In der Brotfabrik in Frankfurt am Main eröffnen Ghostwoman ihr Konzert mit "Welcome To The Civilized World". Die rhythmische Kraft der Gitarre und das pulsierende Schlagzeug sind sofort präsent. So weit, so gut.
Schwierige Umsetzung
Als die beiden Musiker mit dem Gesang beginnen, klingt die gewollte Verfremdung, die man vom Album kennt, leider deutlich weniger opulent. Der faszinierende Kontrast zwischen den elektrisierenden Gitarrenriffs und dem wirkungskräftigen Gesang des Albums können sie schon jetzt nur ansatzweise umsetzen.
Auch bei "Alive" fehlt es, unabhängig von der Verfremdung, an der Klarheit in der Gesangsstimme. Etwas besser klingt "That Jesus" im Gesang und schon wirkt das Zusammenspiel mit dem kraftvollen, sehr energetischen Gitarrensound viel harmonischer.
So sollte es sein
Wirklich überzeugend klingt Ghostwoman erstmals bei "5 Gold Pieces". Der energetische Rhythmus und die eingängige Melodie werden vom Schlagzeug getrieben und die heulenden Gitarrenriffs entfesseln pure Energie, die vom Publikum lautstark aufgesaugt werden. Mit deutlich verständlicherem Gesang entfaltet der Song eine bisher nicht gehörte Harmonie.
Leider fällt "Alright Alright" wieder zurück in die schon bekannte Schwäche. Dabei klingt der Song mit seinem dynamischen Gitarrensound und der eingängigen Melodie instrumental wirklich großartig. Schade um die verschenkten Möglichkeiten. Das Potential ist klar erkennbar.
Instrumentale Highlights
Ein Highlight des Konzerts ist das Gitarrenspiel von Evan John Uschenko bei "Buik". Zuerst ohne Gesang und Schlagzeug spielt er elektrisierende Gitarrenriffs mit tiefgehender emotionaler Klangtiefe. Dem einsamen Klang der Gitarre folgt mit Einsetzen des Schlagzeugs eine entfesselte Dynamik, zu dem sich die Körper im Saal massiv bewegen.
Abgefeiert werden auch das energetische "Levon" und das dynamische "Do You". Ein faszinierend tiefgängiges Gitarrenspiel bietet auch "All The Time", welches diesmal ein komplettes Solo ohne Schlagzeug bleibt. Auch dieser Song wird lautstark beklatscht und abgefeiert.
Finale mit Led Zeppelin
Für den letzten Song gehen Ghostwoman weit zurück in die Musikgeschichte. Sie spielen eine eigene Version von "Stairway To Heaven". Wieder beginnend mit dem einsamen Gitarrensolo explodieren sie gemeinsam und rocken die Brotfabrik. Das Publikum feiert Ghostwoman ab.
Am Ende steht ein Konzert, welches großes Potential erkennen lässt, aber nicht alle Möglichkeiten genutzt hat. Die ausgefeilten, faszinierenden Melodien und das großartige Gitarrenspiel sind elektrisierend. Bei der akustischen Umsetzung des Gesangs besteht live im Vergleich zum Sound des Albums noch Luft nach oben.
Setlist:
Welcome To The Cvilized World / Alive / That Jesus / 5 Gold Pieces / Alright Alright / Hindsight Is 50/50 / Ottessa / Buik / Levon / Do You / Along, Pt. 2 / Behind Your Eyes / All The Time / Anhedonia / Sunny / From Now On / Yoko / Stairway To Heaven

