David Garrett (live in Mannheim, 2010)

David Garrett (live in Mannheim, 2010) © René Peschel

Stargeiger David Garrett hinterließ einen bleibenden Eindruck beim Mannheimer Publikum in der SAP Arena. Der 30-jährige Aachener rockte mit seiner Stradivari zwischen Bach und U2 die Bühne und zog dabei einen Regenbogen der Töne zwischen Klassik und Rock.

{image}Die Halle füllt sich, das Licht wird immer schwächer und die ersten Töne einer Geige erklingen. David Garrett kommt spielend aus einem Block zwischen den Zuschauern die Treppe hinuntergelaufen. Kashmir heißt der erste Song. Ein Rock-Klassiker von Led Zeppelin, der auf seinem neuen Album Rock Symphonies zu finden ist, welches er mit dieser Tour vorstellt. Garrett begrüßte die 10.000 Fans und legte seine Version von Beethofen’s 5te auf, im Rücken seine Live-Band und das Orchester der neuen Frankfurter Philarmonie. Teil seiner Show sind auch die fantastischen Bühneneffekte, wie Flammen, Lamettaregen oder auch die großartigen Lichteffekte. Als nächstes folgte Paul McCartney’s schöne Rock-Ballade Live And Let Die. Zwischen den Stücken erzählte der sympathische Geiger immer wieder kleine Anekdoten aus seiner Kindheit oder Tourgeschichten, bei denen sich die Zuschauer köstlich amüsierten.

{image}Nach einem klassischen Stück von Pablo Sarasate, welches spanisches Flair in die Arena brachte, rockte Garrett mit Nirvanas Smells Like Teen Spirit wieder die Bühne, umnebelt von dicken Rauchschwaden. Es folgten Bachs dramatisches Stück Toccata, sowie November Rain von Guns 'n Roses, an dem er sich nach eigenen Angaben schon seit drei Jahren versuche, bis er es jetzt endlich in sein Programm der Rock Symphonies-Tour aufnehmen konnte. Und das lange Üben hat sich gelohnt. Die Harmonie zwischen den rockigen Gitarren und der sanften Geige lud zum Träumen ein und verleihte dem Zuhörer eine angenehme Gänsehaut.

{image}Dann spielte er das bekannte Stück Czardas des Geigers Vittorio Monti, bevor er mit Mission Impossible durchstartete, begleitet von einer beeindruckenden Lasershow. Eines der letzten beiden Stücke vor der Pause war das Tribute zu Michael Jackson. Garrett spielte Smooth Criminal, unplugged und nur von einer Akustikgitarre belgeitet. Mit Walk This Way von Aerosmith setzte er nochmal einen schönen Rock-Titel nach, bevor er sich in eine 30 minütige Pause verabschiedete. Mit Child's Anthem von Toto ging es nach der Pause dann wieder richtig zur Sache. Ebenso mit Vivaldi vs. Vertigo, wo Garrett wieder Klassik und Rock ineinander laufen ließ. Dann der Moment auf den alle gewartet hatten. David Garrett spielte den Soundtrack zur Erfolgstrilogie Fluch der Karibik. Während dem Stück wanderte er spielend durch die Publikumsreihen. Danach folgte Rock Symphonies, der namensgebende Song seines neuen Albums.

{image}Weiter ging es mit Led Zeppelins Rock 'n Roll und Asturias von Isaac Albenitz, einem Song mit hohem Schwierigkeitsgrad, den Garrett voll konzentriert, aber nahezu spielerisch vortrug. Ganz ruhig und romantisch ging es bei I Stand By You von The Pretenders zu, welches der 30-jährige Geiger voller Hingabe spielte. Bei Metallicas Master Of Puppets wurde Garrett auf einem Podest von der Bühne aus hochgefahren, direkt vor den großen runden Screen, auf dem große Kreuze erschienen. Mit Rocking All Over The World von Status Quo ließ Garrett einen alten Rock-Klassiker wieder aufleben. Gegen Ende musste das Publikum sich dann auch nochmal beweisen. Bei dem AC/DC-Kracher Thunderstruck durfte im Refrain kräftig mitgebrüllt werden. Nach Standing Ovations und lauten Zugaberufen gab der Deutsch-Amerikaner unter einem Meer aus Lichtern, verursacht von den Handys der Zuschauer, noch den Beatles-Klassiker Hey Jude zum Besten, bevor er sich von den 10.000 Fans in der ausverkauften SAP Arena verabschiede. Es war ein erfolgreicher Abend mit viel Gefühl, Spannung und Action.

David Garrett trifft den Nerv der Zeit und schafft es sogar junge Menschen, wieder für klassische Musik zu begeistern. Für die ausverkaufte SAP Arena bekam der Stargeiger dann sogar noch den Sold-Out-Award überreicht. Wer Garrett leider verpasst hat oder ihn nochmal erleben möchte hat am 29. Juni 2011 die Chance dazu. Denn dann steht er wieder hier, auf der Bühne der SAP Arena in Mannheim.

→ Fotogalerie: David Garrett in der SAP Arena Mannheim, 2010

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