Tessa hat es geschafft: Aus dem Arbeiterkind wurde eine gefragte Strafverteidigerin. Ihr Terminkalender ist randvoll. Tessa verteidigt häufig und sehr erfolgreich Männer, die wegen sexueller Übergriffe vor Gericht stehen. Die boxt sie raus, denn ein:e gute:r Verteiger:in erzählt lediglich die beste Version der Geschichte. „Bei sexuellen Übergriffen steht meist Aussage gegen Aussage/Ja, die sexuelle Handlung fand statt, aber war sie auch einvernehmlich?“ Ihre Aufgabe ist es, die Lücken in der Anklage zu finden. Sie überprüft die Aussagen der Opfer. Denn im Kreuzverhör stehen meist die Frauen. Und Tessa geht es um die juristische Wahrheit: Sie muss nicht beweisen, ob das Opfer zugestimmt hat, sondern dass der Angeklagte nicht wusste, dass es kein Einvernehmen gab. Und Tessa ist brillant. Moralische Zweifel quälen sie auch in schwierigen Fällen nicht, zu unerschütterlich ist ihr Glaube an das Gesetz – bis sie selbst zum Opfer, von der Verteidigerin zur Anklägerin wird. Und zum ersten Mal alles infrage stellt: ihre Überzeugungen, das Rechtssystem, ihre Stimme. Zwischen Gerichtssaal und persönlichem Trauma beginnt ein Kampf um Gerechtigkeit in einem patriarchalen Justizsystem. Ein packendes Solostück über die Grenzen des Gesetzes. Inhaltshinweis: Diese Inszenierung thematisiert explizit sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung und Traumatisierung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen von sexuellen Übergriffen. Dies kann bei einigen Zuschauer*innen belastende Gefühle hervorrufen. Es wird empfohlen, sich der Intensität der Thematik bewusst zu sein und bei Bedarf Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
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