Die aktuelle Tour von The Notwist zeigt erneut die große Spielklasse dieser Band. Die neuen Songs fügen sich mit viel emotionaler Wärme in die Songs vergangener Tage ein. Es ist ein Klangerlebnis der puren Lebensfreude.

Gleich mit dem ersten neuen Song "Teeth" aus dem aktuellen Album "News From Planet Zombie" lassen The Notwist ihr Publikum in eine ganz spezielle Welt eintauchen. Diese warme, gefühlvolle Melodie umspielt die Seele und entfacht am Ende doch eine spürbare Dynamik.

Das krasse Gegenteil ist das wilde, energetische "X-Ray", bei dem das Publikum erstmals richtig zum Tanzen kommt. Wieder ganz ruhig und melodisch ist "Where You Find Me", während "Ship" mit seinem mechanisch klingenden Sound härtere Tanzrhythmen bedient.

Ein ganz sanftes Highlight

Nach "The Turning" folgt mit "Pick Up The Phone" wieder so ein besonders markanter Song. Die zunächst sehr kraftvolle, aber auch sanfte Melodie, bei der das Saxophon kleine Akzente einwebt, explodiert ab der Mitte mit kleineren Ausbrüchen, die der Melodie immer wieder antreibende Kicks verpasst.    

Sehr tanzbar sind "One With The Freaks" und der neue, wunderbar wippbare Song "Propeller". Ein echtes Highlight ist der ebenfalls neue Song "Snow". Die große Tuba im Hintergrund nun im Einsatz ist "Snow" mit seinem sanften Melodienspiel wie eine Wanderung durch eine verschneite Winterlandschaft, bei der die Töne wie zarter Schnee vom Himmel rieseln.  

Purer Rhythmus

Bei "How The Story Ends" klatscht das Publikum erstmals laut den Rhythmus der mitreißenden Melodie mit. Auch dieser neue Song wie der ebenfalls neue Song "Silver Lines" mit seiner explosiven Rhythmik fügen sich perfekt ein. 

Kaum zu bändigen ist die Energie von "This Room". Dieser Song explodiert mit so einer Wucht, dass kein Körper im Saal mehr still halten kann. Das vom Schlagzeuger getriebene "Agenda" setzt dieses energetische Feuerwerk mühelos fort. 

Der totale Gegensatz ist die erneut ganz ruhige Melodie des neuen "Who We Used To Be", der wieder diese emotionale Wärme ausstrahlt. Eine dynamische Steigerung durch das breite Spektrum melodischer Facetten bis zum laut beklatschten Abgang der Band ist "Into Another Tune".

Wilder Ritt und sanfte Klänge

Die erste Zugabe beginnt mit "Kong". Der Song ist wie ein wilder Ritt durch den Dschungel mit seinen Klängen und Soundspitzen. Am Ende wird es ein Gitarrengewitter, zu dem das Publikum ausgelassen tanzt. Dieser tanzbare Sound setzt sich mich "Gravity" fort bis zum krachend rockigen Finale.

Die zweite Zugabe mit weiblicher Verstärkung dreier Musikerinnen präsentiert zwei weitere neue Songs. Das federleichte "Projectors" ist wie das Schaukeln auf einem Boot bei leichter Brise. Zum Träumen perfekt ist "Like This River". 

Die Zugabe zur Zugabe

Eigentlich hätte die dritte Zugabe das Finale des Konzerts sein sollen. Das weiche Melodienspiel von "Consequence" und die leise Instrumentalmelodie von "0-4" hätten den Abend abrunden sollen.

Das Publikum hat andere Pläne. Obwohl das Saallicht schon an ist, geben sie beim Klatschen immer noch Vollgas. Der andauernde Applaus animiert The Notwist zu einer (ungeplanten?) vierten Zugabe. Die Stimmung erreicht mit einer ausgedehnten Version von "Pilot" den Höhepunkt des Konzerts. Noch ausgelassener und elektrisierter wird getanzt, es ist ein nun perfektes Ende. 

Setlist:

Teeth / X-Ray / Where You Find Me / Ship / The Turning / Pick Up The Phone / One With The Freaks / Propeller / Snow / How The Story Ends / Silver Lines / This Room / Agenda / Who We Used To Be / Into Another Tune // Kong / Gravity // Projectors / Like This River // Consequence / 0-4 // Pilot