Mit zwei Jahren Verspätung kommt Thundercat nach der abgesagten Tour 2024 endlich nach Frankfurt – und zeigt in der Batschkapp eindrucksvoll, warum er zu den spannendsten Bassisten seiner Generation zählt. Zwischen Funk, Soul und virtuosen Eskapaden liefert er eine nahezu perfekte Show, die nur vom abrupten Ende beeinträchtigt wird.

Schon der Auftakt hat es in sich: Der Schlagzeuger betritt als Erster die Bühne und entfacht ein mitreißendes Solo, das sofort für Spannung sorgt. Kurz darauf stoßen Thundercat und sein Keyboarder dazu und steigen ohne Umwege in den Sound ein.

Von Beginn an wird klar, wohin die Reise geht: Thundercat führt mit seiner Bassgitarre nicht nur rhythmisch, sondern auch melodisch. Gemeinsam mit den sphärischen Keyboardflächen entsteht ein dichter, groovegetriebener Sound, der modernen Funk mit Retro-Soul verbindet. Die visuelle Gestaltung der Bühne – schwarz-rote Muster im Hintergrund – verstärkt das Gefühl, sich irgendwo zwischen den 70ern und 80ern zu bewegen.

Virtuos und verspielt

Mit "Children Of The Baked Potato" erreicht die Energie im Raum schnell ein erstes Hoch. Das Publikum beginnt zu tanzen, die Stimmung ist gelöst. "Candlelight" startet dagegen zurückhaltend, fast loungeartig, steigert sich aber im Verlauf zu einem kraftvollen Klanggewitter.

Besonders eindrucksvoll: "I Love Louis Cole". Thundercats Finger fliegen über die Saiten, begleitet von treibenden Drums. Der Song bleibt weitgehend instrumental und entwickelt dabei eine intensive, fast hypnotische Dynamik. Die Hommage an Louis Cole wird so zum virtuosen Höhepunkt.

Zwischen Soul und Groove

Mit "Black Qualls" zeigt sich die andere Seite des Abends: warm, soulig, beinahe intim. Thundercat sucht den Kontakt zum Publikum, spricht, lacht und heizt die Stimmung weiter an. Seine Basslinien setzen dabei immer wieder markante Akzente.

"How Sway / Uh Uh" bringt anschließend wieder mehr Druck ins Set, bevor "Overseas" und "I Wish I Didn't Waste Your Time" mit entspanntem Groove und weichen Melodien für fließende Übergänge sorgen. Besonders "Pozolé" lebt vom Zusammenspiel aus Keyboardflächen und Bass – minimalistisch, aber wirkungsvoll.

Ätherisch bis ekstatisch

Fast tranceartig wirkt "A.D.D. Through The Roof": Thundercat verliert sich in seinem Spiel, steigert sich in immer intensivere Passagen, nur um am Ende wieder in lässige Zurückhaltung zu kippen. "Walking on The Moon" schwebt förmlich durch den Raum, bevor "Anakin Learns His Fate" den Puls wieder anzieht.

Der finale Abschnitt des Konzerts hat es dann noch einmal in sich: Mit "Dragonball Durag", "Funny Thing" und "No More Lies" erreicht die Stimmung ihren Höhepunkt. Das Publikum klatscht, tanzt und singt mit. Spontan holt Thundercat zwei Fans im Ganzkörperkostüm auf die Bühne – ein Moment zwischen Chaos und Charme.

Starker Abend, abrupt beendet

Mit "Them Changes" folgt der wohl bekannteste Song des Abends – und ein kollektiver Höhepunkt. Die Zugabe beginnt mit "Show You The Way", bevor "What's The Use? / She Knows Too Much" noch einmal richtig Druck macht.

Doch dann der Bruch: Mitten im Song verabschiedet sich Thundercat knapp mit einem "Thank You Frankfurt" und verlässt die Bühne. Keyboarder und Schlagzeuger führen das Stück zu Ende – ein ungewöhnlich abruptes Finale.

So bleibt ein kleiner Makel in einem ansonsten mitreißenden Konzert. Thundercat zeigt sich virtuos, verspielt und voller Energie – hätte seinem Auftritt aber einen runderen Abschluss gönnen können.

Setlist:

Drum Solo / Children Of The Baked Potato / Candlelight / I Love Louis Cole / Black Qualls / (How Sway / Uh Uh / Overseas / I Wish I Didn't Waste Your Time / Pozolé / A.D.D. Through The Roof / Walking On The Moon / Anakin Learns His Fate / Dragonball Durag / Funny Thing / No More Lies / Them Changes // Show You The Way / (What's The Use? / She Knows Too Much)