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MASTER MUSICIANS OF BUKKAKE (live auf dem Dudefest, Karlsruhe, 2011) © Ann Buster

Das Easter Dudefest zeigte am Samstag vor Ostern eine vitale Szene in Subgenres, von deren Existenz viele gar nicht wissen. Viele Jünger von Doom, Drone, Ambient und allen erdenklichen Spielarten des Metal sind schon bei Türöffnung kurz vor 16.00 Uhr anwesend, um Teil eines einzigartigen Festivals zu sein. Ein großes Kompliment an Chris Marmann und Mount Caldera, die diesen Monolith auf die Beine gestellt haben.

{image}19 Bands in 10 Stunden, das genau so gewaltig wie das Dargebotene ist. Die Bands teilen sich beide Bühnen im Jubez immer mit leichten Überschneidungen abwechselnd. Respekt an die Crew, die den ganzen Ablauf ohne Verzögerungen, mit einem Mördersound und mit Bravour gemeistert hat. Als die Spirits of the Dead um 15.45 Uhr die Bühne entern ist das kleine Jubez schon gut gefüllt. Mit ihrem 70er-Jahre lastigen Doom, der an ganz alte Trouble erinnert, waren sie ein leichter Einstieg für jenes, das an diesem Abend noch folgen sollte.

Die Planks aus Mannheim wirken in der versetzten Bühne des grossen Jubez, nur Licht von unten, wie ein Einblick in ein Panoptikum. Brachial und monoton, mit einer unglaublichen Energie, bekommt man in Jaz Coleman-Manier die Message eingehämmert. Auf der großen Bühne folgt Imaad Wasif, der mit seinem Trio schamanenhaft seinen Stoner zelebriert. Deutlich in den 70ern verwurzelt,
erinnert dies an die Powertrios dieser Ära. Jefre Cantu-Ledesma, The Winchester Club und Nadja bieten Ambient mit Videoeinspielungen, bei denen die Band vollkommen in den Hintergrund rückt. Nur durch ihre Musik nehmen sie die Zuhörer auf eine Reise in einen unbekannten Kosmos.

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Den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen Barn Owl, die nur mit zwei Gitarren eine monolithische Klangwand aufbauen. Soundscapes, die sich immer weiter auftürmen und einen Weg in das Innerste der Seele mauern. Während Sabbath Assembly im kleinen Jubez im Singer-Songwriter-Stil ruhige Töne anschlagen, bieten Ludicra eine kranke Thrashmetal-Show. Ein brutal energiegeladenes Set, fliegende Haare aller Bandmitglieder und eine Sängerin, die sich ihre an den Teufel verkaufte Seele aus dem Leib schreit.

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Im Laufe des Festivals wird es immer schwerer zwischen beiden Bühnen zu wechseln, da beide Stages immer sehr gut besucht sind. Leider können die Besucher durch die Überschneidungen nicht alle Bands komplett anschauen. Man ist von einer Performance so gefangen, dass man nur noch den Schluss einer anderen Band mit bekommt.

Was wäre, wenn Björk eine Faible für Noise Rock hätte? Sie würde vermutlich so klingen wie Julie Christmas! Brachiale Attacken wechseln mit ruhig verspielten Parts, ständig dominiert von einer charismatischen Frontfrau. Liturgy spielen Black Metal in seiner wohl nihilistischsten Form. Sie zerstören alles, was Bestand hat und setzen es neu zusammen, eine einzigartige Band ihres Genres. Sie treiben die Energie auf die Spitze, primitiv und ursprünglich, wie einst von den norwegischen Helden geschaffen. Der ruhigere Counterpart bietet die Small Stage mit Suis La Lune und Pianos become the Teeth. Batiktücher und zwei Schlagzeuge dominieren die Bühne des Jubez, als die Master Musicians of Bukkake die Bühne entern. Komplett als Tuaregs gekleidet, folgt eine Reise durch orientalische Soundscapes mit viel Humor. Sie zeigen, dass Kunst nicht immer ernst sein muss, aber trotzdem genau so intensiv ist.

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Corrosion of Conformity sind wohl die bekannteste Band des Festivals. Doch anders als der Southernrock-lastige Sound seit dem Einstieg von Pepper Keenan sind sie mit ihrem ursprünglichen Hardcore im "Animosty"-Line-Up angereist. Da Pepper mit Down doch sehr aktiv ist, zeigen die verbliebenen Mitglieder ihre Wurzeln vor einer prall gefüllten Big Stage des Jubez. Die Drone-Doom Götter Earth vollenden dieses wahnsinnige Festival. Die Gründer dieses Genres zelebrieren die tiefsten Frequenzen und die Langsamkeit, die Intensität der Monotonie, anstrengend und kräfteraubend. Ihr Sound ist wie eine Wand, mäht alles nieder, fegt alle Gedanken aus dem Kopf und hinterlässt eine Stille wie am Ende aller Zeit. Gravelines aus Karlsruhe liefern mit ihrem elektronischem Drone die perfekten Untermalung zum Shirts, CDs und Vinyls kaufen.

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Ein fulminates Festival! Eine einzigartige Organisation, stets freundliche Crew-Mitglieder und viele einzigartige Bands, die für viele an diesem Abend zugänglich gemacht wurden, haben diesen Abend zu einem ganz besonderem Ereignis gemacht.

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