Moshpit und die Meute singt lautstark mit Ronnie Canizaro mit. Mit ihrem neuen Longplayer The Discovery im Gepäck sind sie bereit für a higher place.

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The Faceless zelebrieren technischen Death Metal für Freunde von Nile und The Black Dahlia Murder. Mit dem neuem Tieftöner Evan Brewer an Board haben sie die Arbeiten am kommenden Album für diese Tour unterbrochen. Mit The Eidolon Reality kommt ein Vorgeschmak auf die neue Scheibe, immerhin sind seit Planetary Duality schon wieder fast 3 Jahre in das Land gezogen. Die technischen Highspeed-Parts werden immer wieder von sphärischen cleanen Passagen unterbrochen, auch die zusätzlichen cleanen Vocals von Michael Keene verleihen der Musik mehr Abwechslung und Tiefe. Was The Faceless musikalisch darbieten ist einfach superb – eine groovende Schlagzeugarbeit mit einem Bass der nicht nur den Gitarrenläufen folgt, sondern filligran sein eigenes Universum erschafft. Michael Keenes Gitarrenarbeit pendelt zwischen Jazz und purer Technik, man kann es fast schon brutalen Hochgeschwindigkeits-Jazz nennen.

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Da kann man als Abschluss nur die Programmvorschau von Mount Caldera zitieren: "Blastbeats, Tech Metal-Kanten und allerlei Verrücktes! – Der helle Wahnsinn!" Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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