Wye Oak

Wye Oak © City Slang

Die neueste Errungenschaft des Labels City Slang, das uns schon mit Arcade Fire oder The Notwist beglückte, heißt Wye Oak, besteht aus der Sängerin und Gitarristin Jenn Wasner sowie dem Keyboarder und Schlagzeuger Andy Stack und spielte sich gestern erstmalig live in die Herzen des Berliner Publikums.

{image}Vielleicht liegt es daran, dass Radiosender und Label zuvor kräftig die Werbetrommel gerührt haben, vielleicht ist es auch einfach eine Vorahnung, dass dies ein tolles, kleines Konzert wird, jedenfalls ist die Lobby des Berliner Designhotels Michelberger in Friedrichshain bereits eine halbe Stunde vor Beginn so voll, dass man kaum vor oder zurück gehen kann. Das bekannte Berliner Label City Slang stellt an diesem Abend die neue Band Wye Oak aus Baltimore vor, deren Debütalbum Civilian am 4. März auch in Deutschland erscheint (→ 1 Song zum freien Download). Die beiden Bandmitglieder wirken etwas aufgeregt als sie die "Bühne", oder besser die Ecke, in der ihre Instrumente stehen, betreten, doch sobald sie das erste Lied anstimmen steht fest: sie klingen so souverän und so perfekt, wie man es sich von manch anderer bekannten Band live nur wünschen kann. Das sieht auch das Publikum so, denn egal ob Leute vom Label, extra angereiste Musikfreunde oder Hotelgäste, die zufällig in der Lobby saßen und nun einfach nicht mehr herauskommen, alle sind spätestens nach zwei oder drei Liedern der Band erlegen.

Nicht nur dem nahezu virtuose Spiel von Andy Stack auf Schlagzeug und Keyboard zugleich, sondern auch der melancholischen und starken Stimme von Jenn Wasner muss man einfach zuhören. Ihre Songs setzen sich aus vielen Schichten zusammen und ergeben gemeinsam einen teils ruhigen, teils nahezu ekstatischen Klangteppich. Hin und wieder muss man verwundert zur Bühne schauen, um fest zu stellen, dass da wirklich nur zwei Personen spielen.

Auch wenn es fast so wirkt, als wäre es den beiden ein wenig peinlich, dass sie so wohlwollend empfangen und beklatscht werden, so genießen sie auch sichtlich ihren Erfolg und lassen sich zu mehreren Zugaben überreden. Zum Schluss geben sie noch eine Coverversion des Kinks-Songs Strangers zum Besten und verabschieden sich mit einem kurzen zweistimmigen Gesang, bei dem Andy Stack beweist, dass auch er sich nicht vor dem Mikrofon verstecken muss.

Mehrfach versichern sie dem begeisterten Publikum, dass sie bald wieder kommen. Doch erstmal dürfen wir uns nun auf das Debütalbum freuen, das nach diesem Konzert zu urteilen, nicht schlecht werden kann.

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