Wir Sind Helden (live in Mannheim, 2011)

Wir Sind Helden (live in Mannheim, 2011) © René Peschel

Die Helden sind zurück! Im August 2010 erschien das vierte Studioalbum "Bring mich nach Hause" der Helden und jetzt geht es ab diesem März zurück auf die Clubbühnen der Republik - Termine bis in den September (Leipzig) hinein stehen fest. Am Faschingsdienstag versammelten Wir Sind Helden ihre Fans in der Maimarkthalle in Mannheim, um zu zeigen, dass man auch ohne Karneval viel Spaß haben kann. Das gelang - zur Freude der Zuschauer.

{image}Wir sind Helden machten in letzter Zeit Schlagzeilen, als sie im Gegensatz zu vielen anderen Prominenten nicht auf die verlockende Falle der Bild-Zeitung hineinfielen und ihre Ablehnung öffentlich machten. Allein dafür verdienen sie den höchsten Respekt, denn für Prominente ist es nach wie vor im höchsten Maß riskant, sich mit der Bild-Zeitung anzulegen, die in solchen Fällen gerne monate- oder jahrelange Kampagnen gegen die Betroffenen inszeniert – mit dem einzigen Ziel, diese zu diskreditieren und herabzuwürdigen. Man kann nur hoffen, dass der Band das erspart bleibt, wenn auch möglicherweise nur deshalb, weil sie als Ziel nicht lohnend genug sind.

{image}Das Konzert von Wir sind Helden im gut gefüllten, aber bei weitem nicht ausverkauften Maimarktclub in Mannheim, beginnt ohne klare Linie. Auf das bemühte Was uns beiden gehört folgen mit Von hier an blind und Ist das so? erste Höhepunkte. Insgesamt wird schnell deutlich, dass nicht jedes Helden-Lied wirklich überzeugt, vieles – wie beispielsweise Alles oder das melancholische Echolot – können den Eindruck der Mittelmäßigkeit nie abschütteln. Das wunderschön-traurige Bring mich nach Hause, das Titelstück ihres letztens Albums, erhält wiederum nicht den Applaus, den es eigentlich verdiente – vielleicht passte es nicht zur Stimmung des Abends. 

Mit Forever Young/The Geek, das die Zuschauer zum ersten Mal zum Mitsingen animiert, beginnen dann die eigentlichen stimmungsmäßigen Höhepunkte des Auftritts. Rüssel an Schwanz unterhält die Zuschauer mit einem ausgedehnten Instrumental-Teil, bevor der Dreiklang des Debüts Aurelie, Guten Tag und vor allem Denkmal die Halle zum Kochen bringt. Den Refrain des genial-unverfroren bei den Pixies geklauten Denkmal hätten die Zuschauer wohl stundenlang gesungen, wenn Wir sind Helden das Lied nicht irgendwann zum Abschluss gebracht hätten.

{image}Die Zugaben beginnen Wir sind Helden mit einer wunderbaren Cover-Version des Dylan-Klassikers I Shall Be Released im Duett mit Francesco Wilking. Ein weiterer Klassiker vom Debütalbum, Müssen nur wollen, löst anschließend wahre Begeisterungsstürme aus – und der Abschluss mit dem rockigen Im Auge des Sturms, das gekonnt in Let The Sunshine In übergeht, sorgt dafür, dass das Publikum die Band begeistert feiert und noch ein zweites Mal auf die Bühne zurückjubelt.

Etwas eigenartig ist hingegen die Entscheidung das knapp zweistündige Konzert mit zwei melancholischen Liedern zu beenden, die fast als Rausschmeißer fungieren. Der Titel Bist Du nicht müde? wirkt in diesem Zusammenhang mehr als nur ein bisschen ironisch. Trotz des antiklimaktischen Endes bewiesen Wir sind Helden erneut ihre Qualitäten als Liveband. Sie zählen fraglos nicht zu den herausragenden Bands ihrer Zeit, aber bieten in ihren Konzerten stets solide Unterhaltung. Und das ist ja auch viel wert.

 

Noch mehr Fotos vom heldenhaften Auftritt in Mannheim!

Wir sind Helden-Setlist:

Was uns beiden gehört - Von hier an blind - Ist das so? - Gekommen um zu bleiben - Echolot - Alles - Bring mich nach Hause - Ein Elefant für Dich - Forever Young/The Geek (Shall Inherit) - 23:55: Alles auf Anfang - Rüssel an Schwanz - Endlich ein Grund zur Panik - Aurelie - Guten Tag - Denkmal

1. Zugabe: I Shall Be Released - Müssen nur wollen/Once In A Lifetime - Im Auge des Sturms/Let The Sunshine In

2. Zugabe: Die Ballade von Wofgang und Brigitte - Bist Du nicht müde?

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