Hurricane

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Durchwachsenes Wetter und seine Folgen: Unseren Hurricane-Redakteur legte es nach dem Festival danieder. Dennoch wollen wir euch seine Festivaleindrücke nicht vorenthalten: Freitags fiel der Startschuss für das 14. Hurricane Festival im niedersächsischen Scheeßel. Dort erwartete die Festivalbesucher am ersten Tag gemeinsames Public Viewing, unbeständiges Aprilwetter und Bands, die für gute Stimmung und Partylaune sorgten.

{image}Als Fußball- und gleichzeitig musikbegeisterter Festivalfan hat man es diesen Sommer wegen der parallel zu zahlreichen Großevents stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft manchmal schwer. Wofür soll man sich entscheiden? Für das Fußballgucken und die Anfeuerung des Lieblingslands im heimischen Biergarten, oder für die Fahrt zu einem Musikfestival, und damit auch für drei Tage Camping und Feiern? Die Festivalleitung des Hurricane 2010 machte den 70.000 angereisten Festivalisten, wie auch schon in den vergangenen Jahren bei solchen Ereignissen, ihre Entscheidung leicht. Sie veranstaltete auf einer Großbildleinwand neben dem Festivalgelände Public Viewing. Mit Erfolg. Zahlreiche Besucher nutzten dies wenige Stunden vor Beginn, um sich mit dem Deutschland-Spiel gegen Serbien schon einmal für drei Tage Musik in Stimmung zu bringen. Aufgrund des Ergebnisses gelang dies zwar nur teilweise, aber dafür freute man sich danach umso mehr, dass das Festival nun beginnen konnte. Das Publikum durfte sich dieses Jahr auf ganze vier Bühnen, darunter zwei offene (Green und Blue Stage) sowie zwei Zeltbühnen (Red und White Stage) freuen, auf denen sich bis in die Nacht parallel zahlreiche nationale und internationale Musiker und Bands tummelten. Auf der White Stage konnte man zudem jeweils bis zum Abend an allen drei Festivaltagen verschiedene Kunst-, Flug- und Artistik-Shows bewundern.

{image}Eröffnet wurde das Hurricane 2010 auf der Blue Stage von den Schotten Biffy Clyro, die diesmal jedoch einen unangenehmen Part erwischt hatten, da zu diesem Zeitpunkt noch viele der Leute am Einlass warteten, die zuvor das Fußballspiel verfolgt hatten. Ähnlich, aber schon merklich besser, gingen es da The Get Up Kids, die die Green Stage eröffneten, sowie Alberta Cross, die wiederum die überdachte Red Stage einweihten. Gefolgt wurden diese Bands wenig später von einem bescheidenen und ruhig wirkenden Songwriter namens Frank Turner auf der Blue Stage und den Bluesrockern Band Of Skulls, die einen couragierten und ambitionierten Auftritt der auf der Red Stage hinlegten.

{image}Richtig voll wurde es dann bei Moneybrother, der mit seinem Musikmix aus Soul, Reggae, Pop und Rock den Zuschauersaal im roten Zelt erstmals richtig zum Kochen brachte. Ebenfalls für partytaugliche Stimmung sorgte die deutsche Band Madsen auf der Green Stage. Deren Sänger hatte sich vor kurzem noch bei einem Videodreh schwer verletzt, schien bei diesem Auftritt aber gut genesen zu sein. Die Shout Out Louds sorgten danach auf der Blue Stage für wunderbar atmosphärisch-leichte Melodien, während die White Stage zeitgleich von den jungen Electro-Newcomern Kap Bambino eröffnet und wenig später von den fantastisch-verspielten und energetischen Isländern FM Belfast übernommen wurde.

{image}Ähnlich euphorische Stimmung konnten, wie fast schon nicht anders zu erwarten, auch die Beatsteaks entfachen, die die Zuschauer vor der Green Stage mit ihrer kraftvollen Musik zum euphorischen Tanzen und Hüpfen brachten, bevor zunächst Mando Diao mit einem soliden, routinierten Auftritt auf der Blue Stage, und Mr. Oizo mit einem wilden, elektronischen DJ-Set auf der White Stage den ersten Tag langsam schwungvoll ausklingen ließen.

Was vom Tag blieb, war die Erkenntnis, dass das Fußballspiel nach dieser Reihe von stimmungsmachenden Konzerten längst vergessen war und das Wetter zwar bisher besser als angekündigt war, sich aber dennoch wie unbeständiges, kaltes Aprilwetter anfühlte. Die beiden Zeltbühnen waren zwar schöne Ideen, aber erreichten allzu schnell ihre Kapazitätsgrenzen, so dass zahlreiche Fans nicht mehr hinein gelassen wurden. Letzterer Punkt sollte am Samstag noch eine große Rolle spielen. Dazu lest ihr mehr im zweiten Teil unseres Festivalberichtes.

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