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Culcha Candela live beim Rheinland-Pfalz-Tag 2010 © Susann Heinrich

Enges Gedränge in der Innenstadt, Menschenmassen in den Gässchen und Bühnen auf viel zu kleinen Plätzen, das konnte man dieses Wochenende in Neustadt an der Weinstraße erleben. Davon abgesehen bot der Rheinland-Pfalz-Tag 2010 ein vielfältiges charmantes Angebot. Von Kulturevents wie Ausstellungen, über eine Fernsehübertragung des SWR und Informationsstände über die verschiedensten Institutionen bzw. Regionen, bis eben zu den Musikkonzerten.

Doch bevor mit Culcha Candela der eindeutige Höhepunkt des Tages auf der Bühne stand, war noch Zeit sich den Switch-Comedy-Star und gebürtigen Neustädter Bernhard Hoecker mit seinem neuesten Programm live anzuschauen. Dieser setzte sich unterhaltsam mit dem Internet und seinen kuriosen Vertretern auseinander und konnte sich damit auch in seiner Heimat viele Lacher abholen, wenngleich der Auftritt am Rande durch einen rücksichtslosen Besucher getrübt wurde, der gleich noch eine Schlägerei mit einem Familienvater anzettelte. Der Wechsel zur Big FM-Bühne brachte noch mehr Ernüchterung: Die vielen Buden vor der Bühne taten ihr übriges dazu, den Platz unübersichtlich und verwinkelt zu machen.

Vor dem Auftritt von Culcha Candela drohte die Polizei angesichts der widerrechtlich besetzten Dächer von Häusern und Buden das Konzert abzubrechen, was auch damit zu tun hatte, dass fast der Begrenzungszaun zum Backstagebereich niedergerissen wurde und viele Polizisten, sowie Sanitäter gerufen werden mussten. Da sollte organisatorisch noch erheblicher Verbesserungsbedarf für den Sonntag bestehen. Als dann Culcha Candela mit Verspätung auf der Bühne standen, nachdem sie zuvor mit dem Auto durch die Menge in den Backstagebereich gefahren wurden, war das alles vergessen. Die 3.000 Pfälzer, die sich vor der Bühne dicht drängten, feierten ihre ganz eigene Party. Wie es sich für eine deutschlandweit bekannte "Boyband" gehört, bestiegen Culcha Candela mit einem Intro die Bühne und der Jubel brach los. Das der Frauenanteil im Publikum überwog lag wohl nicht nur daran, dass diese mit Chica gleich angesprochen wurden. Die perfekt einstudierte Choreographie der Berliner wurde frenetisch aufgenommen.

Wem da nicht schon warm geworden war, der durfte erst einmal einen Sommer im Kiez feiern, "besser geht es nicht". Diese aktuelle Single ist jedoch deutlich weniger politisch, als die folgenden: Mit Schöne neue Welt und Solarenergie konnte man auch die anspruchsvolleren Zuhörer bedienen. So blieb für das Schlussprogramm noch die absoluten Schmankerl übrig: Das Triumvirat der Top-Kurztitel hielt Einzug auf dem Alten Turnplatz mit Eiskalt, Hamma und Monsta. Damit kamen auch die Letzten auf ihre Kosten, mussten sie doch nichts zahlen und hatten sie im Vorfeld so einiges erdulden müssen. Alles in allem ein versöhnliches Ende dieses Tages, mit Hoffnung auf Besserung für den nächsten.

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