Wir geben es zu: in unserer Redaktion gibt es zahlreiche Fans von Pink Floyd. Es ist daher nicht überraschend, dass Konzerte von David Gilmour oder Roger Waters immer wieder in den Jahrescharts auftauchen – so auch dieses Jahr.

Unerwartet

Wer aber hätte zu Beginn des Jahres damit gerechnet, dass Ex-Pink Floyd-Schlagzeuger Nick Mason für eines der Konzerthighlights des Jahres 2018 sorgen würde?

Mit seinem Projekt Saucerful of Secrets, die sich der originalgetreuen Interpretation der frühen Pink Floyd-Musik (vor Dark Side Of The Moon) widmen, erzielte er nicht nur einen Überraschungserfolg an den Konzertkassen, sondern wurde von unseren Redakteuren gleich viermal genannt.

Auf jeweils zwei Nennungen kamen verlässliche Schlachtrösser wie The Rolling Stones, King Crimson, Roger Waters und Guns N' Roses. Die wirkliche Vielfalt offenbart sich aber erst beim Durchlesen der einzelnen Listen. Viel Spaß dabei!

Daniel Nagel

1. Pearl Jam - Waldbühne, Berlin: Angeblich die beste Show der Europatour 2019, auf jeden Fall ein rotweingetränktes Rock-Spektakel an einem makellosen Berliner Sommerabend. Bei ihrem einzigen Deutschlandkonzert gelingt Pearl Jam schlichtweg alles – und die Zuschauer reagieren euphorisch. Die beste Liveband der Welt? An diesem Abend auf jeden Fall. [Bericht und Fotos]

2. The Rolling Stones - Mercedes-Benz-Arena, Stuttgart: Viel wurde über die Stones gespottet, die Kartenpreise sind sowieso ein Dauerthema, aber wenn alle "noch ein Stones-Konzert“ erwarten, legen die alten Herren einen atemberaubenden Auftritt hin, der schlichtweg alle Erwartungen übertrifft. [Bericht und Fotos]

3. King Crimson - Admiralspalast, Berlin: Robert Fripps achtköpfiges Prog-Monster verbindet Virtuosität, Komplexität und Eingängigkeit auf schlichtweg einzigartige Art und Weise. Vielleicht ist die aktuelle Band doch die beste Crimson-Besetzung aller Zeiten – die vielseitigste ist sie auf jeden Fall. [Bericht]

Reinhard Goebels

1. Guns N' Roses - Maimarktgelände, Mannheim: Nein, in einer Form wie früher wird man Axl nicht mehr erleben dürfen. Gefährlich wirkt hier auch schon lange nichts mehr. Dafür liefert die Band in Mannheim eine extrem ausufernde, professionelle, schlichtweg gigantische Show. Den massiven Nostalgiebonus gibt's natürlich obendrauf. [Bericht und Fotos]

2. Joe Bonamassa - Mannheim SAP: Arena Wow, was für eine Band. Zwar steht Bonamassa bei der Show im Vordergrund, doch bei jedem Einzelnen in der handverlesenen Formation handelt es sich um einen Ausnahmemusiker. Bei der Hochglanz-Blues-Show stimmt alles – mit Ausnahme der Stimmung in der nicht gut besuchten Halle. [Bericht und Fotos]

3. Die Toten Hosen - Maimarktgelände, Mannheim: Ein Konzert, zu dem ich eigentlich nicht wollte, von einer Band, die ich seit ca. 25 Jahren nicht mehr aktiv höre – doch dann sorgen die extrem charismatischen Düsseldorfer für so eine grandiose, mitreißende Stimmung, dass für mich ein denkwürdiges Konzerterlebnis daraus wird. [Bericht]

Florian Endres

1. Psychic TV - Astra Kulturhaus, Berlin: Dass dies der vermutlich letzte Auftritt von Industrial-Legende Genesis P-Orridge sein wird, verleiht der Show im Vorfeld eine irgendwie wehmütige, melancholische Atmosphäre – von der sich die Band allerdings wenig anmerken lässt. Der Auftritt strotzt vor Spielfreude, die gelungene Songauswahl schafft von Anfang bis Ende eine dichte, ätherische Atmosphäre. Sollte es nun wirklich das Ende sein, dann war dies ein würdiger Abschluss für Genesis' fast vierzigjährige Karriere.

2. The Necks - Karlstorbahnhof, Heidelberg: In zwei improvisierten Sets tauchen die australischen Avant-Jazz-Meister tief in einen auf repetitiven Strukturen basierenden Klangkosmos ein, der in seiner Vielschichtigkeit und Komplexität stellenweise das Trio-Format gänzlich transzendiert. [Bericht]

3. King Crimson - Admiralspalast Berlin: Solange Prog-Opa Fripp mit der aktuellen, achtköpfigen Crimson-Inkarnation auf Tour ist, wird diese es wohl auch in mein Best Of schaffen. King Crimson liefern erneut einen zerebral stimulierenden Querschnitt durch ihre Werkgeschichte, ohne dabei in käsige oder nudelige Gefilde abzurutschen. Nächstes Jahr aber dann bitte mit Belew statt Jakszyk, ok? [Bericht)

Honorable Mention: NYOS - JUZ Friedrich Dürr, Mannheim. Wenn diese Welt ein gerechter Ort wäre, wäre dieses finnische Math-/Post-Rock-Duo mindestens so berühmt wie Kylie Minogue.

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Patrick Unrath

1. Thrice - Schlachthof, Wiesbaden: Viel gehört und endlich gesehen: Thrice haben mit ihrer energetischen Show bewiesen, dass sie zu den besten Livebands in ihrem Genre zählen. Druckvoller Sound, keine 0815-Arrangements und auch technisch sehr beeindruckend. Diese Band muss man gesehen haben!

2. Silverstein - Schlachthof, Wiesbaden: Wie auch beim letzten Jahresranking: Silverstein sind immer ein Highlight. Wuchtige Breakdowns, eingängige Melodien und unbändige Energie. Eine meiner Alltime-Favorites mittlerweile. Da nehm ich auch den Muskelkater im Nacken in Kauf. [Fotos]

3. Bullet For My Valentine - Jahrhunderthalle, Frankfurt: Der Popappeal steht den Jungs finde ich sehr gut. So entsteht ein ausgewogener Mix aus Härte & Melodie, der im Kopf bleibt. Ich war jedenfalls positiv überrascht. [Bericht und Fotos]

Torsten Reitz

1. Guns N‘ Roses - Maimarktgelände, Mannheim: "Nie im Leben“, war die Ansage vor dem Konzert – und Axl, Slash, Duff und Co. ließen die etwa 50.000 Zuschauer auf dem Maimarktgelände gute dreieinhalb energiegeladene Stunden wissen, wie sehr man besser "niemals nie“ sagen sollte. Auch wenn der Frontmann stimmlich schon einmal besser in Form war, zeigen die wiedervereinten Gunners und ihre neuen Mitstreiter, dass sie trotz der vielen Jahre Auszeit nur wenig von ihrer Faszination verloren haben. [Bericht und Fotos]

2. Iron Maiden - Messe, Freiburg: Es ist immer ein Erlebnis, wenn die britische Metal-Institution tief in die Mottenkiste greift und sich auf alte Stärken und Stücke besinnt. Wer braucht schon viele Nummern seit der Jahrtausendwende, wenn die eisernen Jungfrauen um Bruce Dickinson und Steve Harris mit alten Klassikern angeflogen kommen und vor knapp 35.000 euphorischen Fans auf dem Freiburger Messegelände aus allen Rohren feuern? [Bericht und Fotos]

3. Nick Mason’s Saucerful Of Secrets - Liederhalle, Stuttgart: Fast ein Vierteljahrhundert hatte sich Pink Floyd-Drummer Nick Mason auf den Bühnen dieser Welt rar gemacht. Umso erstaunlicher war es, als er schließlich eine neue Band ins Leben rief, die sich nach dem zweiten Album seiner früheren Gruppe benannt hat, und mit Material aus eben dieser Ära durch die Lande zieht. Dem Publikum in der Stuttgarter Liederhalle jedenfalls servierten Nick Mason und Co. ein Klangerlebnis sondergleichen. Wann erhält man schließlich schon einmal die Möglichkeit, Pink Floyd vor 1973 fast originalgetreu zu hören? [Bericht und Fotos]

Julian Kessler

1. Queens Of The Stone Age - Kulturpark Schlachthof, Wiesbaden: Josh Homme veranstaltet unterhaltsames Anti-Aggressions-Training auf der Bühne, während die wild tanzende Menge das Gelände in eine Staubwüste verwandelt. Stoner Rock at its Best. [Bericht und Fotos]

2. Nothing But Thieves - Capitol, Hannover: Die Rockband aus UK legt keinen großen Wert auf eine pompöse Show. Das braucht sie auch nicht, denn die Stimme des Sängers Conor Mason lässt die gekonnt arrangierten Stücke noch intensiver und noch energetischer wirken. [Bericht und Fotos von Rock am Ring]

3. The Intersphere - Musikzentrum, Hannover: Durch einen defekten Gitarrenverstärker ist Sänger Christoph Hessler gezwungen, über einen Bass-Amp zu spielen. Das Konzert fetzt aber in gewohnter Manier. Die Sport-Übungen von Drummer Moritz Müller sind außerdem immer noch wunderschön anzusehen.

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Christian Grube

1. Nick Mason's Saucerful of Secrets - Haus Auensee, Leipzig: Wer hätte gedacht, dass der Pink Floyd Drummer nochmal auf Tour geht und dann mit so einem Programm. Wunderbar gespielt. [Bericht aus Stuttgart und Fotos aus Stuttgart]

2. Frank Turner - Kulturfabrik, Leipzig: Nach Plattenladen-Gig Abriss im Werk II - Turner ist immer ein Garant für tolle Stimmung. [Bericht und Fotos]

3. Chuck Ragan - UT Connewitz, Leipzig: Was der Mann nur mit Gitarre, seiner Stimme und einem Lapsteel Spieler auf die Bühne bringt, ist der Hammer. Eine Stimme wie eine Dampframme...krass! [Bericht]

Rudi Brand

1. YES feat ARW - Zeltfestival, Mannheim: Musik vom Feinsten in ungewohnter Umgebung. Einfach nur genießen. [Bericht und Fotos]

2. Angelo Kelly - Burgsommer, Neuleinigen: Durch die Videoproduktion wurde eine hammer Lichtanlage aufgefahren. Die Projektionen an den alten Gemäuern haben super gewirkt und mich optisch überzeugt. [Fotos]

3. Roger Waters - SAP Arena, Mannheim: für mich die perfekte Zeitreise. [Bericht und Fotos]

Leonard Kötters

1. Wallis Bird - Women Of The World Festival 2018, Frankfurt: Wallis Bird ist und bleibt für mich eine Ausnahmekünstlerin. Jedes Mal bin ich wieder ergriffen von der Intensität und Emotionalität ihrer Konzerte. Mal bringt sie es fertig, die viel zitierte Stecknagel im Raum fallen zu hören und im nächsten Moment bringt sie den ganzen Saal zum Lachen. Das Konzert war ein weiterer Beweis dafür! [Fotos]

2. European Apocalypse Tour - Jahrhunderthalle, Frankfurt: Auf den ersten Blick war es für mich eine absurde Genre-Mischung, der Abend zeigte aber, dass es gut funktioniert. Bloodbath haben mich ziemlich positiv überrascht, Hatebreed sind musikalisch nicht mein Fall, aber waren durchaus überzeugend. Mit Dimmu Borgir hatte ich noch eine Rechnung in Sachen Fotografie offen und Kreator waren unbestritten die Könige des Abends. Welche eine geballte Wucht gepaart mit (zum Teil sehr einfachen), aber klugen Statements! [Bericht und Fotos von Bloodbath, Fotos von Hatebreed, Fotos von Dimmu Borgir, Fotos von Kreator]

3. Dalai Lama - Darmstadtium, Darmstadt: Sicherheitskontrollen, Spürhunde und eine gewisse Anspannung waren an dem Tag deutlich zu spüren. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich vor diesem Termin nicht auch etwas angespannt war. Aber dann kommt plötzlich der Protagonist auf die Bühne, trotz der Gebrechen des Alters, sehr gut gelaunt und bringt die erhoffte Entspannung. Die Diskussion mit Lech Wałęsa, Rebecca Johnson und Claudia Roth waren sehr spannend, aber auf Grund der Komplexität der Probleme natürlich auch etwas mühsam. Dank Dunja Hayali als Moderatorin aber mit hohem Anspruch und auch Unterhaltungswert. [Fotos]

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Eric Winkes

1. David Byrne - Rock Werchter Festival, Belgien: Ex-Talking Head David Byrne liefert eine grandiose Performanc aus New Wave Klängen und eingängigen Pophymnen, vorgetragen von einem komplett mobilen Ensemble. Das durchchoreographierte Gesamtkunstwerk sorgt für eine gigantische Stimmung vom ersten bis zum letzten Song.

2. Lenny Kravitz - Festhalle, Frankfurt: Gitarrengott und Funkikone Lenny Kravitz läuft an diesem Abend zu Höchstform auf. Von Anfang tritt er voll aufs Gas und nimmt sein Publikum in zwei Stunden auf eine rasante, energiegeladene Vollgastour mit. Es ist der vielleicht beste Lenny Kravitz aller Zeiten, der am Ende sogar durchs Publikum bis auf die Galerie klettert und von oben das Publikum anpeitscht. [Bericht und Fotos]

3. Beyonce & Jay-Z - Olympiastadium, Berlin: Das Gipfeltreffen des Traumpaares der Musikindustrie. Im Olympiastadion Berlin liefern Beyonce & Jay-Z eine tempogeladene, abwechslungsreiche Show. Die Premiere als Duo ist sowohl ein musikalisches als auch ein emotionales Highlight mit gefühlvollem R&B Soul und knallhartem Rap, der das Publikum zu jedem Zeitpunkt mitreißt. [Bericht]

Jan Wölfer

1. The Rolling Stones - Mercedes-Benz-Arena, Stuttgart: Unglaublich. Euphorische Stuttgarter Fans und fantastisch aufspielende Stones schaukeln sich gemeinsam in ungeahnte Höhen auf. [Bericht und Fotos]

2. Nick Mason's Saucerful Of Secrets - Liederhalle, Stuttgart: Starke Interpretation des Frühwerks von Pink Floyd durch Nick Mason und seine furios aufspielende Truppe. [Bericht und Fotos]

3. Rolling Stone Park, Rust: Tolles Debüt des Südablegers des Weekenders mit super Location und vielen großartigen Auftritten. [Bericht und Fotos]

Johannes Rehorst

1. A Perfect Circle - Sporthalle, Hamburg: Was Maynard James Keenan und Konsorten in rund zwei Stunden abliefern, ist wohl wirklich als perfekt zu bezeichnen. Intensiver war für mich wohl dieses Jahr kein Konzert, da stimmte wirklich alles. [Bericht und Fotos]

2. Henry Rollins - Schlachthof, Wiesbaden: Kein Konzert aber mindestens genauso gut. Rollins ist im Pop-Universum einfach etwas Besonderes. Ein Geschichtenerzähler im eigentlichen Sinn, mit Herz, Hirn und Botschaft. Großes Kino. [Bericht]

3. Yob - Jubez, Karlsruhe: Mit dem Konzert zeigten Mike Scheidt und co. eindrucksvoll, dass an ihnen derzeit kein vorbeikommen ist, und zwar durchaus wortwörtlich: eine massive musikgewordene Mauer. Brachial.

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Dominic Pencz

1. Def Leppard & Journey - T-Mobile Arena, Las Vegas: Mein teuerstes Konzert aller Zeiten. Mit Karte, Bier und Merch knapp 700 €, aber es war jeden Cent wert. Ich habe 1400 Konzerte fotografiert und viele mehr gesehen, aber noch nie die beiden. Bei dem Konzert hat sich ein Traum erfüllt. Zwei Bands die ganz oben mitspielen. Den Tourfotograf von Journey, kenne ich seit Jahren, aber er konnte mir leider keinen Pass organisieren, da an diesem Tag intern sehr viel schiefgelaufen ist. Ein Pass wäre natürlich das i-Tüpfelchen gewesen.

2. Queen + Adam Lampert - Lanxess-Arena, Köln: Es war ein großer Traum Queen einmal live zu erleben, leider bin ich zu jung, um Freddie als Frontmann erlebt zu haben. Doch mit Queen verbinde ich meine Oma, weshalb es auch mit Adam Lampert etwas ganz besonders gewesen ist. [Fotos aus München 2017

3. Toto - Porsche Arena, Stuttgart: Toto ist einfach musikalisch die Champions League – immer überragende Konzerte. Mehr muss man nicht sagen. [Bericht und Fotos]

Nina Vogel 

1. SOHN - Gibson Club, Frankfurt: Mit seinem Album "Rennen“ hat SOHN in Frankfurt halt gemacht. Mit großartigen Sounds und einer teils düsteren Atmosphäre sorgte er für ein intensives Konzerterlebnis in der dafür perfekten Location. 

2. Ibeyi / The Kills / Editors - Maifeld Derby, Mannheim: Platz 2 teilen sich meine Top-Performances vom Maifeld Derby. Ibeyi haben mit einer solchen Wucht performed, dass das Konzert noch lange nachhing, The Kills ließen mein Indie Herz mit ihrem rotzigen Rocker-Charme höher schlagen und die Editors um Sänger Tom Smith mit seiner krassen Vocal Range zu erleben, war Wahnsinn. [Bericht und Fotos von Ibeyi, Fotos von The Kills, Fotos von Editors]

3. Cosmo Sheldrake - halle02, Heidelberg: Oft reingehört, dennoch nie bewusst angehört. Das war bis dato meine Standardantwort, wenn man mich auf Cosmo Sheldrake angesprochen hat. Im Club der halle02 zeigte der Multi-Instrumentalist jedoch seine ganze kreative Bandbreite, überzeugte sowohl künstlerisch als auch menschlich. Top!

Sascha Kilian

1. Blumfeld - Zoom, Frankfurt: Die Love Riots Revue 2018 zeigt Distelmeyer & Co nochmal in bestechender Liveform. Der Schweiß tropfte von der niedrigen Decke des Frankfurter Zoom Clubs, als sexy Jochen das lange feuchte Deckhaar nach hinten strich und auf einem Barhocker zum Playback "Tausend Tränen tief" zum Besten gab. Eine hungrige Reunion der kontroversesten Band der Hamburger Schule.

2. Jeff Lynne's E.L.O. - SAP Arena, Mannheim: Dafür wurde einst die SAP-Arena erschaffen: Ein Spektakel der Extraklasse. Onkel Jeff gab die musikalische Leitung dann doch mal aus den Händen und sang immer noch erstaunlich gut. Das Orchester setzte einen Gänsehaut-Moment nach dem anderen und das Funkeln in den Augen der Zuschauer war förmlich zu sehen. Evil Woman, Living Thing, All Over The World: Hits für die Ewigkeit. [Bericht und Fotos]

3. Van Morrison - Musik im Park, Schwetzingen: Es war brütend heiß im Schwetzinger Schlosspark als "Van the man" mit seinen neueren Jazz-Sachen pünktlich in der Abendhitze loslegte. Obligatorisch versteckt hinter Anzug, Sonnenbrille sowie Hut lächelte der alte Grantler aus Belfast dann doch als bei "Wild Night" alles tanzend von den Klappstühlen nach vorne an die Bühne strömte.

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Jan-Niklas Jäger

1. Descendents - Astra, Berlin: Punkrock, how to do it. 35 Songs mit wenig Verschnaufpausen, aber viel Humor. Wo Hardcore auf Pop-Appeal und Nerdbrillen trifft. Außerdem die wohl beste Rhythmusgruppe des Genres.

2. Lana Del Rey - Mercedes-Benz-Arena, Berlin. Lana Del Rey verbindet Theatralik und Eleganz zu einem Pop-Tribut an das alte Hollywood. Mit Cat Power war auch der beste Support-Act des Jahres am Start. [Bericht]

3. Eels - Tempodrom, Berlin. Auch die Eels, eher bekannt für Songs über die schwierigeren Zeiten im Leben, bewiesen vor allem Humor. Er kann auch gut gelaunt, dieser Mark Oliver Everett. [Bericht und Fotos vom Mailfield Derby]

Daniel Thomas

1. Roger Waters - SAP Arena, Mannheim: Seinem streitbaren BDS-Aktionismus zum Trotz: Was der einstige Pink-Floyd-Chef auf die Bühne bringt ist grandiose Audio-Vision, die in einer eigenen Liga spielt. Und auch wenn es dieses Mal nicht ganz an die selbstverschuldete Messlatte von der The-Wall-Tour aus 2011 heranreicht, sind die Inszenierungen der "Dark Side Of The Moon“- und vor allem die der "Animals“-Stücke so grandios, dass damit 2018 nichts konkurriert. [Bericht und Fotos]

2. Nick Mason's Saucerful Of Secrets - Liederhalle, Stuttgart: Und gleich nochmal Pink Floyd: Der Schlagzeuger, der als einziger an jedem Album der Artrocker beteiligt war, konzentriert sich in ungleich bescheidenerem Rahmen auf die Anfangsphase mit Syd Barrert, die Gilmour und Waters gerne aussparen. Es war eigentlich nicht mehr zu erwarten, psychedelische Glanztaten wie "Set The Controls For The Heart Of The Sun“ oder "Lucifer Sam“ je wieder live zu erleben. Mason gelingt die Überraschung des Jahres. [Bericht und Fotos]

3. Iron Maiden - Messegelände, Freiburg: Auch ohne leidenschaftlicher Metal-Fan zu sein, gehört eine Maiden-Show wohl irgendwann zwangsläufig zum Must-Have eines pflichtbewussten Konzertgängers. Was Bruce Dickinson und seine Truppe in Freiburg dann vor imposanter Kulisse abliefern, sprengt bei Weitem die Erwartungen und macht einen dann doch für volle zwei Stunden zum frenetischen NWOBHM-Aficionado. [Bericht und Fotos]

Jan Paersch

1. Anouar Brahem - Elbphilharmonie, Hamburg: Eine Jahrhundertband begleitet den tunesischen Oud-Spieler, unter anderem die Jazzlegenden Dave Holland (Bass) und Jack DeJohnette (Drums). Der Sound ist glasklar und transparent, die Performance von bewusstseinserweiternder Güte: für solche Konzerte wurde Deutschlands teuerstes Konzerthaus gebaut.

2. Seun Kuti & Egypt 80 - Mojo Club, Hamburg: Seun ist der wohl begabteste der ca. 15 Söhne Fela Kutis. In seiner grandiosen, 14köpfigen Band kommen zwei Generationen nigerianischer Musiker zusammen. Ultralässiger Funk und Afrobeat, der noch die Hüften des steifsten Norddeutschen zum Schwingen bringt.

3. Angélique Kidjo - Elbphilharmonie, Hamburg: Nie vorher so geschwitzt in der Elphi: die beninische Sängerin kommandiert das Publikum zum Tanzen auf die Bühne; mit achtköpfiger Band spielt sie unfassbar groovige Covers der Talking Heads – die die New Yorker selbst so rhythmisch komplex niemals hinbekommen hätten.

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