© Pflastermühle

Eine Bühne für Newcomer und wertvolle Tipps für die kreative Laufbahn - mit diesem Konzept hat sich die Pflastermühle als kulturelles und musikalisches Zentrum in Ladenburg etabliert. Mit einem breiten Mix aus regionalen Newcomern bietet sie dem Publikum seit vielen Jahren eine Laborfläche, um neue musikalischen Horizonte zu erkunden. Dennoch steht der Veranstaltungsort momentan vor Herausforderungen.

"Wir wollen dem Nachwuchs eine Plattform bieten, auch den Bands, die vielleicht noch nicht in anderen Locations wie dem Schwimmbad Club oder dem Cafe Central gebucht werden würden" - mit diesem Satz fasst Rainer Döhring, der Vorsitzende des Trägerverein "Die Kiste e.V." das Musikprogramm des vom Verein betriebenen Veranstaltungsortes Pflastermühle in Ladenburg zusammen.

Dabei wolle man kein reiner Veranstalter sein, der den Newcomer nur eine Bühne zum spielen bereitstellt, sondern ihnen mit wertvollen Tipps etwas für die kreative Laufbahn mitgeben. Auf diese Weise können die Künstler vom vielfältigen Know-How der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Pflastermühle, die selbst in der Musikszene Erfahrungen gesammelt haben, profitieren.

Unterstützung von Musikschaffenenden

So ist ein Großteil des Teams als Musiker oder Techniker aktiv. Döhring selbst war beispielsweise Sänger und Gitarrist der Band Four Sided Cube und ist aktuell Mitglied bei Lenner, studierte an der Popakademie und arbeitet im musikalischen Bereich des Jugendkulturzentrums Forum in Mannheim.

"Ich kann nach einem Auftritt zum Beispiel einer Band sagen: 'Hey deine Gitarre passt nicht zu dem Sound den ihr machen wollt'; oder: 'Ihr müsst eure Bandinfo ändern, um gebucht zu werden‘", so Döhring. Man wolle auch den langfristigen Kontakt zu den Newcomern pflegen.

Selbstverwaltetes Jugendzentrum

Dieses Coaching-Konzept passt zum pädagogischen Grundgedanken, den der Trägerverein "Die Kiste e.V." verkörpert. So stellt dessen Kernaufgabe der Betrieb des selbstverwaltetem Jugendzentrums Die Kiste dar, das sich im gleichen Gebäude wie die Pflastermühle befindet.

Dieses bietet verschiedene pädagogische Angebote für Jugendliche wie Workshops oder Beratungen. Das gesamte Gebäude ist im Besitz der Stadt Ladenburg, wird aber dem Trägerverein im Rahmen eines Nutzungsvertrages zur alleinigen Nutzung im Sinne der Jugend zur Verfügung gestellt, wobei dieser für dessen Betrieb Zuschussgelder erhält.

Kein Ort für kommerzielle Partys

Die Pflastermühle ergänzt schließlich das pädagogische Angebot der Kiste durch kulturelle Events wie Konzerte, Festivals, Jam Sessions, aber auch Theaterveranstaltungen, welche vom Trägerverein organisiert werden.

Dabei arbeitet der Verein rein ehrenamtlich, weswegen das gesamte Angebot nicht-kommerziell ist, denn alle Gelder sollen der Jugend zugute kommen. Aus diesem Grund finden dort keine reinen Konsumveranstaltungen wie Partys statt. Vielmehr wolle man Möglichkeiten, aktiv kreativ tätig zu sein, kreieren und fördern, so Döhring.

Im zweiten Teil:  "Wir wollen auch eine Laborfläche für das Publikum sein, um neue Dinge kennen zu lernen"

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Den Zuschauern etwas Neues bieten

"Es geht uns darum, eine Bühnenkultur zu schaffen, in der sowohl die Leute, die auf der Bühne stehen, als auch die Leute vor der Bühne etwas Neues lernen", fasst Döhring dieses Konzept zusammen.

Das Ziel der Konzerte der Pflastermühle sei es letztlich, auch den Zuschauern mit dem breiten Mix aus regionalen Newcomer und angesagten Szenebands etwas Neues zu bieten. "Wir wollen auch eine Laborfläche für das Publikum sein, um neue Dinge kennen zu lernen", so Döhring.

Eine Besonderheit in der Region

Dabei stellt die Pflastermühle mit ihrem bewussten Anspruch ein kleiner Club zu sein, eine Besonderheit dar. "Unser Ziel ist es ein 300-350 Leute Club zu sein und gerade von diesen gibt es in der Region viel zu wenig" stellt auch Döhring fest. Mit dieser intimen Atmosphäre wolle man den Zuschauern einen Ort der Begegnung bieten, an dem man besondere Erfahrungen sammelt, wie beispielsweise gute Freunde zum ersten Mal treffen oder die neue Lieblingsband kennenlernen.

Dabei blickt die Pflastermühle auf eine langjährige Tradition von Veranstaltungen zurück. So überzeugt sie ihre Gästen schon seit den 80er Jahren mit einer breiten Mischung an Künstlern von Rock, bis Pop, Funk und Jazz in der Römerstadt Ladenburg.

Festivals im Umfeld

Seit dem Jahr 2005 wird in der Pflastermühle das Newcomer-Festival "Youth Roxx" ausgetragen, das jungen Bands aus Ladenburg und Umgebung ermöglichen soll, aus dem Probekeller auf die Bühne zu kommen.

Außerdem riefen Döhring und seine damalige Band Four Sided Cube das "FESTival" ins Leben, welches immer kurz vor Weihnachten stattfindet. Bei diesem versammeln sie befreundete Musiker, um das Konzertjahr gemeinsam ausklingen zu lassen, wobei die Einnahmen vollständig dem Trägerverein "Die Kiste e.V." und deren Jugendarbeit zu Gute kommen.

Das Event wurde auch nach dem Ende von Four Sided Cube unter Döhrings Nachfolgeband Lenner weitergeführt. Dazu werden noch Konzerte in Kooperation mit der örtlichen Musikschule und Benefizkonzerte in der Pflastermühle veranstaltet.

Aktuelle Probleme

Trotz der erfolgreichen Vergangenheit steht die Pflastermühle momentan vor einigen Problemen, denn "leider ist das Gebäude nicht so fertig, wie alle Beteiligten das gerne hätten", wie Döhring feststellt. So sei das Gebäude mittlerweile in die Jahre gekommen, weswegen der Handlungsbedarf diesbezüglich wachse.

Dennoch zeigt sich das Team optimistisch, dass die Probleme bald gelöst werden können, da man seit Jahren eine gute Partnerschaft zur Stadt Ladenburg pflegt. Zu diesem Zweck gab es auch bereits ein Treffen mit dem Ladenburger Bürgermeister Rainer Ziegler

"Wir sind froh, wie hilfsbereit die Stadt ist, obwohl wir keine städtische Einrichtung sind", so Döhring. Zudem habe man für solche Fälle noch etwas Geld in der Hinterhand. "Das Gebäude kann vieles, wenn es erst mal in einem guten Zustand ist", blickt auch Döhring optimistisch in die Zukunft.

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