70 Jahre alt ist Stefan Stoppok in diesem Jahr geworden, und dieser runde Geburtstag schreit nach einer angemessenen Würdigung. Die erfolgt unter anderem mit seiner als "Rundreise" bezeichneten Tour, die an diesem Abend im Rex in Bensheim Station macht.
Es gibt aber auch besondere Würdigungen wie zum Beispiel das Tributealbum "26/70" oder den Konzertfilm von Tini Lazar, der auf der aktuellen Tour am Merchstand in origineller Form angeboten wird: als USB-Stick im Kassettenformat.
Perfekt arrangiert
Das Rex ist gefühlt ausverkauft, und kurz nach 20 Uhr kommen Stoppok und seine Band auf die Bühne. Sie legen gleich mit "Ein Stück zusammen gehen" vom neuen Album los. Der Sound ist von Anfang an klasse, was nicht zuletzt daran liegt, dass diese Band wahnsinnig gut ist und die Arrangements perfekt zu Stoppoks Songs passen.
Mit "Fan von" geht es gleich gut weiter. Stoppok freut sich, in diesem feinen Liveclub auftreten zu können. Er feiert auch die Bensheimer und überraschenderweise sogar ihren neuen Bürgermeister, den er zu kennen und zu schätzen scheint.
Von den Anfängen bis zum neuen Album
Das Repertoire des Konzerts reicht von Songs seines ersten Albums bis hin zur neuen Platte "Hoppla Hoppla". Nur ausgerechnet sein Meisterwerk "Happy End im La-La-Land" bleibt an diesem Abend ausgespart. Das ist zwar schade, wird aber durch die Qualität der gespielten Lieder aufgewogen.
Überraschend ist, dass er den Titeltrack seines zweiten Albums, "Der nackte Mann", spielt. Ein Song, der, wie er ankündigt, nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Im Zusammenhang mit dem Hoffnungssong "Unser Glück" geht er auch auf die Proteste der Gen Z am Vorabend ein und spricht den Initiatoren deutlich seine Sympathie aus.
Der Song "Feine Ideen" hat 2026 ein Update bekommen und thematisiert aktuelle Kopfschüttel-Momente, was beim Publikum sehr gut ankommt. Noch besser kommt unmittelbar danach eine kraftvolle und ausladende Version seines Klassikers "Du brauchst Personal" an, bei der Stoppok auch ein ausgedehntes Gitarrensolo spielt.
Eine Band, die perfekt harmoniert
Wie eingangs bereits erwähnt, hat Stoppok eine großartige Band an seiner Seite: seit 30 Jahren Reggie Worthy am Bass, seit fast 20 Jahren Sebel an Keyboards und Gitarre und seit zwei Jahren Leo Lazar am Schlagzeug. Dieser Band gelingt es, sowohl songdienlich als auch fantasievoll zu spielen. Sebel erinnert dabei an den viel zu früh verstorbenen Jay Bennett von Wilco.
Bei "Hier gibt's nichts zu sehen" stellt Stoppok eine Frau namens Alex aus dem Publikum vor. Aufgrund ihrer eigenen Blindheit hatte sie die Idee, zu dem Song ein Video zu machen, das das Thema Blindheit mit dem Songtitel verknüpft. Eine Idee, die bislang allerdings noch nicht umgesetzt wurde.
Begeistertes Publikum und zwei Zugaben
"La Kompostella" leitet die Zielgerade des Konzerts ein. Die Stimmung ist famos, und mit dem von den Fans begeistert mitgesungenen "Mal Dein Herz an" endet das reguläre Set. Die Fans singen einfach weiter, sodass die Band kurz noch einmal in den Song einsteigt, bevor es mit "Alles klar" die erste von zwei Zugaben gibt.
Bei diesem Song gibt Sebel an der Hammondorgel mit Leslie noch einmal alles und spielt sogar mit den Füßen, bevor das Konzert mit "Aus dem Beton" wunderbar zu Ende geht.
Stoppok und seine Band stehen hervorragend im Saft. Hoffen wir, dass sie uns noch oft in dieser Form beehren werden!
Setlist
Ein Stück zusammen gehen / Fan von / In Teufels Küche brennt noch Licht / Der nackte Mann / 2 wunderschöne Augen / Wer du wirklich bist / Unser Glück / Die Schlange / Feine Ideen 2026 / Du brauchst Personal / Ist ja immer irgendwas / Und retour / Ich fokussier mich / Hier gibt's nichts zu sehen / La Kompostella / Tanz / Hoppla Hoppla / Willi Moll in Afrika / Mal dein Herz an // Alles klar / Aus dem Beton


