© Achim Casper

2006 eroberten die beiden Schweden von Johnossi mit ihrem ersten selbstbetitelten Album die Herzen ihrer Fans bereits im Sturm. Nun bewiesen sie am 24. Januar im Potsdamer Lindenpark, dass sowohl Herzen, als auch der Sturm noch immer vorhanden sind.

Obwohl es schon ein gutes dreiviertel Jahr her ist, dass Johnossi ihre letzte Platte Mavericks veröffentlichten, ist der Andrang zu ihrem Konzert im Lindenpark in Potsdam groß. Der Support Britta Persson zeigt, dass die Johnossi-Besetzung (Gitarre/Gesang, Schlagzeug) nicht unbedingt ein Erfolgsrezept sein muss, wird aber dennoch vom Publikum höflich beklatscht. Eigentlich warten aber alle nur auf John Engelbert und Oskar "Ossi" Bonde, die aus ihren Vornamen kurzum auch ihren Bandnamen machten, wie es schon andere große Schweden vor ihnen taten (siehe ABBA).

Die beiden lassen auch nicht allzu lange auf sich warten und legen sofort mächtig los. Im Publikum gibt es fortan kein Halten mehr. In den zu 99,5% weiblichen ersten beiden Reihen wird geschwärmt, im Peloton dahinter wird wild gesprungen. Dass der Großteil des Publikums fast jede Zeile mitsingen kann ist Ehrensache und so ist es auch schon fast kein Wunder mehr, dass sich niemand zweimal bitten lässt Ossi sofort ein Ständchen zu singen, als John "Today is a very special day, it's Ossi's birthday" verkündet.

Das Geburtstagskind bedankt sich höflich und haut sogleich wieder mächtig auf sein Schlagzeug ein, während John weiter alle Songs auf seiner verzerrten Halbakustikgitarre spielt und Hits wie Party with my Pain oder Man Must Dance ins Mikrofon schreit. Wieder übernimmt das Publikum den größten Teil der körperlichen Arbeit und klatscht, singt und springt – ohne große Aufforderungen.

Nach knapp einer Stunde verabschieden sich die beiden zum ersten Mal von der Bühne, natürlich nur, um sich kurz darauf zurückklatschen zu lassen und noch ein paar Zugaben zu geben. Mit ihrem Hit Roscoe beenden sie schließlich diesen Abend und lassen ein verschwitztes aber glückliches Publikum zurück. Johnossi haben einmal mehr bewiesen, dass sie keine weiteren Musiker brauchen, um ihren dicken Sound in den Raum zu stellen. Der Preis für das beste Instrument auf der Bühne geht definitiv an die Spielzeug-Strahlenpistole.

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