Mit seiner Energie und seinen feinsinnigen Texten zeigt Curtis Harding wieder einmal seine Qualität als Musiker. Seine Fähigkeiten als Soulsänger und Komponist überzeugen die Zuschauer sogar über das Konzert hinaus.

Wie elegant Curtis Harding schwierige Themen mit groovendem Rhythmus verbindet, zeigt er beim Konzert im Frankfurter Zoom schon beim ersten Song "Out In The Black". Der Song aus seinem neuen Album "Departures & Arrivals: Adventurers Of Captain Curt" behandelt Einsamkeit, ist aber keineswegs negativ. 

Es ist vielmehr der positive Weg heraus aus der Dunkelheit für den "grown man", gepaart mit einem faszinierend groovenden Rhythmus und einer sofort ins Blut gehenden Eingängigkeit.

Wie ein Duett

Aus dem ebenfalls neuen "Banh Me" wird durch den sich abwechselnden Gesang von Curtis Harding mit seinem Gitarristen fast ein Duett mit sehr gegensätzlichen Stimmakzenten. Auch dieser noch sehr ruhige Song überzeugt durch seinen eingängigen Groove.

Mit "The Power" zieht das Tempo deutlich an. Der groovende Flow entfesselt zunehmend eine packende Energie, bei dem die Körper der Zuschauer tanzend in Bewegung kommen. Der von der Bass-Gitarre getragene Rhythmus von "Felt It Inside" wirkt wie ein pulsierender Herzschlag, bei dem Curtis Harding seine kraftvolle Stimme immer wieder in die Melodie einwebt.

Mit dem Publikum

Der mitreißende Funky-Groove von "There She Goes" mit dem kraftvollen Gitarrenspiel ist die nächste Energiestufe, bei der das Publikum richtig abgeht. Als Curtis Harding zu "I Won't Let You Down" das Publikum in drei Teile aufteilt, mit jeder Gruppe doppelt den Refrain singt und am Ende mit allen zusammen den Song performt, gibt es lautstarke Standing Ovations.

Wie schon zuvor in kurzen Momenten akzentuiert bei "On And On" der vielseitige Keyboarder in seiner Dopppelrolle nun mit dem Saxophon. Der druckvolle Bläsersound treibt den souligen Groove ebenso an wie bei "Till The End", wobei dieser Song am Ende emotional explodiert mit dem mitreißenden Gesang und dem dynamisch, energetischen Gitarrenspiel.

Stimmlich variabel

Wie breit die gesanglichen Fähigkeiten von Curtis Harding sind, zeigt sich vor allem bei "Can't Hide It". Mehrfach geht er aus der normalen Gesangsstimme in die Höhe und akzentuiert permanent in den mitreißend souligen Groove. Die Energie im Saal ist greifbar und lässt das Publikum ausgelassen mittanzen.

Fast hypnotisch wirkt dagegen "Explore" mit seinen Saxophonklängen und seinem leicht schwebenden Klangteppich. Das treibende "Heaven's On The Other Side" ist dann wieder eine wahre Energiebombe. Der explosive Rhythmus der Gitarren und der druckvolle Klang des Saxophons lassen alle Körper im Saal erbeben.  

Ohrwurmhit

Der vielleicht bekannteste Song "I Need Your Love" ist auch an diesem Abend ein Garant für ausgelassene Stimmung. Alle Körper bewegen sich und am Ende gibt es wieder Standing Ovations. Die Zugabe startet mit dem energetisch fließenden "The Drive" und einem am Ende entfesselten Gitarrenfeuerwerk.

Das funkige "Keep On Shining" hält die Energie oben und mit dem gefühlvollen Soul von "Hopeful" geht ein großartiges Konzert zu Ende. Zumindest live. Denn zahlreiche Besucher stürmen anschließend den Merchandise-Stand, um sich das neue Album als Platte mitzunehmen. Echte Musikfans erkennen Qualität und die ist bei Curtis Harding reichlich vorhanden.

Setlist:

Out In The Black / Banh Me / Time / The Power / True Love Can't Be Blind / Felt It Inside / There She Goes / I Won't Let You Down / On And On / Till The End / Can't Hide It / Next Time / Explore / Welcome To My World / Heaven's On The Other Side / Go As You Are / Wednesday Morning Atonement / I Need Your Love // The Drive / Keep On Shining / Hopeful